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Heinrich-Neuy-Bauhaus-Museum bietet virtuellen Rundgang an

Per Mausklick durch die Ausstellung

Borghorst

Im realen Leben sind die Türen des Heinrich-Neuy-Bauhaus-Museums aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen, in der virtuellen Welt allerdings ist Tag und Nacht geöffnet. Auf der Internetseite ist ein digitaler Rundgang möglich, durch alle Räume und zu allen Werken. Dort kann die aktuelle Ausstellung „Heinrich Neuy – Retro­spektive“ mit Werken des Namensgebers des Museums aus allen Facetten seines Schaffen bewundert werden.

Marion Fenner

Hedwig Seegers, Tochter des Künstlers Heinrich Neuy, hofft, dass der virtuelle Rundgang durch das Heinrich-Neuy-Bauhaus-Museum viele Besucher im Internet anspricht, die sich später auch die reale Ausstellung nicht entgehen lassen Foto: Marion Fenner

Museen sind und bleiben während der Corona-Pandemie vorerst weiterhin geschlossen. Das gilt auch für das Heinrich-Neuy-Bauhaus-Museum am Kirchplatz. Doch das Museum hat seine Türen virtuell jetzt rund um die Uhr geöffnet. Derzeit ist dort die Ausstellung „Heinrich Neuy – Retro­spektive“ zu sehen. Zu schade, wenn diese ohne Zuschauer bleibt.

Die Ausstellung gibt einen Überblick über das gesamte malerische Schaffen Heinrich Neuys, der 1911 in Krefeld geboren und 2003 in Borghorst gestorben ist, heißt es in einem Flyer des Museums.

Schülerarbeiten

In der Ausstellung sind frühe Schülerarbeiten, die Neuy schon als 14-Jähriger gemalt hat, zu sehen. Dazu sind Arbeiten aus der Krefelder Werkkunstschule ebenso wie die am Bauhaus entstandenen Werke ausgestellt. Auch die abstrakten Farbkompositionen, in denen der Künstler Naturphänomene und Charaktereigenschaften sowie musikalische Klänge künstlerisch dargestellt hat, gehören dazu. Persönliches wie Zeugnisse und ein handgemaltes Buch für seine Tochter oder Arbeiten aus der Kriegsgefangenschaft runden die Retrospektive ab.

Auf der Internetseite des Museums wird zu dem Rundgang am Computer-Bildschirm eingeladen. Ralf Langenhorst hat diese digitale Version des Museums erstellt. „Langenhorst hatte unsere Ausstellung im Herbst besucht und viele Fotos gemacht“, berichtet Hedwig Seegers, die Tochter von Heinrich Neuy. „Als wir wegen der Corona-Pandemie das Museum geschlossen haben, haben wir uns daran erinnert und mit Ralf Langenhorst, der in Spanien lebt, Kontakt aufgenommen. Er hat dann diesen virtuellen Rundgang für uns erstellt“, freut sich Hedwig Seegers.

Schautafeln lesen

Im Internet ist nun eine komplette Museumsbesichtigung möglich. Der Betrachter kann dort per Maus durch jeden Raum im Museum „spazieren“, die Werke betrachten und auch die Texte auf den Schautafeln lesen. Springen von einem Raum in den anderen oder die nächste Etage ist ebenfalls möglich. Selbst durch das Treppenhaus ist die besondere Reise möglich. Dort hängen ganz frühe Arbeiten des Künstlers.

Das Kater-Café ist kann ebenfalls besucht werden, allerdings auch nur virtuell. Den Kaffee muss der Besucher vor seinem Bildschirm alleine genießen. Aber dafür ist ein Besuch zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich – wann immer jemand Lust auf einen Kulturgenuss der ganz besonderen Art hat.

Führungen

„Wir mussten schon im März viele Führungen absagen, wollten aber den Menschen, die sich für Werk und Leben von Henrich Neuy interessierten, diese einzigartige Ausstellung nicht vorenthalten“, berichtet Hedwig Seegers. Auch wenn Museen im Mai tatsächlich wieder öffnen dürfen, stehe jetzt schon fest, dass es aufgrund der Räumlichkeiten nicht möglich sein wird, größere Gruppen durch das Haus zu führen.

Natürlich fehlt bei einem virtuellen Rundgang das Gefühl, einem Werk hautnah gegenüberzustehen, jeden Pinselstrich zu erkennen und auch das gewisse Etwas zu spüren. Aber Lust auf einen persönlichen Museumsbesuch, der hoffentlich bald nachgeholt werden kann, macht dieser Rundgang auf jeden Fall.

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