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Ausschuss will das Modersohn Museum finanziell unterstützen

25 Ehrenamtliche stemmen den Betrieb

Tecklenburg

Die coronabedingte Schließung ist vorbei, das Otto Modersohn Museum öffnet wieder. Ab Samstag wird eine neue Ausstellung gezeigt. Im Fachausschuss erläuterten Christoph Dörr und Uta Jenschke die Planung und legten dar, warum sie eine finanzielle Unterstützung brauchen.

Von Ruth Jacobusund

Das Otto Modersohn Museum öffnet am Samstag nach langer, pandemiebedingter Pause wieder. Foto: Ruth Jacobus

Das Otto Modersohn Museum Tecklenburg (OMMT) bereitet sich auf die Zukunft vor. Auf eine gesicherte Zukunft – ideell und finanziell. Die Modersohns aus Fischerhude wollen sich aus Altersgründen langsam aus dem Vorstand zurückziehen. Mit dem Galeristen Dr. Heiner Hachmeister aus Münster und dem Kulturexperten sowie Gründer und Geschäftsführer von „Arts4Business“, Dr. Wolfgang Weikert, ebenfalls aus Münster, ist man in der Nachfolge fündig geworden. Vorstandsmitglied Christoph Dörr und Geschäftsführerin Uta Jenschke sind nun auf der Suche nach weiteren Förderern, die dazu beitragen, das OMMT auch finanziell weiterhin auf eine solide Basis zu stellen. Beide präsentierten das Museum und dessen Besonderheiten am Dienstagabend im Ausschuss für Umwelt, Kultur und Touristik. Und sie erhielten die Zusage, dass es Fördermittel von der Stadt geben soll.

Christoph Dörr

Christoph Dörr hatte zuvor noch einmal auf die Geschichte des Museums zurückgeblickt, das er maßgeblich mitinitiiert hat. Acht Ausstellungen habe es in den fünf Jahren des Bestehens gegeben. Bis zu 15 000 Besucher seien jährlich gekommen – aus dem Münsterland, aus dem Osnabrücker Land, aus dem Ruhrgebiet, aber auch von weiter her. Dörr erzählte von einer 35-köpfigen Gruppe aus Bremen, die jedes Jahr anreise. „Das sind regelrechte Tecklenburg Fans.“

Von Mai bis September, wenn die Freilichtbühne Saison habe, sei viel los, doch dann kehre Ruhe ein. Für die Geschäftswelt in Tecklenburg sei ein Ganzjahresbetrieb aber wichtig. Dazu habe das Museum stark beigetragen. Ob es Besucher sind, die auf den Spuren Otto Modersohns wandern, oder „erstaunlich viele Radfahrer, überwiegend aus den Niederlanden“ – sehr viele von ihnen kämen ins Museum.

Ganzjahresbetrieb

Das Problem: Das Museum kann nicht von den Einnahmen leben. Kreis und Land hätten signalisiert, dass sie das OMMT gerne unterstützen würden. „Voraussetzung ist, dass Tecklenburg in Vorleistung geht.“

Uta Jenschke erläuterte, sie sei die einzige hauptamtlich Beschäftige des Museums. „25 Ehrenamtliche stemmen den Betrieb engagiert und leidenschaftlich.“ Das OMMT sei zudem ein offenes Haus. Konzerte, Lesungen und Gespräche fänden dort statt. Und es gebe eine „zarte Kooperation“ mit den Tecklenburger Schulen. Ein Kunstkursus des Graf-Adolf-Gymnasiums sei als Freiluftmaler auf den Spuren Modersohns durch Tecklenburg gewandert, die Ergebnisse seien im Museum ausgestellt worden, nannte Uta Jenschke ein Beispiel. Mit jüngeren Kindern habe es in den Ferien ein Sommercamp gegeben.

Ab Samstag, 2. Oktober, ist zudem eine neue Ausstellung zu sehen. Gezeigt werden 45 Werke des belgischen Künstlers Karel Dierickx.

Der Ausschuss nahm diese Ausführungen wohlwollend zur Kenntnis und sprach sich einstimmig für einen Zuschuss aus. In diesem Jahr soll es 2000 Euro geben – mehr Geld ist nicht mehr übrig im Kulturfonds, der mit 5000 Euro bestückt ist. 3000 Euro sind bereits an das Krokodiltheater gegangen. Im nächsten Jahr sollen 3000 Euro an das OMMT gehen.

Das Otto Modersohn Museum ist ab dem 2. Oktober mittwochs, donnerstags und freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Eine kostenlose Führung durch die Ausstellung Karel Dierickx „Illusionäre Landschaften. Malerei, Zeichnungen und Bronzen aus drei Jahrzehnten“ gibt es am Sonntag, 3. Oktober, um 11 Uhr (Anmeldung erforderlich unter

 0 54 82/92 62 160).

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