1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Steinfurt
  6. >
  7. Rotmann-Quartier nimmt Formen an

  8. >

Besuch auf Burgsteinfurts größter Baustelle

Rotmann-Quartier nimmt Formen an

BurgSteinfurt

Seit März haben die Handwerker das Sagen an der Ochtruper Straße: Auf Burgsteinfurts größter Baustelle entsteht neuer, hochwertiger Wohnraum. Die denkmalgeschützte ehemalige Tabakfabrik Rotmann wird saniert, Neubauten entstehen. Nach gut einem halben Jahr gibt es sichtbare Fortschritte. Ein Baustellenbesuch.

Von Ralph Schippersund

Zeigen sich mit dem Baufortschritt beim Rotmann-Projekt zufrieden: Investor Max Schulte (r.) und Bauleiter Frank Sauermilch. Foto: rs

Um Viertel vor eins ist sie irgendwann nach der letzten Schicht stehen geblieben, die Uhr am Giebel des Remisengebäudes der alten Tabakfabrik Rotmann. Symbol für den Stillstand, der auf dem Areal an der Ochtruper Straße lange herrschte. Seit März ist das diametral anders: Mit dem Beginn des ersten Bauabschnitts für „Rotmanns Quartier“ haben die Handwerker das Regiment übernommen. Die Fassadenverkleidung des Südostflügels mit den zahlreichen Firmenplakaten und die vor dem Haus geparkten Baufahrzeuge lassen die Geschäftigkeit schon von der Straße aus erahnen.

„Wir liegen gut in der Zeit“, sagt Max Schulte auf die Frage, wie es vorangeht mit dem Projekt. Nach sich auf rund anderthalb Jahre summierenden Verzögerungen, bedingt teils durch die Pandemie beziehungsweise deren Auswirkungen auf die Bauwirtschaft, aber auch durch die unerwartet notwendig gewordene aufwendige Sanierung des vom Hausschwamm befallenden Südostflügels, ist der Investor aus Münster froh, dass mittlerweile sichtbare Fortschritte erzielt werden konnten.

Sowohl was die Sanierung der beiden Altgebäude als auch die beiden Neubauten inklusive der Tiefgarage anbelangt, geht es Schlag auf Schlag. „Die Arbeiten laufen parallel“, sagt Frank Sauermilch. Der Mitarbeiter der Firma GF Consulting aus Münster hat als Bauleiter das große Ganze im Blick. Insgesamt werden 69 Wohnungen in Rotmanns Quartier entstehen, die Tiefgarage mit Zufahrt hinter dem früheren Remisengebäude hält 62 Stellplätze bereit. Mit dem Stand der Vermietung ist Investor Schulte zufrieden. In einigen Bauabschnitten sei schon mehr als 50 Prozent des zur Verfügung stehenden Wohnraums an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht. Die weitaus meisten Interessenten stammen aus Steinfurt selbst oder kehren von auswärts in ihre Heimat zurück, berichtet der Münsteraner, der einen unmittelbaren Bezug zur Immobilie hat: Seine Großmutter arbeitete einst dort. Das Klientel? „Die meisten weisen einen Rentenbescheid vor, Gehaltsabrechnungen sind seltener“, berichtet Schulte.

In den Altbauten – bis auf das Bildungsinstitut sind auch im Nordwestflügel sämtliche Mieter inzwischen ausgezogen – haben derzeit vor allem die Trockenbauer das Sagen. „Das ist das mit Abstand aufwendigste Gewerk“, bemerkt Schulte mit Hinweis auf die zahlreichen Auflagen bezüglich Brand- oder Schallschutz. Gleich danach aber käme die Aufarbeitung der Außenfassaden des denkmalgeschützten Ensembles aus der Gründerzeit. „Wir sind froh, dass wir für die Sanierung kompetente Spezialfirmen aus der Umgebung gefunden haben“, sagt der Investor.

Rein äußerlich gesehen tut sich am meisten im hinteren Teil des Areals zum Wohngebiet Spinnerei Rolinck hin. Dort sind die Mitarbeiter des als Generalunternehmen mit der Erstellung der Tiefgarage und der beiden Neubauten beauftragten Bauunternehmens Arning dabei, die Wände für das Erdgeschoss hochzuziehen. Ende 2022 sollen die Gebäude schlüsselfertig übergeben werden, so lautet die vertragliche Vereinbarung.

Nach wie vor noch nicht aufgegeben hat Schulte seinen Plan, in der ehemaligen Maschinenhalle eine Gastronomie unterzubringen. Dafür muss er zusätzliche Stellplätze vorweisen. Die Abstimmungsgespräche mit der Stadt laufen, gestalten sich aber nicht immer ganz einfach, berichtet der als Steuerberater tätige 32-Jährige von seinen Erfahrungen. Falls es zu keiner Lösung kommen sollte, hat er noch einen Plan B: die Vermietung der Räumlichkeiten an einen Galeristen.

Schließlich plant der Investor, der Historie des Hauses Reverenz zu erweisen und im ehemaligen Atelier von Künstler Heinrich von den Driesch ein kleines Museum einzurichten, das an die Hochzeit der Tabakverarbeitung in Burgsteinfurt erinnern soll. Bis dahin aber wird noch manche Mauer gezogen und viel Schweiß der Bauarbeiter fließen auf Burgsteinfurts aktuell größter Baustelle. Die Zeit des Stillstands, sie ist vorbei.

Startseite