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Ordnungsamt meldet auffällige Verstöße in Steinfurt

Strenge Regeln für Hund und Herrchen

Steinfurt

In Steinfurt häufen sich die Fälle, bei denen Hundehalter ihre als gefährlich eingestuften Tiere nicht im Griff haben. Dabei gibt es strenge Auflagen und Pflichten, die mit der Haltung und dem Umgang dieser Tiere verbunden sind. Das Ordnungsamt will Aufklärung betreiben.

Dirk Drunkenmölle

Für die Haltung und den Umgang mit gefährlichen Hunden gibt es strenge Anforderungen an die Besitzer. Werden sie nicht erfüllt, schreiten die Ordnungsbehörden ein. Foto:

In Steinfurt häufen sich die Fälle, in denen das Ordnungsamt gegen Hundebesitzer eingeschritten ist, die ihre Tiere nicht im Griff haben. Sascha Reusch, zuständiger Mitarbeiter im städtischen Fachdienst für Sicherheit und Ordnung, berichtet von vier Vierbeinern, die allein in den vergangenen Wochen wegen ihrer Unberechenbarkeit und Aggressivität aufgefallen sind. Das ist sogar soweit gegangen, dass die Hunde sichergestellt und ins Tierheim gebracht werden mussten.

„Das ist schon eine bemerkenswerte Entwicklung“, wollen Reusch und seine Chefin, Ordnungsamtsleiterin Susanne Laumann, insbesondere Hundehalter darüber aufklären und dafür sensibilisieren, warum und weshalb es die Vorschriften gibt, die mit der Haltung und dem Umgang der Vierbeiner verbunden sind. Besonders im Fokus steht dabei, was mit sogenannten „gefährlichen Hunden“, „Hunden bestimmter Rassen“ sowie „großen Hunden“, gleichgültig ob sie reinrassig oder gekreuzt worden sind, zu beachten ist. Anzeige- und steuerpflichtig sind sie ohnehin.

Erlaubnispflicht, je nach Einstufung des Hundes

Für „gefährliche Hunde“ ist der Steuersatz drastisch auf 576 Euro im Jahr angehoben worden. Die Steuermarke für den „normalen“ Hund gibt es demgegenüber bereits für 96 Euro jährlich. In Steinfurt sind aktuell rund 1500 „große Hunde“ gemeldet, 13 davon werden als „gefährlich“ eingestuft. Die Stadt geht allerdings von einer nicht unbedeutenden Dunkelziffer aus. Allein im vergangenen Jahr sind aufgrund von externen Kontrollen 140 Hunde neu in Steinfurt angemeldet worden.

Je nachdem, wie der Hund eingestuft wird, ist mit der Haltung eine Erlaubnispflicht verbunden, verweisen Laumann und Reusch auf das Landeshundegesetz in NRW. Erteilt wird die Genehmigung nur dann, wenn eine ganze Latte von Vorgaben erfüllt sind. So muss der Halter unter anderem volljährig sein, eine Sachkundebescheinigung eines Amtstierarztes vorlegen, seine Zuverlässigkeit durch ein Führungszeugnis nachweisen, den Hund ausbruchsicher unterbringen können, eine Tierhaftpflichtversicherung abgeschlossen und den Hund mit einem Mikrochip gekennzeichnet haben. Darüber hinaus müssen die Hunde außerhalb der eigenen vier Wände angeleint sein und dürfen nur mit einem Maulkorb ausgeführt werden. Manchmal ist auch ein Wesenstest fällig. Geprüft wird, wie sich Halter und Hund in verschiedenen Alltagssituationen verhalten, etwa auf Geräusche oder Begegnungen mit anderen Hunden reagieren.

Tierschutzvereine und Stadt helfen bei Fragen

„Es soll niemand geärgert werden. Aber die Gesetze sind gemacht worden, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen“, verweist Reusch darauf, dass Hundehalter nicht nur Verantwortung für ihre Tiere haben, sondern sie auch beweisen müssen. Und er fügt an: „Steinfurt gehört immerhin zu den wenigen Kommunen in NRW, in denen sich die Zahl der Beißvorfälle in Grenzen hält.“

Dennoch sei die Gefahr, die von diesen Tieren ausgehe, nicht zu unterschätzen. Reusch kommt noch einmal auf die jüngsten Fälle zurück, bei denen das Ordnungsamt einschreiten und handeln musste. Und er merkt an, dass es oftmals auch die Halter sind, die die eigentlich friedvollen Vierbeiner zu Kampfhunden erziehen und ausbilden. Forderungen, wonach es in Einzelfällen manchmal besser sei, nicht nur den Hund, sondern auch das Herrchen an die Leine zu legen, seien durchaus nachvollziehbar.

Wer unsicher ist, welcher Hund am besten zu ihm passt, sollte sich beraten lassen, lautet die Empfehlung der Mitarbeiter des Ordnungsamts. Tierschutzvereine seien eine gute Adresse. Bei Fragen zur behördlichen und steuerlichen Einordnung hilft die Stadt weiter. Die wichtigsten Infos darüber, was bei der Hunde-Anmeldung zu beachten und zu tun ist, welche Pflichten und Bestimmungen es gibt, sind in einem Merkblatt aufgeführt. Weitere Auskünfte gibt Sascha Reusch im Rathaus unter Telefon 0 25 52/ 92 53 58 oder per E-Mail an reusch[at]stadt-steinfurt.de.

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