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Erste Prunk- und Galasitzung nach der Coronapause:

Vollgas bis ins Ziel

Borghorst

Die Steinfurter Narren hatten richtig Lust zu feiern. Ein guter Programm-Mix tat sein Übriges, dass die Prunk- und Galasitzung den 500 Gästen in der Buchenberghalle richtig Spaß machte.

Jetzt geht`s ab: Je später der Abend, desto häufiger standen die Narren im Saal auf den Stühlen. Die Kölner Band „Die Drömmelköppe“ waren alles andere als drömmelig. Sie sorgten für eine tolle Stimmung zum Abschluss des offiziellen Programms. Foto: Axel Roll

So ist das manchmal. Wenn ein Auto zwei Jahre unbenutzt in der Garage steht, kann es schonmal stottern, bis es richtig Gas annimmt. Bei der Prunk- und Galasitzung am Samstag in der Buchenberghalle war es genauso. Nach dem viel zu langen Corona-Intermezzo bewegte sich der Stimmungsmotor erst ein Zeitchen im unteren Drehzahlbereich, musste er doch auf einem längeren Teilstück des Programms an Begrüßungen, Ehrungen, Nachbarschaftsglückwünschen und Ansprachen vorbeituckern, ehe er wie im Dreigestirn-Motto beschrieben, von O auf 100 gekommen war. Ab da aber, Feuerwehrmann Kresse in der Bütt kann als Einweiser auf die Hochgeschwindigkeitsstrecke gelten, gaben die Narren Vollgas. Und das nicht nur bis zum Programm-Zieleinlauf, der gegen 23 Uhr erreicht war, sondern erst Recht in der Auslaufzone Theke, wo beim Boxenstopp nachgetankt werden konnte – bis zum frühen Morgen.

„Gute Laune, Frohsinn und Spaß“ wollte Stadtprinz Frank III. von seinen Untertanen sehen. Und das Narrenvolk lieferte prompt. So konnte der altgediente Karnevalist, er hat schließlich 16 Jahre Weißjacken-Erfahrung auf dem Buckel, selbstbewusst feststellen: „Die Kölner haben ihren Rhein, wir aber unsere Aa.“ Und beim Feiern, da mache den Steinfurtern darum keiner was vor.

Dass die Offiziellen dabei auf die sonst üblichen Insignien der Macht wie den Sessionsorden verzichten mussten – er ist durch die gerissenen Lieferketten unter die Räder gekommen – geschenkt. Keiner hat ihn vermisst. Als Trost mit Wohltätigkeitssiegel gab es dafür den vom Dreigestirn ausgegebenen Pin. Mit seinem Verkauf wird zu 100 Prozent die Steinfurter Tafel unterstützt.

Bei der Mischung des Programms hatten die mehr als 500 Narren im Saal nur zwei Möglichkeiten: Entweder volle Pulle mitziehen oder sich auf dem Standstreifen überholen lassen. Da dort niemand zu sehen war, ist klar, für welche Option sich die Gäste entschlossen. Bei der Mischung hatten die Weißjacken offensichtlich alles richtig gemacht: Die Tanzgarden der Wilmsberger und Prinzen waren wieder wahre Meisterinnen ihres Fachs. Besser gesagt Fächern, denn sie bedienten sowohl Garde als auch Show. Ohne Ehrenrunde konnten sie sich nicht aus dem Rennen verabschieden. Gleiches galt für den unnachahmlichen Christoph Engel. Halb Comedian, halb Akrobat, bewies er seinen Zuschauern, dass die 20-minütigen Vorbereitungen, um auf ein Hochrad aufzusteigen, genauso unterhaltsam sein können wie die wilde Fahrt selbst. Zumal er den Leon, den Andreas und die Anke aus dem Publikum schenkelklopfend in seine Performance mit einband. Einfach grandios!

Ja und dann waren da noch die „Drömmelköppe“, die Musiker aus Kölle, die sich schon häufiger den Rhein hinauf ins Münsterland gewagt haben. Mit ihren live gespielten Karnevalshits eroberten sie sich bei den Fans im Saal wieder ruckzuck die Pole-Position und zeigten, dass Rhein- und Münsterland in Sachen Karneval wunderbar zusammenpassen.

Eigentlich verliert bei der Prunksitzung über das alte Dreigestirn niemand mehr ein Wort. Diesmal bekamen Frank, Anja und André sogar einen eigenen Umzug in Form einer Riesen-Polonaise durch die Halle. Der Grund, Insider werden es wissen: Das Trio saß zwar mit drei Jahren am längsten am närrischen Steuer, konnte aber nicht eine Runde auf dem eigenen Wagen beim Rosensonntagsumzug drehen. Diese Besonderheit des Abends passt perfekt zum neuen Dreigestirn. Wie sagte Präsident Matthias Heerdt, der mit Frank Zimmermann souverän moderierte? „Bei unserem neuen Prinzen, dem Frank, da ist alles anders.“

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