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Virtual-Production-Projekt „Bagno 1790 – digitale Zeitreise“ ist abgeschlossen

Per QR-Code zurück in Ludwigs Lustpark

Steinfurt

Von Ralph Schippers

Szene aus der Animation „Arionkaskade“ mit zugehöriger Insel: Dank der authentischen Realisation taucht der Betrachter förmlich in den Lustgarten des Jahres 1790 ein. Abrufbar sind die 3D-Animationen mittels QR-Codes, die auf den Hinweisschildern im Bagno angebracht sind. Foto: Roland Busch, Ralph Schippers

Mit einer atemberaubenden Videoanimation, bei denen die Gäste aus der Perspektive einer sich rasant bewegenden Drohne die Attraktionen des Lustparks aus der Zeit des Grafen Ludwig Wilhelm präsentiert bekamen, ist am Freitagnachmittag in der Konzertgalerie der Abschluss des as Virtual-Production-Projekts „Bagno 1790 – digitale Zeitreise“ gefeiert worden. Fortan wird es für jedermann möglich sein, sich bei einem Spaziergang durch den heutigen Landschaftspark per Smartphone in die Zeit zurückversetzen zu lassen, als dieser – dank der Grafen zu Bentheim und Steinfurt – als das „Disneyland“ der damaligen Zeit schlechthin galt.

„Wir wollten der Öffentlichkeit zeigen, warum das Bagno für die Steinfurter so einen großen Wert hat“, begrüßte Marion Kessens vom Projektträger Steinfurt Marketing & Touristik, die zahlreichen Gäste aus Politik, Verwaltung, Vereinen und Verbänden. Das Projekt sei hervorragend geeignet, Steinfurt regional und sogar darüber hinaus bekannter zu machen, in dem es eine Attraktion virtuell wieder lebendig macht, die einzigartig war. „Lassen Sie sich berauschen“, warf Kessens dem Publikum zu, eine Ankündigung, die nicht übertrieben war. Denn der virtuelle Parforceritt, der auf Großbildleinwand folgte, hatte es in sich: Von der Arioninsel, über den Platz der Spiele, vom Wasserrad über die Große Fontäne und vom Merkurtempel bis hin zur türkischen Moschee zog die filmische Präsentation die Zuschauer mit spektakulären Szenen in den Bann.

Als Ideengeber und Macher hinter dem Projekt steht Roland Busch, Gründer und Geschäftsführer der Nordwalder Filmproduktionsfirma KaRo Pictures. In aufwendiger Programmierarbeit hatte der durch Produktionen wie „Eiseskälte“ und als Sänger („6-Zylinder“) bekannte Regisseur die Welt des „Ur-Bagnos“ binnen fünf Monaten am Rechner neu erschaffen. Fast auf den Punkt genau und mit zuletzt einigen Nachtschichten, wie er freimütig bekannte, wurde er nun fertig. Gerade rechtzeitig, lautete doch die Bedingung für eine Förderung in Höhe von knapp 7000 Euro aus der Leader-Kleinprojekteförderung doch: „Abschluss bis Ende November!“

Mit dem Aufkleben der letzten QR-Codes am Freitagmorgen auf die vorhandenen Hinweistafeln rund um den Bagno-See gelang die Punktlandung. Wer nunmehr auf einem Spaziergang durch das Bagno ist, kann diese mit dem Handy an insgesamt 32 Punkten scannen und sich über die Webseite von SMarT die dem Standort entsprechende Animation mit der Szenerie aus dem Jahr 1790 anschauen. „Als 360-Grad-Video oder, wenn die Datenverbindung nicht ausreichen sollte, als Rundum-Foto“, berichtet Busch.

Als Berater für die Auswahl der eingespielten Erklärungstexte mit im Boot bei „Bagno 1790“ war Wolfgang Lübbers. Der Vorsitzende des Fördervereins der Konzertgalerie gilt als Kenner des barocken Lustparks und hat in den 1990er-Jahren einige deskriptive Standardwerke zum Thema herausgebracht. „Ich bin begeistert über das Ergebnis von ,Bagno 1790‘. Die Authentizität ist hoch, der Detailreichtum faszinierend“, zollte Lübbers Roland Busch großen Respekt für die geleistete Arbeit.

Der kündigte an, auf dieser Grundlage weitere Projekte entwickeln zu wollen – zum Beispiel für thematische Specials und Gaming-Acts fürs jüngere Publikum. „Von einem Ostersuchspiel über ein Halloween-Special bis hin zu einem Krimi ist vieles denkbar“, so Busch. Marion Kessens kündigte an, das während der gesamten Sommerferien 2022 dahingehend ein erstes Angebot geben werde. Man darf gespannt sein!

Mehr Infos zum Projekt gibt es im Netz oder in den Flyern, die unter anderem bei SMarT im Alten Rathaus ausliegen.

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