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Pfarrer des Kreisdekanates haben beraten

Weihnachts-Gottesdienste finden statt

Steinfurt

Die Pfarrer des Kreisdekanates haben entschlossen, wie mit den Festtagsgottesdiensten verfahren werden soll. An Weihnachten dürfen Gottesdienste stattfinden, aber kein „Durchziehen um jeden Preis“. [Mit Video]

Axel Roll

St. Nikomedes bleibt über die Feiertage nicht alleine. Die Gottesdienste werden stattfinden. Foto: Axel Roll

Am Montagnachmittag haben sich die Pfarrer des Kreisdekanates mit dem Weihbischof bei einer Internet-Konferenz beraten, wie mit den Festtagsgottesdiensten verfahren werden soll.  „Es gibt nicht die richtige Entscheidung“, hat Jochen Reidegeld Verständnis für beide Seiten. Für die, die auf Gottesdienste in Zeiten der Pandemie verzichten möchten und die, die ihn gerade jetzt für wichtig erachten. „Es geht immer um Menschen“, so der Pfarrer von St. Nikomedes.

Strenge Hygienemaßnahmen

Die einzelnen Gemeinden werden bei ihren Entscheidungen unter anderem auf die örtlichen Infektionszahlen schauen. Klar ist, egal wie sie sich darstellen, die Einhaltung der strengen Hygienemaßnahmen ist oberste Pflicht. „Wer sich nicht angemeldet hat, kann auch keinen Gottesdienst besuchen“, macht Reidegeld unmissverständlich klar. Es mache keinen Sinn, auf Verdacht zu kommen in der Hoffnung, doch noch einen Platz zu bekommen.

Darüber hinaus sei das Zusammenstehen vor und nach den Messen nicht erlaubt. Masken und ausreichend Abstand eine Selbstverständlichkeit. Dr. Jochen Reidegeld appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Gläubigen: „Die Menschen tragen Verantwortung füreinander.“ In diesem Zusammenhang erinnert der Geistliche an die zahlreichen Online-Angebote der Gemeinde über die Festtage.

Video in Kooperation mit dem WDR:

Kein „Durchziehen um jeden Preis“ 

Der Kreisdechant betont, dass er und seine Kollegen sich eine Entscheidung nicht leicht gemacht haben. Die jetzt gefallen sei eine seelsorgerische. Er warnt vor Pauschalisierungen zwischen den Konfessionen. So habe auch die evangelische Kirche nicht generell alle Gottesdienste abgesagt, sondern auch den Gemeinden vor Ort das letzte Wort gegeben. Auch stelle das Gottesdienst-Angebot kein „Durchziehen um jeden Preis“ dar.

Jochen Reidegeld erlebt in der Nikomedes-Gemeinde ein durchaus gespaltenes Meinungsbild. „Ich muss viele berechtigte Fragen beantworten“, so der Pfarrer. Er höre häufig: „Wie könnt Ihr nur?“ und von der Gegenseite „Wenigstens das habt Ihr uns nicht genommen.“

Wie es nach Weihnachten weitergeht? Auf diese Frage hat Jochen Reidegeld noch keine Antwort. „Wir fahren alle nur auf Sicht.“ Das Pandemie-Geschehen lasse sich überhaupt nicht ausrechnen, schlimmstenfalls müsse man sehr kurzfristig reagieren.

Dass die Menschen durch Corona offener für den Glauben geworden sind, kann Reidegeld nicht unbedingt feststellen. „Sie sind aber empfänglicher, wenn sie direkt angesprochen werden.“ Auch würden die verschiedenen Angebote der Gemeinde auf dankbare Resonanz stoßen. Als Beispiel nennt der Pfarrer den Adventsgarten von St. Nikomedes.

Was für Dr. Jochen Reidegeld schon jetzt klar ist: Ein „Weiter so“ nach Corona dürfe es nicht geben. „Wir müssen Räume für Begegnungen schaffen.“

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