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Premiere der Musical Company Steinfurt

St. Paulis heißeste Ecke in Steinfurt

Steinfurt

Die Musical Company Steinfurt hat am Freitag eine gelungene Premiere mit ihrer St.-Pauli-Produktion gefeiert. Es geht schrill und bunt zu in der „Heißen Ecke“.

Von Rainer Nix

Viel Action, Tanz und manchmal auch Melancholie, sind mit dem St.-Pauli-Musical „Heiße Ecke“ verbunden, das am Freitagabend im Martin-Luther-Haus seine Premiere gefeiert hat. Weitere Vorstellungen der Steinfurter Musical Company werden folgen.. Foto: Rainer Nix

Schräge Typen, schrilles Bühnenbild, packende Revuenummern: Die „Heiße Ecke“ hat alles, um den Alltag ein wenig vergessen zu lassen. „Wir brauchten nach der Corona-Krise ein Stück, das weder tragisch noch traurig ist“, sagte Indra Teepe, Ensemblemitglied der „Musical Company Steinfurt“, vor der Premiere am Freitagabend im Martin-Luther-Haus. 2018 hatte das Ensemble das St.-Pauli-Spektakels unter der Regie von Daniel Lücke erstmals aufgeführt.

Viele humorvolle und frivole Szenen sorgen für eine turbulente und temporeiche Vorstellung, ganz frei von Melancholie ist sie trotzdem nicht. Wo Licht ist, da ist auch Schatten. St. Pauli, die „sündigste Meile der Welt“, laugt seine Typen vom Spieler über Zuhälter, Liebesdienerinnen bis hin zu Schnorrern und Losern aus. Sie träumen von einem anderen, einem besseren Leben. Das steht bei diesem Stück nicht im Vordergrund, wird aber auch nicht vergessen.

Vor allem ist das Szenario um den Imbiss „Heiße Ecke“, eine Art „Magical Mystery Tour“ für das Publikum. Sie ist reich an Überraschungen. Der Mix aus packenden Tanz- und Gesangsnummern und nachdenklich stimmenden Passagen machte Spaß. Den Darstellern wiederum war die Spielfreude deutlich anzumerken.

Bei der Premiere war nicht jeder Platz im Saal des Luther-Hauses besetzt. Das war beabsichtigt. Coronabedingt - nein, die Normalität ist noch nicht ganz zurückgekehrt - ist das Kontingent an Sitzmöglichkeiten nicht komplett ausgeschöpft worden.

Margot und Hannelore, die Damen vom Grill, sind resolute Naturen, die sich von den bunten Vögeln vor dem Tresen nichts vormachen lassen. Jeder hat seine eigene Geschichte, ob es nun Mickey mit seinen Freunden Frankie und Pitter ist, der Hehler Henning, Gloria, der Transvestit oder die Bordsteinschwalben Nadja, Natascha, Sylvie und Martina. Ein echter Brüller war der Auftritt eines als Phallus verkleideten Schauspielers, der durch die Reihen schlurfte und vom Publikum auf die Bühne gehievt werden musste.

Straßenmusiker Jimmy, immer die Gitarre unter Arm und eine Flasche Alkohol in der Hand, will sein Essen mit Gesang bezahlen, doch das finden die Damen vom Grill nicht so prickelnd. Lisa hat kein Glück mit ihrem Lover und stets das Handy am Ohr, über das sie herzzerreißende Gespräche führt. Hannelore singt „Die Liebe kommt, die Liebe geht und nichts hält sie fest.“ Ein Stück Lebensweisheit in einem Milieu, wo alles käuflich ist. Doch eines steht gänzlich außer Zweifel: Die Currywürste der „Heißen Ecke“ sind die Besten auf St. Pauli.

Weitere Shows laufen am Donnerstag und Freitag (19. und 20. August), jeweils um 20 Uhr im Martin-Luther-Haus, Wettringer Straße 10.  

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