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Christiane Ewering möchte als Integrations-Koordinatorin der Stadt auf die Menschen zugehen

Viel mehr als nur eine Randaufgabe

Steinfurt

Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in die Stadtgesellschaft ist eine elementare politische Aufgabe, an der auch eine Stadtverwaltung großen Anteil hat. Eingedenk dessen ist im Rathaus die Koordinierungsstelle Integration neu geordnet worden. Christiane Ewering hat im Frühsommer die Aufgabe, die zuvor die Personalratsvorsitzende Ulrike Kolbe innehatte, mit größerer Stundenzahl übernommen.

Von Ralph Schippersund

Christiane Ewering (l.) heißt die neue Integrations-Koordinatorin in der Stadtverwaltung. Sie arbeitet eng mit Debbie Schürhörster zusammen, die den Stab Wirtschaft, Integration und Kultur leitet. Foto: rs

Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in die Stadtgesellschaft ist eine elementare politische Aufgabe, an der auch eine Stadtverwaltung großen Anteil hat. Eingedenk dessen ist im Rathaus die Koordinierungsstelle Integration neu geordnet worden. Christiane Ewering hat im Frühsommer die Aufgabe, die zuvor die Personalratsvorsitzende Ulrike Kolbe innehatte, mit größerer Stundenzahl übernommen. Zugleich ist die 40-jährige, dreifache Mutter auch für den Bereich „soziale Stadtstrukturen“ zuständig.

„Ein weites Feld“, berichtet die gelernte Sozialarbeiterin im Pressegespräch. Gerade dies aber habe sie an der Aufgabe gereizt. Damit sie diese bestmöglich wahrnehmen kann, ist die Koordinierungsstelle im Rathaus keinem Fachdienst, sondern dem Stab Wirtschaft, Integration und Kultur zugeordnet. Das fünfköpfige Team um Leiterin Debbie Schürhörster ist inhaltlich wie räumlich gut vernetzt und hat einen engen Draht zu Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer, die ihr Büro gleich nebenan hat. Auch in diesem Punkt zeigt sich, welchen Stellenwert gerade auch die Integrationsarbeit in der Verwaltung besitzt.

Debbie Schürhörster, viele werden sie besser unter ihrem Mädchennamen Kattenbeck kennen, ist froh, mit Christiane Ewering eine kompetente Kraft mit viel Fachwissen in den Bereichen Sozialarbeit und Sozialmanagement für ihr Team gewonnen zu haben. „Sie bringt neben ihrem Fachwissen auch ihre soziale Ader in Gespräche mit ein, was mitunter sehr hilfreich sein kann, insbesondere wenn die Situation festgefahren ist“, gibt sie ihre Erfahrungen wieder. So gelang die Einarbeitung der „Neuen“ seit dem Dienstantritt am 1. Mai schnell. Das musste auch, denn mit der Fortschreibung des 2018 initiierten Integrationskonzepts als Grundlage der kommunalen Integrationsarbeit in Zusammenarbeit mit der Lenkungsgruppe stand gleich die erste größere berufliche Herausforderung für sie ins Haus. „Die Rohversion steht inzwischen“, freuen sich die beiden Rathaus-Mitarbeiterinnen über den guten Bearbeitungsfortschritt.

Insgesamt sind in dem Konzept, das von der Politik noch abgesegnet werden muss, rund 60 Maßnahmen vorgeschlagen, die bis 2025 umgesetzt werden sollen. Zuvor gab es eine gründliche Evaluation der zurückliegenden ersten Konzeptphase. Eine Erkenntnis der Lenkungsgruppe, die sich aus verschiedenen Trägern karitativer und kirchlicher Institutionen, aber auch Vertretern der Kommunalpolitik und eben aus der Stadtverwaltung zusammensetzt: Es soll mehr für die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen getan werden. Dazu wird es eine sehr enge Zusammenarbeit mit dem OT-Heim St. Nikomedes, dem „Talentschuppen“ der AWo sowie dem Kindertreff „Kiste“ geben, kündigte Christiane Ewering an. Damit greift das Konzept 2021 bis 2025 deutlich weiter als seine Erstauflage, bei der es vornehmlich darum ging, nach der Flüchtlingskrise 2015/16 Sprachdefizite abzubauen. Dabei sei seinerzeit explizit auch auf die Wünsche der Geflüchteten eingegangen worden, so Debbie Schürhörster. Im Vorfeld mussten zwar geplante Workshops wegen der Pandemie abgesagt werden, dafür seien schriftliche Umfragen gestartet worden. Zudem hätten die Mitglieder der Lenkungsgruppe, die direkten Kontakt mit der Zielgruppe habe, ihre Erfahrungen mit eingebracht.

Der neuen Integrations-Koordinatorin Christiane Ewering ist es ein Anliegen, sich so oft wie möglich mit den Migranten auszutauschen – wobei sie hofft, dass die Corona-Auflagen weiter gelockert werden. So hat sie bereits Jugendliche mit Migrationshintergrund bei „Lernen fördern“ besucht, war im Lighthouse-Café und schaut aktuell bei den Terminen der Interkulturellen Woche vorbei. „Ich versuche, wo möglich, bei den Menschen vor Ort zu sein“, bekräftigt sie. Christiane Ewering betont in diesem Zusammenhang zudem, dass sie den Integrationsbegriff dabei sehr weit fasst: „Darunter fallen zum Beispiel auch Menschen mit Handicap“, sagt sie.

Im Rahmen ihrer Integrationsarbeit ist die gebürtige Steinfurterin auch für die Verteilung von Geldern zuständig, die der Stadt im Rahmen der Integrationspauschale vom Land NRW zugewiesen werden. „Deren Bewilligung ist gerade pandemiebedingt bis 2022 verlängert worden“, weist Debbie Schürhörster darauf hin, dass Organisationen, aber auch Schulen und Kitas, die in der Integrationsarbeit tätig sind, diese weiterhin abrufen können.

Eng zusammen arbeitet Christiane Ewering auch mit dem langjährigen Integrationsbeauftragten der Stadt, Günther Gromotka. Der habe sich zuletzt sehr stark dafür gemacht, Migranten aktiv städtische Impfangebote zu machen. Ewering baut vor allem auf den reichen Erfahrungsschatz Gromotkas, der zugleich, was sie sehr schätze, „immer offen für neue Ideen ist“.

Der Schlüssel zu einer besseren Integration, so Christian Ewering abschließend, sei Annäherung und die Erkenntnis, dass dadurch beide Seiten profitieren. Vorhandene Ängste sollen durch Kommunikation abgebaut werden. Daran will sich die neue Integrations-Koordinatorin künftig messen lassen.

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