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NRW-Landtagspräsident André Kuper rät zur Bewerbung als Laga-Stadt

„Sie sollten es tun“

Steinfurt

Bei solchen Aussichten wollen die Politiker nicht nein sagen: Kommt die Laga nach Steinfurt, wird das Land ein wahres Füllhorn von Förderungen über der Kreisstadt ausgießen. So war es zumindest im Fall von Rietberg, einer Stadt im Ostwestfälischen. Der ehemalige Bürgermeister und jetzige Präsident des NRW-Landtags, André Kuper, erzählte am Donnerstag von seinen Erfahrungen.

Von Axel Roll

Nach seinem Plädoyer für eine Laga-Bewerbung trug sich NRW-Landtagspräsident André Kuper ins Goldene Buch der Stadt ein. Karl Jänike (kl. Bild) hatte zuvor über die Verfahrensschritte referiert. Foto: Axel Roll

André Kuper würde es immer wieder tun. „Sofort.“ Bei den Zahlen, die der ehemalige Bürgermeister von Rietberg und heutige Präsident des Landtages von Nordrhein-Westfalen den Mitgliedern des Rates am Donnerstag präsentierte, ist das kein Wunder: Über eine Million Besucher kamen 2008 in das ostwestfälische Städtchen mit seinen schönen Fachwerkhäusern. Drei Millionen Euro blieben am Ende in der Kasse. Und nicht zu vergessen: Städtebaulich kam Rietberg richtig weit voran, die Bürger entwickelten ein Wir-Gefühl, das bis heute nicht verloren gegangen ist – und der 30 000-Seelen-Ort war ein Jahr lang nicht nur NRW-weit in aller Munde.

Es war nicht die gute Fee, die den Rietbergern all diese Wünsche erfüllte, sondern die Landesgartenschau 2008. André Kuper hatte damals die Bewerbung als Bürgermeister maßgeblich mitverantwortet. Seinen Erfahrungsbericht, den er auf Einladung von Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer und Vermittlung von CDU-Landtagsabgeordneter Christina Schulze Föcking vor dem Stadtparlament hielt, schloss der Landtagspräsident mit dem Satz: „Sie sollten es tun.“

Gemeint war die Bewerbung Steinfurts als Standort für die Landesgartenschau 2029. Noch viel Zeit bis dahin – nur auf den ersten Blick. Denn die Bewerbungsmappe muss bis März 2024 beim zuständigen Landesministerium vorliegen. Angestoßen hatte die Idee SPD-Fraktionschef Alfred Voges schon vor drei Jahren. Inzwischen haben nicht nur die Verwaltung, sondern auch das Fürstenhaus und SMarT sowie weitere städtische Institutionen signalisiert, mitmachen zu wollen.

Und auch aus dem Rat gab es am Donnerstag keine Gegenrede. Zu verlockend waren offensichtlich die Aussichten auf eine „ungeahnte Beschleunigung“ für die Realisierung von Stadtentwicklungsprojekten, „Identitätsstärkung“ und „Aufbruchstimmung“, „Motor für die Wirtschaftsförderung“ und weitere wohlklingende Verheißungen, zu denen kein Politiker nein sagen kann. Auch die Aussichten auf ein neues Hotel dürfte den Zuhörern in der Gymnasium-Mensa gefallen haben.

Was konkret für eine Bewerbung als Laga-Stadt alles zu tun ist, das machte Karl Jänike, als Geschäftsführer des Vereins Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau und Landespflege ein echter Experte, den Ratsmitgliedern deutlich. Die Erkenntnis am Ende: So eine Bewerbung macht sich nicht von alleine, aber: „Es lohnt sich.“ Bislang sei jede Laga einzigartig gewesen. „Aber alle waren ein Erfolg.“ Egal, wie viele Gäste jedes Mal über das Gelände schlenderten. Einmal waren es nur 300 000, das andere Mal über eine Million.

In Sachen Stadtplanung skizzierte Jänike einen für die Kommunen angenehmen Mitnahmeeffekt: Wenn im Rathaus Projektplanungen in der Schublade liegen, die nicht unbedingt im Zusammenhang mit der Landesgartenschau stehen, aber durchaus in das Konzept hineinpassen, stehen die Chancen sehr gut, dass diese vom Land ebenfalls gefördert werden.

Ein wesentlicher Faktor, das machten Karl Jänike wie André Kuper deutlich, ist die Begeisterung der Bevölkerung für eine Landesgartenschau. Schon beim Besuch der Bewerbungskommission „sollten die Bürger mit wehenden Fahnen am Straßenrand stehen“, betonte der LAGL-Geschäftsführer. André Kuper ist damals in Rietberg bei allen Vereinen gewesen und hat gefragt: „Macht Ihr mit?“ Am Ende wollten alle. Mit dem Ergebnis, das rund 2500 Ehrenamtliche sich direkt für die Laga ins Zeug gelegt haben.

Stellvertretender Bürgermeister Hans Günter Hahn entdeckte spontan große Ähnlichkeiten zwischen Steinfurt und Rietberg. Zum Beispiel eine mehr als ansehnliche Altstadt. Und auch Alfred Voges konnte Steinfurt in Rietberg wiederfinden. Hahn gestand, dass er bislang noch nicht durch die ostwestfälische Stadt gekommen sei. „Das wird sich aber ändern.“

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