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CDU-Fraktionsvorsitz: Ralf Stegemann übernimmt

Norbert Kerkhoff tritt zurück

Steinfurt

Ein personeller Erdrutsch erschüttert die CDU-Fraktion: Norbert Kerkhoff ist plötzlich zurückgetreten. Was allerdings nicht bedeutet, dass er sich aus der Kommunalpolitik zurückzieht.

Von Axel Roll

Vor fünf Jahren übernahm Norbert Kerkhoff (l.) den Fraktionsvorsitz von Doris Gremplinski (M.). Rechts der damalige CDU-Vorsitzende Günter Marquard. Foto:

Die offizielle Pressemitteilung der CDU-Ratsfraktion ist nur sechs dürre Sätze lang. Der Inhalt fasst ein kommunalpolitisches Gewitter zusammen, das sich am vergangenen Montag bei der turnusmäßigen Fraktionssitzung der Christdemokraten entladen hat. Dort hat Vorsitzender Norbert Kerkhoff am Ende einer halbstündigen Rede, wie Teilnehmer der Sitzung berichten, seinen sofortigen Rücktritt bekannt gegeben. Stellvertreter Ralf Stegemann wird die Fraktion übergangsweise bis zum Jahresende führen. Über die Gründe, die zum für Außenstehende überraschenden Rückzug Kerkhoffs geführt haben, schweigen sich die Beteiligten aus.

„Vielleicht werden wir zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere gemeinsame Stellungnahme abgeben“, sagte Jan Röschenkemper, der als Vorsitzender der Steinfurter Ortsunion gleichzeitig Rats- und damit Fraktionsmitglied ist. Norbert Kerkhoff selbst wollte auf Anfrage nur so viel sagen: „Für einen Rücktritt gibt es immer mehrere Gründe und mehrere Verantwortliche.“

Kerkhoff, der das Amt vor fünf Jahren von Doris Gremplinski übernommen hatte, betont aber, dass er weiterhin Mitglied der Partei und der Fraktion bleibe und somit sein Ratsmandat behalte. „Außerdem werde ich weiterhin den Planungsausschuss der Stadt führen“, stellte der zurückgetretene Fraktionschef klar. „Ich habe mich immer für die Belange der Stadt eingesetzt und werde das auch weiterhin tun“, sagte er. So werde er sich weiterhin mit voller Kraft einbringen. „Nur nicht mehr in der ersten Reihe.“

Wie Jan Röschenkemper erläuterte, werde jetzt in einem ersten Schritt der durch das Aufrücken von Ralf Stegemann vakante Stellvertreterposten neu besetzt. „Ob das allerdings schon in der nächsten Fraktionssitzung am Montag passiert, glaube ich eher nicht“, so Röschenkemper. Man wolle nichts übers Knie brechen. „Wer das Arbeitspensum von Norbert Kerkhoff kennt, der weiß, dass sein Rücktritt nicht mal so eben aufgefangen werden kann“, so der Chef der Steinfurter CDU. Die Fraktion, so steht es auch in ihrer Pressemitteilung, werde sich jetzt mit der neuen Situation und den Konsequenzen daraus näher befassen.

Nichts Offizielles über die Gründe

Wie gesagt, über die Gründe des plötzlichen Amtsverzichts gibt es nichts Offizielles. Jan Röschenkemper: „Das sind Interna.“ Offensichtlich gibt es aber unterschiedliche Sichtweisen über die Zusammenarbeit innerhalb der Fraktion. Unbestritten ist dabei die Fachkompetenz von Norbert Kerkhoff, der mittlerweile 17 Jahre im Rat ist – gerade in den Bereichen Bauen und Stadtplanung. Und diese Themenfelder will der Maschinenbauingenieur auch weiterhin intensiv beackern, wie er sagt: „Wenn ich in der nächsten Zeit nichts von mir hören lasse, hat das nichts mit dem Rücktritt zu tun, sondern mit der Tatsache, dass ich auf Dienstreise in Südkorea bin.“

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