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Vortrag bei Steamwork über „Digitale Sicherheit in Unternehmen“

Selbstverteidigung üben

Steinfurt

Arbnor Memeti ist Berater für Digitale Sicherheit im Kompetenzzentrum für Cybersicherheit in der Wirtschaft Nordrhein-Westfalens. Er war jetzt in Steinfurt zu Gast. Jede könne etwas zur digitale Sicherheit tun - und müsse es auch.

Arbnor Memeti (r.) fand bei seinen Ausführungen zur Cybersicherheit ein aufmerksames Steamwork-Publikum.

Durch Cyberattacken entständ der deutschen Wirtschaft jährlich ein Gesamtschaden von mehr als 200 Milliarden Euro, sagte Arbnor Memeti in einer Runde des Unternehmernetzwerks „Steamwork“. Memeti ist Berater für Digitale Sicherheit im Kompetenzzentrum für Cybersicherheit in der Wirtschaft Nordrhein-Westfalens, kurz „Digital.Sicher.NRW“. Die Beratungsangebote des gemeinnützigen Kompetenzzentrums sind für Unternehmen aus NRW kostenfrei.

Teilnehmer des „Steamwork“, einer Kooperation der Volkshochschule Steinfurt und Firmen aus dem Kreis Steinfurt, trafen sich in der Nikomedesschule Borghorst zum Netzwerken – zunächst im kleinen Restaurantbereich des so genannten „Tatort Küche“ der Volkshochschule, anschließend zum Impulsvortrag „Digitale Sicherheit für Unternehmen“ im Seminarraum. Die Moderation übernahm Dr. Barbara Herrmann, Direktorin des Kulturforums Steinfurt.

Neun von zehn Unternehmen betroffen

Neun von zehn Unternehmen seien 2021/2022 in unterschiedlichem Ausmaß von Hackerangriffen betroffen gewesen. „Jedes zehnte Unternehmen sieht seine geschäftliche Existenz durch Cyberangriffe bedroht“, wird Experte Memeti im Pressetext zitiert. So sei die Zeit für digitale Selbstverteidigung gekommen. Die gute Nachricht: Jeder könne zur Sicherung seines Computers schon selbst viel tun, darüber hinaus bestehe die Möglichkeit, Unternehmen für IT-Sicherheit hinzuzuziehen.

Der Fachmann gab Beispiele für Bedrohungen aus dem Netz. Beim „Spear Pishing“ würden durch gezielte Angriffe auf den Internet-Arbeitsplatz einzelner Mitarbeiter geheime Daten entlockt. Als „Evil Maid Attack“ bezeichneten IT-Experten Angriffe auf einen unbeaufsichtigten Computer, um zu einem späteren Zeitpunkt auf die Daten oder direkt auf das Gerät zugreifen zu können. Empfehlenswert sei, den Rechner zu sperren, solange er nicht genutzt wird.

Laptop: Schulterblick gefährlich

„Visual Hacking“ sei besonders im Zeitalter verstärkter Laptop-Nutzung ein Thema. Dabei schaut jemand dem Nutzer an jedem beliebigen Ort unbemerkt über die Schulter, um auf dem Monitor angezeigte Daten zu „erbeuten“. Beim „Ceo Fraud“ werde eine Person von Unbekannten unter Angabe falscher Identitäten dazu veranlasst, Geld zu überweisen. „Ransomware“ sei besonders übel, weil Schadprogramme zur Lösegelderpressung in Computersysteme eingeschleust werden. In der Regel gehe diese kriminelle Praxis mit dem vorherigen Abfluss aller Daten einher.

„Kein Unternehmen ist zu jung, zu klein, zu unbedeutend oder zu unattraktiv, um nicht angegriffen zu werden“, betonte der Referent. Die „Top 5“ digitaler Sicherheit lauteten: Kompetente Antivirusprogramme und Spamfilter, sichere Identitäten, regelmäßige Updates und Mitarbeiterschulungen.

Für Windows-Nutzer biete sich der „Windows Defender“ an, den Memeti als „ordentliches Anti-Viren-Programm“ bezeichnete. Es könnten auch alternative Programme installiert werden. Dabei sollte auf entsprechende Funktionalität, wie die Möglichkeit vollständiger Scans von kompletten Geräten oder auf einen integrierten Internetschutz geachtet werden.

Passwörter besser machen

Starke Aufmerksamkeit sei dem Thema „Passwörter“ zu widmen. Einfach nur die Variante„123456“ zu wählen sei eine schlechte Idee. Unter anderem sei Komplexität gut, die Länge sollte mindestens zwölf Zeichen betragen, außerdem sollte man Passwörter niemals wiederverwenden oder weitergeben. Software müsse durch Updates stets auf dem neusten Stand gehalten werden, ansonsten drohten Sicherheitslücken. Um auf Daten auch nach Verlust noch zugreifen zu können seien kontinuierliche „Backups“, Sicherheitskopien, empfehlenswert.

Unter dem Titel „MID-Digitale Sicherheit“ hat das Land NRW ein Programm aufgelegt, das auch kleinen und mittleren Unternehmen Möglichkeiten biete, digitale Sicherheitsmaßnahmen finanziell fördern zu lassen.

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