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Partnergemeinde San Antonio Abad blickt auf schweres Jahr zurück

San Salvador im Ausnahmezustand

Steinfurt

Statt dass ein Stück Normalität nach der Corona-Pandemie einzog, spitzte sich die politische und wirtschaftliche Lage in San Salvador in diesem Jahr zu. Der Freundeskreises San Antonio Abad schaut deshalb mit Sorgen in die Partnergemeinde von St. Nikomedes.

Auch in El Salvador seien die Preise für Lebensmittel extrem gestiegen, was die Menschen dort vor zusätzliche Probleme stelle, berichtet der Freundeskreises San Antonio Abad. Foto: privat

Wie in den vergangenen Jahren richten sich auch Ende 2022 die Blicke sorgenvoll nach Mittelamerika: „Die Freunde in der Partnergemeinde von St. Nikomedes in El Salvador hatten vor einem Jahr noch gehofft, dass die Überwindung der Corona-Pandemie in Sicht und damit wieder eine Rückkehr in die Normalität möglich sein könnte“, heißt es in einer Pressemitteilung des Freundeskreises San Antonio Abad. Aber als im März die Bandengewalt im Land aufgeflammt sei und es an einem einzigen Tag 87 Morde gegeben habe, verhängte die Regierung den Ausnahmezustand – der bis heute immer wieder verlängert werde.

Polizei und Armee hätten so Zugriffsrechte, und viele junge Menschen seien seitdem ohne Haftbefehl festgenommen und in Gefängnisse gesteckt worden. Schätzungen gingen davon aus, dass in den vergangenen achteinhalb Monaten in El Salvador etwa jeder zehnte Mann zwischen 15 und 25 Jahren ohne Haftbefehl festgenommen wurde. Kritische Stimmen gegen den zunehmend diktatorischen Kurs des Präsidenten Bukele würden verfolgt.

Wirtschaftliche Zukunft ungewiss

Neben der kritischen Gewalt- und Menschenrechtssituation sei auch die wirtschaftliche Zukunft des Landes ungewiss: Im September 2021 hatte der Präsident den Bitcoin als Staatswährung eingeführt – mit dem Verfall der Kryptowährung im laufenden Jahr seien auch die Staatsfinanzen insgesamt unsicher. Im Januar müsse das Land Schulden beim Internationalen Währungsfonds von mehr als 660 Millionen Dollar begleichen, und manche Experten befürchteten den Staatsbankrott, berichtet der Freundeskreis. „So sehen sich die Menschen in der Partnergemeinde als Spielball der Politik, und besonders die Armen haben diesen Entwicklungen nichts entgegenzusetzen.“

Die extreme Verteuerung von Lebensmitteln wie hierzulande habe sie in diesem Jahr vor zusätzliche Probleme gestellt. „Schon das ganze Jahr hoffen wir gemeinsam mit den Freunden in El Salvador auf bessere Nachrichten, aber es gibt dafür keine Perspektive“, berichtet Annika Koke vom Freundeskreis Partnergemeinde San Antonio Abad.

So werden der Betrieb der Clinica und die Unterstützung aus Deutschland immer wichtiger. Die Gesundheitsstation mit Arztsprechstunde sei für viele der 70 000 Menschen in der Partnergemeinde die einzige Anlaufstelle, die sie sich im Krankheitsfall leisten können. Der Freundeskreis freue sich über Spenden für die Clinica: Das Spendenkonto bei der Zentralrendantur Steinfurt hat die IBAN DE22 4006 0265 0003 8990 01, Verwendungszweck „Clinica“.

Weihnachtssingen und Beisammensein für guten Zweck

Am 30. Dezember (Freitag) um 17 Uhr lädt der Freundeskreis gemeinsam mit dem Kirchenchor St. Johannes Nepomuk zum gemeinsamen Weihnachtssingen in die St.-Johannes-Nepomuk-Kirche ein und anschließend zum gemütlichen Beisammensein im Nepomuk-Forum zugunsten der Clinica.

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