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Tür am Neuen Markt muss ausgetauscht werden

„WC defekt“ – und das seit Monaten

Borghorst

Immer wieder ist das öffentliche WC in Borghorst geschlossen. Die Reparaturen sind so teuer und zeitintensiv, dass sich Stadt mittlerweile Gedanken macht, den Standort am Neuen Markt ganz aufzugeben.

Von Axel Roll

Seit Monaten – mit kurzen Unterbrechungen – ist das Damen-WC am Neuen Markt geschlossen, weil die Tür immer wieder defekt ist. Foto: Axel Roll

Das Problem drückt seit Monaten. „WC defekt“ steht auf dem Zettel, der mit Klebeband an die Damen- und Behindertentoilette auf dem Neuen Markt gepappt ist. Streng genommen, ist es nicht ganz richtig, was auf dem Pappschild steht. Das Klosett ist in Ordnung, die Tür ist es, die jetzt schon zum wiederholten Mal zum Totalschaden wurde. Der Tausch ist teuer. So teuer, dass Detlef Bogs als zuständiger Fachdienstleiter im Rathaus überlegt, das stille Örtchen in der Borghorster Innenstadt komplett dicht zu machen und nach einer neuen Lösung zu suchen.

Bogs hat keine Ahnung, wie es Benutzer(innen) des WC jetzt schon zweimal geschafft haben, die Eingangstür aus den Angeln zu heben. Präzise ausgedrückt wurde sie so weit geöffnet, dass die Bänder abrissen. Der Hochbau-Chef: „In einem Fall soll der Wind dahinter gepackt und die Tür zu weit aufgerissen haben.“

Der Defekt war relativ schnell behoben, die Tür aber genauso schnell wieder kaputt. Seitdem klebt besagter Zettel dran: „WC defekt“. Da sich der Hersteller dieser Anlage so eine Tür nach den Worten von Detlef Bogs nicht nur teuer bezahlen, sondern für die Lieferung auch 20 Wochen Zeit lässt, gab es in der Verwaltung Überlegungen, die Tür von einem örtlichen Schlosser nachbauen zu lassen. Außerdem sollte ein Poller aufgestellt werden, um ein Überschlagen der Tür künftig zu verhindern.

Dieser Plan hat sich mittlerweile zerschlagen. So eine Systemtür lasse sich nicht nachbauen, so die Rückmeldung des Schlossers. Darum müsste die Stadt jetzt wieder das Original bestellen. Detlef Bogs ruft dafür Kosten von rund 3500 Euro auf. Mit entsprechend langer Lieferzeit. „Vor diesem Hintergrund überlegen wir jetzt, ob wir uns von der Toilettenanlage vielleicht in Gänze verabschieden“, so der Fachdienstleiter. Denn wenn der Zugang zum Dauerthema werde, sei keinem geholfen. Sollte die Toilettenanlage einmal weichen, der Abbau ginge übrigens relativ einfach: Das ganze Häuschen kann an den Haken genommen und abtransportiert werden.

Das WC am Neuen Markt ist das einzige öffentliche in Borghorst. Sozusagen das Pendant von der Anlage am Schüttenwall in Burgsteinfurt. Auch die steht immer wieder in der Kritik. Nicht nur wegen verschlossener Türen, auch wegen mangelnder Sauberkeit.

Die Markthändlerinnen in Borghorst haben sich wegen der Dauerschließung am Neuen Markt schon privat geholfen. Sie können die Toilette in einem Haus direkt an der Münsterstraße benutzen. Aber die steht für Besucher der Borghorster Innenstadt natürlich nicht zur Verfügung.

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