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Leckage an Schulbusmotor löst größeren Einsatz von Feuerwehr, Bauhof und Straßen.NRW aus

Ölspur quer durchs Stadtgebiet

Burgsteinfurt

Ein undichter Bus-Motor hat am Mittwochmorgen in Burgsteinfurt für einen größeren „Öleinsatz“ von Feuerwehr, Baubetriebshof und Straßen.NRW gesorgt. Die Spur des schwarzen Schmierstoffs zog sich quer durch das Stadtgebiet – vom Mesumer Damm bis hin nach Veltrup. Etliche Kilo Streumittel wurden ausgebracht, um Unfälle zu vermeiden.

Von Ralph Schippersund

Noch bis in den Vormittag hinein waren Mitarbeiter des Baubetriebshofes unter anderem auf der Leerer Straße mit dem Ausstreuen von Bindemitteln beschäftigt (Bild oben, l.), derweil stellten Mitarbeiter von Straßen.NRW Hinweisschilder auf dem Mesumer Damm auf (r.). Die Alexander-Koenig-Straße färbte sich ob des Bindemittels rotbraun ein (Bild unten, l.). Foto: rs

Das Heck bis zum Dach mit einem Ölfilm überzogen, parkt der Havarist am Mittwochvormittag auf einem Seitenstreifen nahe des Ortseingangs von Leer. Vor der geöffneten Motorklappe steht ein wenig ratlos Erwin Schwartenbeck. Der Schöppinger Busunternehmer ist zusammen mit weiteren Mitarbeitern sofort nach Steinfurt geeilt, nachdem er erfahren hatte, dass der Schulbus auf der Linie Horstmar-Neuenkirchen einen Motordefekt mit Ölverlust hat. Der war vom Fahrer lange unbemerkt geblieben. Die Folge: Auf der gesamten Strecke von Burgsteinfurt bis zum Arnold-Jansen-Gymnasium und zurück sowie quer durch die Innenstadt von Burgsteinfurt und weiter in Richtung Leer zog sich eine Ölspur, die ab halb acht Uhr morgens für einen Großeinsatz bei Feuerwehr, Straßen.NRW und Baubetriebshof der Stadt sorgte.

„Eile war geboten“, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Matthias Koll auf Anfrage dieser Zeitung, nachdem der Einsatz für den Löschzug Burgsteinfurt beendet war. 20 Kameraden hatten bis etwa 9 Uhr die schmierige Flüssigkeit mit Bindemittel aufgenommen. Auf dem Mesumer Damm waren mitten im Berufsverkehr schon mehrere Fahrzeugführer ins Schleudern geraten, mindestens einer von ihnen, so bestätigte später Johannes Tiltmann von der Kreispolizei Steinfurt, landete im Graben.

Der „Öleinsatz“ sei insoweit außergewöhnlich gewesen, weil gleich mehrere Organisationen beteiligt waren und die Spur sich über viele Kilometer streckte, berichtete Koll. „Das muss ein Lkw oder Bus gewesen sein“, mutmaßte er.

Mit dieser Einschätzung lag der Einsatzleiter der Feuerwehr richtig, wie sich später herausstellte. Busunternehmer Erwin Schwartenbeck konnte sich am Vormittag den Defekt allerdings noch nicht erklären. „Der Bus wird regelmäßig alle drei Monate gewartet, hat stets zuverlässig funktioniert“, berichtet er. In den vielen Jahren als Busunternehmer habe er einen solchen Ausfall auch noch nicht erlebt, so der Schöppinger. Der Defekt sei nicht absehbar gewesen: „Das kommt höherer Gewalt gleich.“

Wieviel Öl der Busmotor verloren hat, blieb während des Erst-Checks an der Landstraße noch offen. Insgesamt aber fasse die Ölwanne rund 30 Liter Schmierstoff, so Schwartenbeck. Wohl bewusst ist dem Busunternehmer, dass er für die Kosten des Einsatzes wird aufkommen müssen. Schwartenbeck: „Ich gehe davon aus, dass unsere Betriebshaftpflichtversicherung greift.“

Matthias Koll berichtet, dass die Zahl der durch Ölaustritt verursachten Umweltverschmutzungen, bei denen die Feuerwehr alarmiert wird, in den vergangenen Jahren stetig zugenommen hat. Ist nicht unmittelbar Gefahr im Verzug, unterstützt der städtische Baubetriebshof die Einsatzkräfte der Wehr im innerstädtischen Bereich. „Eine große Entlastung für uns“, zeigt sich Koll für diese Kooperation dankbar. Da im vorliegenden Fall auch Landesstraßen betroffen waren, waren zudem Mitarbeiter von Straßen.NRW im Einsatz, um Bindemittel zu streuen oder Hinweisschilder aufzustellen. In besonderen Fällen, beispielsweise beim Austritt von Hydrauliköl bei defekten Bau- und Erntefahrzeugen, nehme die Feuerwehr zudem professionelle Hilfe von Firmen in Anspruch, die sich auf die Beseitigung von Schmierstoffen spezialisiert haben, so Koll.

Besonders indes war auch der Einsatz am gestrigen Mittwoch: Erst am späten Vormittag war er für die letzten Einsatzkräfte von Bauhof und Straßen.NRW beendet, der letzte Sack Bindemittel verstreut. Am Nachmittag deuteten lediglich noch rotbraun eingefärbte, teils staubige Straßen auf den Ölunfall hin.

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