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Steigende Zahlen trotz Pandemie

Unfallstatistik: Steinfurt bleibt heißes Pflaster

Steinfurt

Trotz Lockdowns und Homeoffice: Die Zahl der Verkehrsunfälle in der Kreisstadt hat im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2020 zugenommen. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik hervor, die die Kreispolizeibehörde am Montag veröffentlicht hat.

Von Ralph Schippers

1231 Mal hat es auf den Straßen Borghorsts und Burgsteinfurts im vergangenen Jahr gekracht. Im Bild ein Unfall auf der B 54 im Oktober 2021. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl ist Steinfurt damit kreisweiter Spitzenreiter. Foto: fmf

Trotz Lockdowns und Homeoffice: Die Zahl der Verkehrsunfälle in der Kreisstadt hat im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2020 zugenommen. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik hervor, die die Kreispolizeibehörde am Montag veröffentlicht hat. Konkret krachte es 2021 1231 mal auf den Straßen von Borghorst und Burgsteinfurt. Im Jahr davor registrierte die Polizei noch 1015 Crashs, im Vor-Corona-Jahr 2019 waren es 1083.

Immerhin stieg die Zahl der Unfälle mit Personenschaden im gleichen Zeitraum nur minimal: 121 Fälle in 2021 stehen 120 im Jahr davor gegenüber. 2019 wies die Polizeistatistik noch 149 Unfälle mit Personenschaden aus. Der Trend bei den Verletzten weist indes nach oben: Wie aus dem Zahlenwerk hervorgeht, waren 2021 164 Verletzte bei Verkehrsunfällen zu beklagen, im Jahr davor 145 und 2019 180. Auch bei den bei Unfällen tödlich Verletzten gab es, bezogen auf das Stadtgebiet, eine negative Entwicklung: Zwei Menschen verloren auf den Straßen der Kreisstadt im vergangenen Jahr ihr Leben, 2019 gab es einen Todesfall, in 2020 keinen.

Die Zunahme der Verkehrsunfälle 2021 trotz der Pandemie ist ein regionales Phänomen. Auch im Kreis Steinfurt gab es im vergangenen Jahr eine Zunahme um gut zehn Prozent auf 12.346 Crashs. Negativer Spitzenreiter ist der Bezirk der Wache Emsdetten/Greven. Dort betrug der Anstieg fast 22 Prozent. Im Bereich der Wache Steinfurt/Och­trup hingegen fiel das Plus mit fünf Prozent im Vergleich moderat aus.

Ein Kommunalvergleich der Entwicklung der Unfallzahlen lässt sich über die so genannte Verunglückten-Häufigkeitszahl (VHZ) herstellen. Es handelt sich um einen fiktiven Wert, bei dem die Häufigkeit der Verunglückten auf 100.000 Einwohner hochgerechnet wird. Nachdem sich zwischenzeitlich eine Verbesserung ergeben hatte, hat die Kreisstadt ihren unrühmlichen Spitzenplatz aus 2018 im vergangenen Jahr wiedererlangt. Mit einer VHZ von 482,1 ist Steinfurt gefährlichstes Pflaster kreisweit, gefolgt von Emsdetten (465,8), Greven (461,4) und Rheine (454,4).

Die VHZ-Statistik weist auch unterschiedliche Altersgruppen aus: Die 18 Verkehrsunfallopfer in Steinfurt, die 2021 unter 15 Jahre alt waren, münden in einer entsprechen hohe VHZ von 355,31. Nur in Lengerich war der Wert mit 391,13 noch schlechter. Auch Steinfurter, die 65 Jahre oder älter sind, waren 2021 überdurchschnittlich oft in einen Unfall verwickelt. 25 Mal registrierte die Polizei einen solchen Fall, was sich in einer VHZ von 349,50 niederschlägt. Immerhin befindet sich Steinfurt in dieser Kategorie nicht in der unmittelbaren Spitzengruppe.

Kreisweit bereitet der Polizei die stark ansteigende Zahl von Wildunfällen Kopfzerbrechen. Der Anteil an der Gesamtzahl aller Unfälle betrug 2021 fast ein Viertel. Während die Häufigkeit von Unfällen mit Radfahrern allgemein rückläufig war, stieg sie bei den Radfahrern, die mit Elektrounterstützung unterwegs sind, im Vorjahr weiter an. „Pkw- und Pedelecfahrende sind im Rahmen der Mobilitätswende noch in einer Gewöhnungsphase“, heißt es dazu im Unfallbericht. Die Beamten empfehlen ausdrücklich, immer – auch auf kurzen Strecken – mit Helm zu fahren, um bei Unfällen schweren Kopfverletzungen vorzubeugen.

Hauptunfallursachen waren im vergangenen Jahr das Nichtbeachten der Vorfahrt (348 Fälle; 2020: 401), Fehler beim Abbiegen oder Wenden (245 Fälle; 2020: 254) sowie Alkohol- bzw. Rauschgiftkonsum (81 Fälle; 2020: 68).

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