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Schwerer Raub: Psychiatrischer Gutachter im Zeugenstand

Straftaten immer im Rausch

Steinfurt/Münster

Der psychiatrische Gutachter hält eine Therapie für den den 33-jährigen Steinfurter, der sich wegen schweren Raubes vor dem Landgericht verantworten muss, für sinnvoll. Um sein Leben zu stabilisieren, hält der Arzt aber noch weitere Maßnahmen für notwendig.

Von Klaus Möllers

Im Fall des angeklagten Steinfurters, dem am Landgericht Münster besonders schwerer Raub vorgeworfen wird (wir berichteten), hat sich am Donnerstag noch einmal der psychiatrische Gutachter zu Auswirkungen des Drogen- und Alkoholkonsums des 33-Jährigen geäußert.

Für das Gericht ging es auch um die Frage, ob bei dem Angeklagten, der im Dezember einen 54-Jährigen in dessen Wohnung mit einer Flasche geschlagen, ihn getreten und anschließend um 3200 Euro beklaut haben soll, ein „Hang“ zu Suchtmitteln bestehe und deshalb eine Zwangsunterbringung infrage kommt.

Der Psychiater erklärte zur Rückfallwahrscheinlichkeit des Mannes, dass er „dissoziales“, also anti-soziales, Verhalten aufweise und dass „psychotrope Substanzen“ bei seinen bisherigen Gewalttaten eine Rolle gespielt hätten, er aber in nüchternem Zustand anscheinend keine Gewalttaten begehe. „Seine Chancen, von einer Therapie zu profitieren, ist greifbar da“, sagte der Arzt. Zugleich sollte sein Leben „günstig beeinflusst werden“, etwa in Form einer Ausbildung und weitere Teile seiner Lebens „geradegezogen werden“.

Vorangegangen war die Verlesung von früheren Gerichtsurteilen gegen den 33-Jährigen. In seinem ehemaligen Wohnort Düsseldorf war der Mann schon ab dem Alter von 19 Jahren belangt worden – zum Beispiel wegen Diebstahls und Körperverletzung. Ein anderes Mal hatte er einen Mann in dessen Wohnung verletzt und bestohlen. Eine weitere Verurteilung betraf einen Übergriff an der Rheinpromenade, wo er einen Mann mit einem Blutalkoholwert von 1,2 Promille zusammengeschlagen und ihm in die Rippen getreten hatte. Bei diesem und einem weiteren Übergriff hatte es offenbar ausgereicht, dass ihm Freundinnen gesagt hatten, dass diese Personen sie schlecht behandelt hätten. Im ersten Fall hatte sich die entsprechende Frau sogar bei der Person, die sie beschuldigte und die dann Opfer wurde, geirrt. Es wurde jemand unschuldiges angegangen.

Am nächsten Verhandlungstag (30. Mai) werden am Landgericht voraussichtlich die Plädoyers gehalten und das Urteil gesprochen.

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