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Schützen aus Steinfurt ziehen Bilanz zu ihren Hilfsaktionen für die Flutopfer

„Richtig was geschafft“

Borghorst

Die Schützen haben gezeigt, wie Solidarität funktioniert. Jetzt haben die Vereine, die Flutopfer-Hilfsaktionen gestartet hatten, eine erste Bilanz gezogen. Und die fiel überall sehr positiv aus.

Von Axel Rollund

Eine starke Mannschaft: Mit über 30 Helfern waren auf Anregung der Patrioten-Schützen am Samstag Helfer aus Steinfurt in den Hochwassergebieten, um beim Entkernen der zerstörten Häuser zu helfen. Foto:

Florian Kleymann und Kai Laukemper sind sich einig: Die Steinfurter sind der helle Wahnsinn. Der Vorsitzende der Patrioten-Schützen kann nach dem eintägigen Arbeitseinsatz in Dernau und Ahrweiler zufrieden feststellen: „Wir haben richtig was geschafft.“ Und sein Kollege von den Prinzen blickt auf einen Kontostand von 20 000 Euro, die jetzt im Hochwassergebiet möglichst schnell dort helfen sollen, wo sie am meisten gebraucht werden.

Florian Kleymann ist von den Bildern, die er am Samstag gesehen hat, immer noch gefangen. „Wir haben in einem Hotel gearbeitet, das bis zum zweiten Stock komplett im Wasser stand“, erzählt der Pajotten-Chef. So war das Entkernen das Gebot der Stunde. Mit über 30 Helfern waren die Steinfurter im Bus nach Ahrweiler gefahren. Nach dem siebenstündigen Einsatz mit Boschhammer, Dampfstrahler und Schaufel ging es am Abend geschafft, aber zufrieden wieder zurück nach Hause.

Was Florian Kleymann besonders freut: „Es waren nicht nur Patrioten mit an Bord, sondern Mitglieder auch aus vielen anderen Schützengesellschaften.“ Beeindruckt hat die Steinfurter, dass in Ahrweiler und Dernau sehr viele Aktivitäten durch die private Hand organisiert werden. Florian Kleymann: „Außerdem wird viel durch Spendengelder möglich gemacht.“ Inklusive des warmen Eintopfs und des kalten Biers, die es zum Abschied an der Sammelstelle für die Helfer gegeben hat. Ohne Spenden wäre die Fahrt in das Flutgebiet auch kaum möglich gewesen. Der Bus kam kostenlos von Frie, ein Kleintransporter von Stücken und Dopp. Bis zu den Handschuhen wurden viele Materialien von Steinfurter Firmen zur Verfügung gestellt.

Die Patrioten überlegen jetzt, ob sie so eine Aktion noch einmal wiederholen. Gebraucht werden Helfer wohl noch bis tief in den Herbst hinein. Auch wenn immer wieder Falschmeldungen verbreitet werden, dass mittlerweile auf private Hilfe verzichtet werden könne.

Wie Carsten Blanke von den Prinzen-Schützen berichtet, laufen jetzt die Planungen, wie die gesammelten 20 000 Euro am besten im Flutgebiet eingesetzt werden können. Vorsitzender Kai Laukemper hätte sich nie träumen lassen, dass durch Preisknobeln, Wochenmarktstände, Schrottaktion und Spendenaufrufe ein so hoher Betrag zusammenkommt. Für den Prinzen der Beweis, dass „uns nicht egal ist, was mit unseren Mitmenschen ist und in welcher Lage sie sich befinden“.

Fest steht schon mal, dass die Junggesellenschützen in Ahrweiler einen Teil des Geldes für den Wiederaufbau ihres zerstörten Museums erhalten. Wo der Rest des Geldes hingeht, wollen die Prinzen unter anderem durch einen weiteren Besuch vor Ort klären, wie Carsten Blanke auf Anfrage sagte. Dazu fand am gestrigen Abend ein erstes Treffen der Prinzen-Verantwortlichen statt. Carsten Blanke: „Das Geld wird in die richtigen Kanäle gehen. Da können sich die Spender drauf verlassen.“

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