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Auch eine Folge von Corona: Die Steinfurter kommen zunehmend auf den Vierbeiner

Rekordeinnahme an Hundesteuer

Steinfurt

Es ist ein offenes Geheimnis: In Coronazeiten haben sich viele Zeitgenossen einen Hund angeschafft. Das macht sich auch im Stadtsäckel bemerkbar. Um rund 14 000 Euro, Stand aktuell, haben sich 2021 die Einnahmen aus der Hundesteuer im Vergleich zum Vorjahr erhöht, teilt auf Anfrage Kämmerer Andreas Meyer mit. 283000 Euro macht der Posten insgesamt aus.

Von Ralph Schippersund

Der Hund gilt als treuester tierischer Begleiter des Menschen: In Coronazeiten erfreut sich die Hundehaltung zunehmender Beliebtheit – was auch die Stadt freut. Sie verzeichnet steigende Steuereinnahmen. Foto: dpa-tmn

Es ist ein offenes Geheimnis: In Coronazeiten haben sich viele Zeitgenossen einen Hund angeschafft. Das macht sich auch im Stadtsäckel bemerkbar. Um rund 14 000 Euro, Stand aktuell, haben sich 2021 die Einnahmen aus der Hundesteuer im Vergleich zum Vorjahr erhöht, teilt auf Anfrage Andreas Meyer mit. Der Kämmerer der Stadt beschäftigt sich gerade mit der Vorbereitung der Etateinbringung für das kommende Jahr und muss daher gar nicht lange auf seinem Schreibtisch suchen, um die genauen Zahlen parat zu haben. Demnach stehen aktuell 283 000 Euro an Vierbeiner-Abgabe zu Buche, wobei sich diese Summe erfahrungsgemäß noch um den einen oder anderen Euro verändern kann, wenn aktuelle Ab-, Um- oder Neuanmeldungen hinzukommen.

Meyer spricht angesichts zum Beispiel von Gewerbe- oder anteilige Einkommensteuer, die jeweils um ein Vielfaches höher sind, von einer in monetärer Sicht „untergeordneten Rolle“, die der Hundesteuer bei den Kommunalfinanzen spielt. Dennoch sei sie nicht ganz unwichtig. Der Kämmerer hebt dabei auch auf die Hinterlassenschaften der Vierbeiner ab, um dessen Beseitigung trotz vielfacher Appelle und zahlreicher Maßnahmen wie die Bereitstellung von Kotbeuteln sich manch Herrchen (oder Frauchen) mitnichten kümmere. Die dann vielfach gehörte Meinung, wonach man ja schließlich Hundesteuer bezahle, lässt Meyer nicht gelten. „Steuern sind Abgaben ohne direkte Gegenleistung“, appelliert er an die Hundehalter, sich ihrer Verantwortung zu stellen.

Die gilt indes nicht nur für die Beseitigung von Verschmutzungen, sondern äußert sich auch in der Pflicht, Steuern für den Hund zu zahlen. Meyers Bitte: „Melden Sie ihren Hund an, wenn Sie es bislang noch nicht getan haben.“ Dass dieser Appell durchaus berechtigt ist, zeigt das Ergebnis von Hundezählungen aus der Vergangenheit: 2004 deckten Kontrolleure, die im Auftrag der Stadt an den Haustüren der Haushalte in Steinfurt klingelten, 600 unangemeldete Hunde auf, vor drei Jahren waren es wiederum 300.

Aktuell kostet die Haltung eines Hundes in Steinfurt 96 Euro im Jahr, bei deren zwei sind es 108. Wesentlich teurer kommt es, ist der Vierbeiner als „gefährlich“ eingestuft: Gehört er beispielsweise zur Rasse Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Rottweiler, American Bulldog oder Bullterrier, sind 576 Euro fällig. Aktuell gibt es 2964 gemeldete Hundebesitzer in Steinfurt, fast 80 Prozent von ihnen halten einen Vierbeiner. Nur in 17 Fällen sind diese als gefährlich aufgrund ihrer Rasse oder qua amtstierärztlicher Untersuchung eingestuft. „Es waren früher sogar immer unter zehn“, sagt Meyer. Auch in dieser Hinsicht hat Corona Veränderungen herbeigeführt.

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