1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Steinfurt
  6. >
  7. Stadt-Gesellschaft gegen die Wohnungsnot

  8. >

Antrag der SPD-Fraktion

Stadt-Gesellschaft gegen die Wohnungsnot

Steinfurt

Die Idee ist nicht neu. Jetzt zeichnet sich in der Politik aber eine Mehrheit ab, mit der sich die Gründung einer „Kommunalen Gesellschaft für Stadtentwicklung“, wie die SPD sie in einem Antrag nennt, auch realisieren ließe. Grundstücke für Wohnungsbau und Gewerbe kaufen, preiswerte Wohnungen selber bauen oder alte sanieren, die Innenstädte durch bauliche Maßnahmen aufmöbeln – das alles und noch viel mehr könnte so eine Gesellschaft leisten. Der Bauausschuss wird in seiner Sitzung am Donnerstag über den Antrag beraten.

Axel Roll

Foto: Jens Büttner, dpa

„Die Verwaltung soll eine Vorlage erstellen, in der sie auflistet, welche Aufgaben so eine Gesellschaft übernehmen könnte“, erläuterte SPD-Fraktionschef Alfred Voges auf Anfrage. „Wenn, dann müssen wir jetzt so einen Gesellschaft gründen“, ist Voges überzeugt. Der Druck auf dem Wohnungsmarkt sei enorm. In Steinfurt ständen 250 Bauwillige für ein Grundstück auf der Matte, der Ruf nach bezahlbarem Wohnraum werde auch auf dem Land immer lauter.

Dem Sozialdemokraten ist es dabei wichtig, dass die Stadt selbst in der Lage ist zu handeln – und nicht nur von Investoren abhängig ist. „Diese zusätzlichen Aufgaben kann eine Verwaltung aber nicht schultern“, weiß der Fraktionsvorsitzende. Darum die Gesellschaft, die auch auf externem Sachverstand bauen solle.

Voges will aufs Gaspedal treten. „Die Vorbereitungen zur Fachberatung, die finanziellen Voraussetzungen und Zeitplanung werden in diesem Jahr umgehend gestartet“, heißt im Antrag der Fraktion. Sie erwartet zusätzlich, dass die Verwaltung in ihrer Expertise die Vor- und Nachteile so einer Gesellschaft gegenüberstellt.

Der Fraktionschef ist optimistisch, dass so ein Entwicklungs-Modell gut funktionieren kann. „Wir haben uns in anderen Kommunen umgeschaut“, so Alfred Voges. Und dabei viele positive Beispiele gefunden.

Voges weist in seinem Antrag darauf hin, dass die CDU diese Idee vor zwei Jahren in die politische Diskussion gebracht hat. Die Christdemokraten hatten im Rahmen der Haushaltsplanberatungen 2019 eine Stadtentwicklungsgesellschaft gefordert. CDU-Fraktionschef Norbert Kerkhoff hatte schon damals darauf hingewiesen, dass viel zu wenig Baugrundstücke zur Verfügung gestellt würden. Auch Flächen zur Gewerbeansiedlung würden „dringend benötigt“, wie es in dem damaligen Antrag heißt. Die CDU legt Wert auf Sachverstand, der von außerhalb der Verwaltung kommt. Das Gesellschafts-Konstrukt könne sich an der Stein-GmbH der Stadtwerke anlehnen, war die Idee von vor zwei Jahren.

Startseite