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„Stadt hat Hausaufgaben gemacht“

Weiterhin keine Bewegung auf dem Gesundheitscampus

Borghorst

Null Bewegung auf dem Gesundheitscampus, hinter den Kulissen ist aber Bewegung, betont Baudezernent Hans Schröder.

Null Bewegung auf dem alten Kock-Gelände: Technischer Beigeordneter Hans Schröder hofft, dass die Erschließung im Frühjahr startet. Er betont, dass die Stadt ihre Hausaufgaben gemacht hat. Foto: Axel Roll

Glücklich über die Zeitverzögerungen, die es für den Gesundheitscampus auf dem ehemaligen Kock-Gelände offensichtlich gibt, ist Technischer Beigeordneter Hans Schröder natürlich nicht. Gleichwohl ist der Baudezernent optimistisch, dass die IGP als Investor mit den Erschließungsarbeiten im Frühjahr beginnt. Sollte der erweckende Kuss für den seit einem halben Jahr anhaltenden Dornröschenschlaf aber ausbleiben – „an der Stadt liegt es nicht“. Die habe ihre Hausaufgaben gemacht, betont Schröder.

Konkrete Gründe, warum auf dem 25 000-Quadratmeter-Gelände derzeit nur die Seenlandschaft wächst, aber keine Gebäude, nennt der Investor nicht. Anfragen dieser Zeitung bleiben seit Anfang Oktober unbeantwortet.

Bausektor verzeichnet "schlechte Zeiten"

Der Technische Beigeordnete verweist auf die allgemeine Lage auf dem Bausektor: „Schlechte Zeiten“, die er in dieser Ausprägung noch nicht erlebt habe. Steigende Kosten, steigende Bauzinsen. Diese Mehraufwendungen müssten an die Beteiligten weitergegeben werden. Und für die ist auch irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht, also die Wirtschaftlichkeit ihres Vorhabens infrage gestellt. Generell, so Schröder, ist es derzeit nichts Außergewöhnliches, dass solche Projekte mit angezogener Handbremse vorangetrieben werden.

Technischer Beigeordneter Hans Schröder

Nach den Worten von Schröder ist die Stadt in ständigem Austausch mit der IGP. Die nächsten Gespräche im Rathaus seien bereits terminiert. Und wo die Stadt helfen könne, werde sie es auch tun. „Das Projekt ist ungemein wichtig für die Stadt.“

Die Verträge für die Realisierung seien alle unter Dach und Fach. „Auch die Planungen für die Kita sind genehmigungsfähig“, so Schröder. „Da ist bald unser Stempel drauf.“ Sie soll übrigens in zwei Jahren fertig sein. Und auch das letzte Problem der Erschließung sei aus dem Weg geräumt: Der mächtige Kanal, der bislang noch quer über das Gelände führe, werde entlang der Straße verlegt.

Unabhängig von der Investoren-Frage: Dass das Gelände überhaupt schon so weit entwickelt werden konnte, wertet Schröder für die Stadt als großen Erfolg. „Das Areal ist blank“, sagt der Baudezernent und meint damit, dass die Eigentumsverhältnisse geklärt, die Fabrikruine abgeräumt und die Altlasten beseitigt seien. Vor diesem Hintergrund gilt es für ihn als sicher, dass es auf dem Gelände weitergehen wird.

Gesundheitscampus soll Reha-Klinik werden

Das vielzitierte Herzstück, das Gesundheitscampus, soll bekanntlich eine Reha-Klinik werden, die eng mit dem benachbarten Marienhospital kooperieren soll. Hans Schröder ist überzeugt, dass die IGP „alles versucht“, einen Betreiber dafür zu finden. Nach seinen Informationen befindet sich der Investor dazu in guten Gesprächen. Die letzte offizielle Stellungnahme der IGP gegenüber dieser Zeitung datiert vom 25. August: „Voraussichtlich Anfang/Mitte September wird es hier hoffentlich eine Entscheidung geben.“ Kenner des Gesundheitswesens bezweifeln indes, dass sich unter den augenblicklichen Rahmenbedingungen – Kostensteigerungen, Personalmangel etc. – Interessenten für so ein Vorhaben finden lassen.

Für den Technischen Beigeordneten ist weiterhin klar, dass der Campus das Marienhospital und umgekehrt das Krankenhaus die Rehaklinik für eine wirtschaftlich gesicherte Zukunft benötigt.

Offiziell bestätigen will es niemand, aber hinter vorgehaltener Hand heißt es, dass einige potenzielle Mieter für den Campus ihr Engagement mittlerweile in Frage stellen. Grund sind die Mieten, die die IGP vor dem Hintergrund gestiegener Kosten aufruft.

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