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Neubau der Feuerwache in Burgsteinfurt

Zwei Häuser einer Zufahrt opfern

Burgsteinfurt

Die Planungen für die Burgsteinfurter Feuerwache kommen in Fahrt. Die erste wichtige Entscheidung ist gefallen. Auch wenn es dazu keinen richtigen Beschluss gab.

Von Axel Rollund

Feuerwehr und Politik sind sich einig: Die optimale Lösung für eine neue Feuerwache wäre der Abbruch der beiden städtischen Häuser, um eine breite Zufahrt zu bekommen. Foto: Axel Roll

Es ist die Phase null, wie Architekten die erste Planungsstufe für ein Mammutprojekt wie die neue Burgsteinfurter Feuerwache nennen. Da spielen weder Kosten noch Klinkerfarbe oder Dachform eine Rolle. Und darum waren auf den Skizzen von Epstathios Simos vom Büro Kplan, das bereits die Borghorster Wache projektiert hatte, meist nur schmucklose Quader zu sehen. Sie sollten die Ausdehnung der Gebäude auf dem Gelände an der Sandkuhle zeigen. Eine wichtige Entscheidung scheint aber getroffen – auch wenn es dazu noch keinen eigenen Beschluss des Bauausschusses gab, der sich am Mittwochabend die Ausführungen des Kplan-Vertreters interessiert anhörte: Die beiden städtischen Häuser an der Ochtruper Straße, die jetzt die Ausfahrt für die Rettungskräfte sehr unübersichtlich machen, sollen für eine großzügige Zuwegung abgebrochen werden.

Diese Grundsatzentscheidung hat natürlich Folgen für die weiteren Planungen: So kann die neue Wache sehr viel näher an die Ochtruper Straße heranrücken. Nebeneffekt: Die Menschenretter sind rein optisch deutlicher im Licht der Öffentlichkeit, was, wie Stadtbrandinspektor Dirk Telgmann am Mittwoch schmunzelnd kommentierte, „im Zweifelsfall nicht schaden kann“.

Der Abriss der beiden Mehrfamilienhäuser hat zur Folge, dass die Stadt Ersatz schaffen muss. Im ehemaligen Bahnwärterhäuschen sind Flüchtlinge, im Klinkerbau daneben sozial Schwache untergebracht. Wie Detlef Bogs, Fachbereichsleiter Gebäudemanagement, erläuterte, ist der helle Putzbau eh abgängig. Das Nachbargebäude stammt aus dem Jahr 1996 und wäre noch weiter nutzbar.

Wie Feuerwehrchef Dirk Telgmann erläuterte, kommt es derzeit immer wieder zu brenzligen Situationen, wenn der Rettungswagen oder die Feuerwehrfahrzeuge zu Einsätzen ausrücken. Die Feuerwehr selbst mache da weniger Probleme – „die hat im Schnitt einen Einsatz am Tag“. Aber der Rettungswagen wird täglich bis zu 20 Mal gerufen.

Telgmann betonte, dass die Feuerwehr in Burgsteinfurt keinen Luxusbau erwarte. „Wir wollen einfach nur, dass die DIN-Vorschriften erfüllt werden, mehr nicht.“ Die Wache in Borghorst sei da ein gutes Vorbild: „Da haben wir etwas richtig Tolles bekommen.“

Nach der Expertise des Stadtbrandinspektors gab es unter den Fraktionen im Bauausschuss keine großen Zweifel mehr: Die Planungsvariante mit der breiten Zufahrt soll es werden. Technischer Beigeordneter Hans Schröder versprach, bei der nächsten Sitzung, das wird schon am kommenden Donnerstag sein, die folgenden Planungsschritte vorzustellen. Dann wird der Phase null wohl bald die Phase eins folgen.

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