1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Steinfurt
  6. >
  7. „Verteilung ist zu 99 Prozent abgeschlossen“

  8. >

Gelbe Tonne hat den Plastiksack zur Jahreswende abgelöst

„Verteilung ist zu 99 Prozent abgeschlossen“

Steinfurt

Mit dem Jahreswechsel ist in der Kreisstadt ein neues Zeitalter hinsichtlich der Entsorgung von so genannten Leichtstoffverpackungen angebrochen: Die bisherige flächendeckende Verwendung des Gelben Sacks ist – mit Ausnahme der beiden Innenstädte – passé. Ganz reibungslos ging die Umstellung aber nicht vonstatten. Insbesondere die einheitliche Haushalts-Auslieferung von 240-Liter-Tonnen stieß auf Kritik.

Ralph Schippers

Neues Bild, nicht nur an der Ochtruper Straße: An den Straßen Steinfurts stehen nunmehr Gelbe Tonnen statt Plastiksäcke. Foto: Schippers

Mit dem Jahreswechsel ist in der Kreisstadt ein neues Zeitalter hinsichtlich der Entsorgung von so genannten Leichtstoffverpackungen angebrochen: Die bisherige flächendeckende Verwendung des Gelben Sacks ist – mit Ausnahme der beiden Innenstädte – passé. „Die Verteilung der Tonnen ist bis auf wenige Ausnahmen abgeschlossen“, betont Lukas Erlemann von der Firma Remondis Münsterland in Coesfeld. Sie sammelt die Verpackungen im Auftrag des Systembetreibers Duales System Deutschland (DSD) in Steinfurt ein. Rund 11 000 Gefäße, ganz überwiegend in der Standardgröße 240 Liter, hat ein beauftragter Subunternehmer seit Mitte November ausgeliefert. Insgesamt seien, Stand Anfang der Woche, 99 Prozent der Haushalte angedient worden, so der Remondis-Mitarbeiter. In den kommenden Wochen gelte es nunmehr, verbliebene Reklamationen zum Beispiel hinsichtlich fehlender Adressen oder zusätzliche Tonnen, nach und nach abzuarbeiten.

Grundsätzlich, so Erlemann weiter, sei eine 240-Liter-Tonne, Ausführung grauer Korpus mit gelbem Deckel, pro Haushalt vorgesehen. Dies entspreche einer Haushaltsgröße von fünf bis sechs Personen. Falls der Haushalt größer und entsprechend Platz vorhanden sei, könne ein zweite Tonne aufgestellt werden. Ab 22 Personen oder bei einem Gewerbebetrieb käme überdies der Einsatz eines 1100-Liter-Containers in Betracht. Man schaue beim tatsächlichen Bedarf indes ganz genau hin, so der Abfallexperte. Denn die Erfahrung zeigt: Oft ist dann die Versuchung nicht weit, nicht für diesen Entsorgungsweg vorgesehenen Abfall über die Gelbe Tonne loszuwerden. Oft werde auch der Wunsch an die Firma herangetragen, man möge doch eine kleinere als die 240-Liter-Tonne bereitstellen. Dies sei aus Gründen des damit verbundenen hohen organisatorischen Aufwands allerdings nicht möglich, bat Erlemann um Verständnis.

Doch egal ob kleine oder große Tonne: Mehrkosten für die Haushalte würden nicht entstehen. Denn finanziert wird die Entsorgung der Verpackungen über die Systembetreiber, die für den Handel die Rücknahme und Verwertung des Abfalls organisieren. In Fall Steinfurt wäre es das DSD, der Pionier auf einem Markt, in dem sich inzwischen eine ganze Reihe Konkurrenten tummeln. Letztlich bezahlt der Verbraucher schon beim Kauf jedes verpackten Produktes die Entsorgungskosten der Verpackungen. Erlemann: „Daher ist auch die Einführung der Gelben Tonne nun für die Bürger ,kostenfrei‘“.

Für ungefähr zwei Prozent der Steinfurter bleibt es indes beim gewohnten Gelben Sack. Es handelt sich um diejenigen Einwohner, die innerhalb der beiden eng umgrenzten Innenstädte wohnen. Diese werden, so kündigte der Remondis-Mitarbeiter an, in den kommenden Tagen eine Erstlieferung der künftig zu verwendenden Säcke per Postwurfsendung inklusive beiliegendem Infoschreiben bekommen. Von den bisherigen Exemplaren unterscheiden sich die Nachfolger in der Dicke. Ein Zerreißen soll damit weitgehend ausgeschlossen werden. Es werden mehrere Rollen ausgeliefert, die für einen längeren Zeitraum, Erlemann spricht von einem Jahr, ausreichen sollen.

Werden dann neue Säcke benötigt, müssten diese telefonisch bei Remondis nachbestellt werden. „Das erlaubt uns, genau zu kontrollieren, ob die Person auch tatsächlich bezugsberechtigt ist“, erklärt Erlemann. Eine Bereitstellung der Gelben Säcke im Einzelhandel, wie bislang üblich, sei ab sofort nicht mehr vorgesehen.

Informationen zur Abfuhr, die nach wie vor 14-täglich stattfindet, und zu den Abfuhrtagen sind im Abfallkalender 2021 enthalten, der an alle Haushalte verteilt wird. Die Firma Remondis hat zu Fragen rund um die Einführung der Gelben Tonne die Hotline 08 00/ 1 22 32 55 eingerichtet.

Bei allgemeinen Fragen zur Müllentsorgung steht zudem der städtische Abfallberater Kurt Enting zur Verfügung. Er hat festgestellt, dass es zwar einige Steinfurter gibt, die sich bei der Gelben Tonne mit der Einheitsgröße 240 Liter schwer tun. Der weitaus größere Teil aber freue sich, dass die alten, gerade in der stürmischen Herbst-/Winterzeit oft reißenden Gelben Säcke nun endlich der Vergangenheit angehören.

Allgemeine Informationen zur Befüllung der Gelben Tonne gibt es online.

Startseite
ANZEIGE