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Steinfurts Partnerstadt Liedekerke fest im Griff der Pandemie

Nikolaus vertreibt den Corona-Blues

Liedekerke/Steinfurt

Die Bürger der belgischen Partnerstadt leiden im Vergleich zu den Steinfurtern sehr viel stärker unter der Corona-Pandemie. Umso mehr haben sie sich gefreut, als Sinterklaas jetzt mitsamt den „Zwarten Piets“ durch die Straßen der Kleinstadt unweit der Hauptstadt gezogen sind. Seine Rundreise wurde natürlich vor allem von den Kindern kräftig beklatscht. Da war es auch halb so schlimm, dass er keine Süßigkeiten verteilen durfte.

Axel Roll

Die Rundreise des heiligen Mannes wurde natürlich gerade von den Kindern in Liedekerke eifrig beklatscht. Seine bunt-schwarzen Gesellen sorgten für zusätzlichen Spaß (kl. Foto).

Es war einer der ganz wenigen Höhepunkt der letzten Wochen und Monate auf den Straßen von Liedekerke. Sinterklaas in der Pferdekutsche und seine bunt-schwarzen Gesellen im Schlepptau zogen durch die Innenstadt und die Wohngebiete, um Kinder und Familien aufzumuntern, ihnen Mut zuzusprechen und ja, um für ein wenig Abwechslung zu sorgen. Die Bürger der belgischen Partnerstadt leiden im Vergleich zu den Steinfurtern sehr viel stärker unter der Corona-Pandemie. Das kleine Nachbarland muss seit Beginn der Krise mit hohen Infektionszahlen kämpfen, der zweite Lockdown schränkt seit Ende Oktober alle Bereiche des öffentlichen wie privaten Lebens ein.

„Wir dürfen uns nur mit einer festen fremden Person treffen“, erläutert Rita Van Vaerenbergh, die seit vielen Jahren in der Kleinstadt nahe Brüssel das Partnerschaftskomitee leitet. Der zweite Lockdown kam, nachdem die Zahlen im Land auf fast 24 000 Neuinfektionen pro Tag hochgeschnellt waren – und das bei nur elf Millionen Einwohnern. „Mittlerweile hat sich die Situation beruhigt“, erzählt Rita Van Vaerenbergh. „In den letzten sieben Tagen gab es in Liedekerke 35 Neuinfektionen.“

Corona hat die Liedekerker aber weiter fest im Griff. „Das zerrt gerade bei den Jugendlichen an den Nerven“, weiß das Komitee-Mitglied aus vielen Gesprächen. „Die können so gut wie nichts unternehmen.“ Wie es im Augenblick aussehe, könne selbst Silvester nicht in der Gruppe gefeiert werden. In der Stadt gilt nämlich noch eine Sperrstunde ab 23 Uhr. Rita Van Vaerenbergh: „Darum werden wir das Anstoßen auf das neue Jahr auf den Morgen des 1. Januar verschieben müssen.“

Ähnlich wie in Deutschland sind in Belgien Restaurants, Bars, Cafés und Sportstätten geschlossen. Der Einzelhandel hat gerade wieder seine Türen geöffnet. Aber nur unter strengen Auflagen: nur alleine und maximal eine halbe Stunde. Friseure, Kosmetikstudios und andere Kontaktberufe dürfen auch nicht ihre Dienste anbieten. Alkohol darf nur bis 22 Uhr verkauft werden.

In Liedekerke ist das soziale Engagement für die Senioren und die sozial Benachteiligten nach wie vor sehr hoch, berichtet Rita Van Vaerenbergh. Sie hat gerade mit einer Freundin auf dem Frauenverein Weihnachtskarten gebastelt, die vor dem Fest an Alleinstehende verschickt werden. „Außerdem waren wir im Seniorenheim und haben dort für Weihnachten geschmückt.“ Natürlich unter hohen Hygieneauflagen.

Zurück zum Nikolaus. Seine Rundreise durch die Stadt wurde natürlich von den Kindern, die am Fenster oder an der Haustür den Vorbeizug des heiligen Mannes beobachteten, kräftig beklatscht. Da war es auch halb so schlimm, dass er keine Süßigkeiten verteilen durfte

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