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Caritasverband informiert auf dem Borghorster Wochenmarkt

Online-Glücksspiel und Sportwetten auf Vormarsch

Steinfurt

Über die Glücksspielsucht informierte der Caritasverband. 5,38 Millionen Menschen bewegen sich bundesweit an der Schwelle zur Abhängigkeit, so die Experten.

Auf dem Borghorster Wochenmarkt haben (v.l.) Marlene Hartmetz, Bernd Thihatmer und Kai Kleine über Risiken informiert, die Menschen beim Glücksspiel eingehen. Foto: Rainer Nix

Am Mittwoch, dem bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht, haben Kai Kleine und Marlene Hartmetz von der Sucht- und Drogenberatung des Caritasverbands Steinfurt mit einem Infostand über die Gefahren informiert, denen sich Menschen aussetzen, die Glücksspielen verfallen.

Kleine und Hartmetz waren mit einem Infostand auf dem Borghorster Wochenmarkt.

„Glücksspiel ist allgegenwärtig, es ist überall anzutreffen, Kinder wachsen damit auf und bei Fußballspielen läuft Sportwettenwerbung“, fasste Kleine zusammen. „Wir möchten die Bevölkerung über das Thema aufklären.“ Bernd Thihatmer von der Selbsthilfegruppe für Glücksspieler aus Ochtrup konnte dazu anschaulich beitragen.

Selbsthilfegruppe

„Bei Fußballspielen werden Sportwetten platziert“, sagt Thihatmer. Diese seien gerade im asiatischen Raum sehr beliebt. Zum Teil werden sogar mafiöse Machenschaften beobachtet, die Glücksspieler noch weiter in die Sucht hineintreiben.

Viele Kinder würden in glücksspielbelasteten Familien leben. Bundesweit, so Kleine, seien laut einer aktuellen Statistik zwei Prozent der Bevölkerung in Deutschland von Glücksspiel-Störungen betroffen. 5,7 Prozent (5,38 Millionen Menschen) spielen „riskant“, was heißt, dass sie sich nah an der Schwelle zur Abhängigkeit bewegen.

Sportwetten

„Ein Drittel bis ein Viertel der Spieler haben Familien“, so Kleine. Hochgerechnet seien das bis zu 450 000 Kinder, die im Glücksspieler-Umfeld aufwachsen. Rechnet man die „riskanten Familien“ dazu, wächst die Zahl auf rund 2,4 Millionen. Das Leben in einer Spielerfamilie habe oft negative Konsequenzen. Die Heranwachsenden hätten oft ein geringes Selbstwertgefühl, große Anpassungsstörungen und würden im Erwachsenenalter zu Depressionen sowie Angststörungen neigen. Besonders auffällig sei das zehnfach höhere Risiko, selbst in die Glücksspielabhängigkeit zu geraten, erklärt Kleine. Dazu komme eine erhöhte Suizidrate.

„Riskante Familien“

Während das klassische „Automatenspielen“ heute zurückgehen würde, sei das Online-Angebot ständig gewachsen. „Sportwetten“, so Kleine, „sind bei jungen Menschen zwischen 18 und 24 Jahren sehr beliebt.“

Die Sucht- und Drogenberatungsstelle des Caritasverbands Steinfurt in Borghorst ist unter Telefon 0 25 52 / 7 06 10 zu erreichen. Sie ist montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Außerdem können Termine vereinbart werden. Eine offene Sprechstunde wird montags von 11.30 bis 12.30 Uhr angeboten.

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