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Band Quadro Nuevo besucht Destillerie Dwersteg – und überreicht den German Jazz Award

Weltstars auf Stippvisite

Borghorst

Wenn der German Jazz Award in der Destillerie Dwersteg überreicht wird, müssen ganz besondere Gäste angereist sein. Am Samstag waren es die Mitglieder der Weltklasseband „Quadro Nuevo“.

Von Axel Roll

Weltmusiker auf Stippvisite in Borhorst: Die Mitglieder der Band Quadro Nuevo besuchten am Wochenende die Destillerie Dwersteg. Bei der Gelegenheit gab es für Gitarrist Paulo Morello den „German Jazz Award“ nachgereicht für den Verkaufserfolg der CD „Mare“. Foto: Axel Roll

Darauf ein Orangenlikörchen? Oder lieber einen Gin? Amaretto? Limoncello, Wodka, Weizenkorn? Die vier Durchreisenden mussten standhaft bleiben. Am Abend wartete ein gespannt wartendes Konzertpublikum in Soest auf die Weltmusiker. Darum konnten sie in der großen Abfüllhalle der Destillerie Dwersteg auch nur ein-, höchstens zweimal mit ihrem Gitarristen Paulo Morello auf den German Jazz Award anstoßen, den der Wahl-Berliner mit Professur für sein Mitwirken an der CD „Mare“ von Bandleader Mulo Francel überreicht bekam. Wäre der Samstag konzertfrei gewesen – uuijuuijuui. Die Gefahr eines gepflegten Absturzes, so wie es der Klippen-Ikarus auf dem Cover ihres jüngsten Albums vormacht, wäre vielleicht nicht so ganz unwahrscheinlich gewesen. Aber so blieb es bei einem äußerst gesitteten Tourneeabstecher auf der Route Cloppenburg – Soest in Borghorst.

Mulo Francel, D.D. Lowka, Andreas Hinterseher und Paulo Morello, das sind die Mitglieder der Band Quadro Nuevo, die seit über 25 Jahren Auszeichnungen in einem entlegeneren Winkel des Musik-Universums sammeln wie andere die sprichwörtlichen Briefmarken. Den German Jazz Award gibt es beinahe schon traditionell für jede neue CD. Zu den Highlights zählt der sogar doppelt vergebene Echo in den Jahren 2010 und 2011. Quadro Nuevo wird von Kritikern als die europäische Antwort auf den argentinischen Tango bezeichnet.

Aber wie kommen jetzt solche Spitzenmusiker an einem Samstagmorgen in die Produktionshalle der Destillerie Dwersteg? Im Kern ist es die Freundschaft, die das Firmeninhaber-Ehepaar Mo und Ludger Teriete seit Jahren mit den Ausnahme-Musikern verbindet. Die geht so weit, dass Band und Destillerie in der Pandemie gemeinsame Sache machten: Dwersteg kreierte mit den Musikern und dem Star-Barkeeper Jörg Meyer einen Wermut-Rhabarber-Aperitif in die Flasche brachten, der Namen und Titelbild von der Quadro-Nuevo-CD „Mare“ erhielt. „Weil Musik und Getränk einfach perfekt zueinander passen“, wie Mulo-Francel auch heute noch findet. Ob es jetzt der Aperitif war, der die CD wieder zu einem Verkaufsschlager gemacht hat oder umgekehrt, darüber sind sich Band und Destillerie-Eigner übrigens nicht ganz einig. . .

Fortsetzung folgt. „Die erfolgreichste Band im Weltmusik-Segment“, Zitat aus der Süddeutschen Zeitung, hat von einer Traumreise mit einem Zweimast-Segler auf den Spuren von Odysseus die gleichnamige CD mitgebracht. Während die Musiker mit einer Künstlergruppe durch die Äolische Inselwelt schipperte, mischte Monika Teriete ihre selbstgemachten Essenzen. Am Ende kam ein Gin heraus, der mit einem zitronigen Aroma auf der Zunge und Musikstücken wie „Between the Waves“ und „Poseidon‘s Revenge“ im Ohr die Schönheit und die Geheimnisse des Homerschen Epos zumindest in Ansätzen nachfühlbar zu machen. Für Luder Teriete ist es ein erneuter Beweis, dass vollendeter Genuss omnipräsent sein muss: „Du musst ihn hören, schmecken und fühlen.“

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