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Jahreshauptversammlung

Haus- und Grundeigentümervereins für Steinfurt und Umgebung: Stagnation auf hohem Niveau

Steinfurt

Die Lage auf dem Immobilien- und Wohnungsmarkt verändert sich. Die Auswirkungen von Krieg, Energiekrise und Inflation beschäftigen auch den Haus- und Grundeigentümerverein, der im Bagno seine Jahreshauptversammlung abgehalten hat.

Gut gefüllt war der Saal des Restaurants „Terra Nossa“ im Golfclub im Bagno, wo der Haus- und Grundeigentümerverein für Steinfurt und Umgebung am Donnerstagabend seine Jahreshauptversammlung abgehalten hat. Aktuell zählen 535 Mitglieder der Interessenvertretung an.Eva Daldrop (Mitte), Vorsitzende des Haus- und Grundeigentümervereins, mit Kassiererin Anke Mandrella und Schriftführer Tim Scheipers. Sascha Weppelmann (l.) und Dr. Oliver Altenhövel. Foto: Drunkenmölle

Corona, Krieg, Energieknappheit, Inflation. Die weltweiten Krisen wirken sich bis in ländliche Regionen auch auf die Immobilien- und Wohnungsmärkte aus. Steinfurt bildet da keine Ausnahme. „Die Folgen sind auch bei uns spürbar.“ Das hat Vorsitzende Eva Daldrup den Mitgliedern des Haus- und Grundeigentümervereins am Donnerstagabend anschaulich vor Augen geführt.

Die Regularien waren im gut besuchten Saal des Restaurants „Terra Nossa“ im Golfclub Münsterland schnell abgehakt. Daldrop berichtete von stabiler Mitgliederentwicklung (aktuell: 535), Kassenwartin Anke Mandrella von nahezu ausgeglichenen Ein- und Ausgaben. Beratungsbedarf gab es nicht. Die Entlastung des Vorstands war damit reine Formsache und abgehakt. Das Beratungsangebot der Haus & Grund-Geschäftsstelle in der Wasserstraße 11 in Burgsteinfurt werde gut angenommen. Die Anbindung an die Anwaltskanzlei zahle sich aus. Die Wege seien kurz. Entsprechend schnell könne Hilfe geleistet werden, warb Daldrop für eine Mitgliedschaft im Verein.

Was den Immobilienmarkt vor Ort betrifft, so zeigte Daldrop auf, dass der Abschluss von Kaufverträgen deutlicher als in der Vergangenheit zurückgegangen sei. Angebote seien knapp. Preise und Zinsen würden immer höher steigen. Die Beträge, die für Grundschulden aufgenommen werden, seien enorm gestiegen. Das ist, so Daldrop, auch für Steinfurt „eine unglaubliche Entwicklung“.

„Droht die Immobilienblase zu platzen? Nein, bislang nicht“, ist Daldrops Eindruck. Sie sprach von „Stagnation auf hohem Niveau“. Grund zur Panik bestehe nicht. Aber, so schränkte die Rechtsanwältin und Notarin mit Blick auf die rasante Zinsentwicklung bei Krediten ein, die Flucht ins sogenannte Beton-Gold sei kein Allheilmittel, der Inflation ein Schnippchen zu schlagen.

Beiratsmitglied und Rechtsanwalt Sascha Weppelmann, Schwerpunkt Miet- und Wohnungseigentumsrecht, fügte Beispiele aus seiner Beratungspraxis an. Energie- und Nebenkosten zu ermitteln, werde für Vermieter immer schwieriger. Häufige Fragen würden auch zu Mietpreisen und Möglichkeiten, die Miete anzuheben, gestellt. Orientierung könne der Mietspiegel geben. Der ist in Steinfurt allerdings 2015 das letzte Mal aktualisiert worden. Die Werte seien überholt. Auf Weppelmanns Nachfrage sei ihm im Rathaus erklärt worden, dass eine Veröffentlichung fürs nächste Jahr geplant sei. Weppelmann hat Zweifel, ob der Termin gehalten wird: „Ich bin da aber eher verhalten optimistisch.“ Und noch ein Hinweis zum Schluss: Beratung zur Grundsteuerreform könne der Haus- und Grundeigentümerverein aufgrund des Umfangs nicht leisten. Da seien die Steuerberater die richtigen Ansprechpartner, wenn Hilfe benötigt werde.

Hilfen, bei der Entscheidung, die Sicherheit zu haben, im Alter im eigenen Haus wohnen zu bleiben und den Ruhestand genießen zu können, hatte Dr. Oliver Altenhövel zu Beginn des Abends angeboten. Der Geschäftsführer der Volksbank Immobilien Münsterland-Gesellschaft zeigte den Haus & Grund-Mitgliedern verschiedene zeitgemäße Möglichkeiten auf, ihre Verhältnisse auf ihre Lebenssituation abzustimmen, ohne Lebensqualität einbüßen zu müssen. Altenhövel zeigte Vor- und Nachteile von „Verkauf und Neustart“, von „Verkauf und Zurückmietung“, von „Immobilienverrentung“ und von „Immobilienteilverkauf“ auf. Das letzte Modell werde aktuell sehr stark nachgefragt. Der Experte riet seinen Zuhörern, sorgfältig abzuwägen, welchen Preis sie für sicheres und dauerhaftes Wohnen und gleichzeitig flexible Gestaltungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten zahlen wollen. Es habe sich bewährt, die Familie mit ins Boot zu holen. Wie auch immer die Entscheidung ausfalle, sie müsse immer auch rechtlich abgesichert werden. Fallstricke gebe es genug. Altenhövels Tipp am Ende seines Vortrags: „Nutzen Sie Ihr Vermögen sinnvoll. Und sparen sie nicht bis zum Ende.“

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