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Tecklenburger auf Weltreise

Die Howes und ihr Abenteuer in der Tiefe

Tecklenburg/San Cristobal

Familie Howe aus Tecklenburg ist auf Weltreise. In den WN berichten sie immer wieder von ihren Erlebnissen und Abenteuern. Diesmal nimmt Carlos Howe die Leser mit auf einer spannende Tauchreise im Ozean vor den Galapagos-Inseln.

Fischschwärme in einer Größe, wie sie Carlos Howe als Taucher noch nirgends erlebt hat, gibt es Foto: Carlos Howe

Die Länder der Welt erkunden, einmal aus den geregelten Bahnen des Lebens ausbrechen – diesen Traum erfüllt sich Familie Howe. Sie ist auf Weltreise und berichtet in regelmäßigen Abständen von ihren Erlebnissen.

Diesmal widmen sich Vater Carlos, Mutter Tanja und Sohn Mateo Howe der Unterwasserwelt der Galapagos-Inseln: „Es scheint fast wie eine Fantasiereise: Du stürzt dich in die kalten Fluten. Und schon schwimmt zur Rechten eine Schildkröte, zur Linken taucht eine große Hammerhai-Schule auf, und ein wenig weiter vorne schwebt eine Gruppe von Mantas durchs Wasser. Dann düst irgendwas direkt vor dir vorbei. Wenn das nicht der flinke Seelöwe ist, der eben noch aus einem Meter Entfernung tief in die Augen geschaut hat. Wow, was für ein Tauchgang!

Voller Tatendrang auf San Cristóbal

Es ist unglaublich, welche Tiere man hier in kürzester Zeit sehen kann. Und das bei jedem Tauchgang. Es ist also kein Wunder, dass die Galapagos Inseln zu den besten Tauchgebieten weltweit zählen.

Da waren wir nun auf San Cristóbal, der östlichen Insel, und mal wieder voller Tatendrang. Schon auf Santa Cruz hatte ich den beinahe unbändigen Drang, mich als Taucher auch endlich mal in die Tiefe der lokalen Inselwelt zu begeben. Auf San Cristóbal konnte ich nicht mehr widerstehen. An einem diesigen Morgen war es so weit.

Ggehörige Portion Adrenalin im Blut

Mateo und Tanja hatten bereits in Südafrika und auf den Malediven das Schnorcheln für sich entdeckt. Deswegen wird auch keine Gelegenheit ausgelassen, mit mir aufs Tauchboot zu klettern und während meiner Tauchgänge die Unterwasserwelt schnorchelnd von oben zu betrachten. Die anfängliche Skepsis, mit einem Kind an solch einem Spot schnorcheln zu gehen, wurde sowohl von den Tauchguides als auch diversen Erfahrungsberichten, die wir im Vorfeld online recherchiert hatten, schnell entkräftet. Da die Haie die dortige Felslandschaft als Putzstation betrachten, kommen sie bereits gesättigt und träge dort an. Wobei träge bei einem Hai ehrlicherweise wohl auch eher relativ ist.

Nach einer längeren Bootsfahrt gab die See den Blick frei auf zwei Vulkanfelsen – ein untrügliches Zeichen für einen der besten Tauchspots. Geteilt durch einen kleinen Kanal, bieten sie unzähligen Lebewesen ein nahezu unberührtes Zuhause. Bekannt ist der Kicker Rock insbesondere für seine großen Hammerhai-Schulen, Mantas und Galapagoshaie, für seine Galapagos-Riesenschildkröten und die Galapagos-Seelöwen.

Mit einer gehörigen Portion Adrenalin im Blut, schälten wir Taucher uns in unsere Neoprenanzüge, zogen das Jacket mit Tauchflasche an und überprüften den Sitz der Ausrüstung. Mateo und Tanja bekamen davon nur wenig mit. Ebenso aufgeregt und voller Vorfreude wie ich, stülpten sich die beiden ihre Schwimmweste über die Neoprenanzüge. Die Schnorchelgruppe sammelte sich nahe der Felsen und wartete auf eine Welle, die sie in den Kanal zwischen den Felsen spülen sollte. Eine andere Möglichkeit des Einstiegs gab es nicht. Für die Taucher ging es hingegen direkt in die Tiefe. Kaum mit dem Kopf unter Wasser, schoss auch schon aus dem Nichts ein kleiner Seelöwe auf uns zu, stupste mich mit der Schnauze und glotzte mich aus seinen kleinen dunklen Knopfäuglein herausfordernd an. Dann ging es etwa 20 Meter hinunter und Richtung einer Felswand. Fast schlagartig wurde es dunkel; ehe ich es überhaupt realisieren konnte, befand ich mich inmitten eines riesigen Fischschwarms. Es schienen Millionen von glänzenden Leibern zu sein, Schuppe an Schuppe zogen die Fische soldatengleich um uns herum.

Seelöwen und Schildkröten

Der Schwarm verschwand ähnlich schnell, wie er gekommen war. Der Blick war frei auf die Felswand. Überall wuselte es in den verschiedensten Farben, Formen und Größen. An einem kleinen Plateau machte unser Guide uns auf eine grünlich schimmernde Schildkröte aufmerksam, die sich nur wenige Meter träge nach oben schwebte. Ein wunderschöner und eleganter Anblick. Währenddessen düsten gleich mehrere Seelöwen pfeilschnell über die Plateauebene und jagten sich im selbstmörderischen Tempo zwischen den Felsspalten hindurch.

Dann waren sie urplötzlich da. Inmitten der Sonnenstrahlen, die durch das Wasser brachen, erkannte man die ersten Hammerhaie. Nur wenige Meter von uns entfernt, zogen die zum Teil vier bis fünf Meter langen Tiere seelenruhig ihre Bahnen und schienen uns gar nicht zu bemerken. Nicht weit entfernt entdeckten wir mehrere Galapagoshaie, ebenfalls mehrere Meter groß.

Selten hat mich ein Tauchspot so in den Bann gezogen wie dieser am Kicker Rock. Und selten war eine Stunde so schnell zu Ende. Überglücklich ging es zurück zur Oberfläche und ins Boot, wo bereits meine Frau und mein Sohn warteten. Ich blickte in zwei strahlende Gesichter. Auch der Schnorchelausflug durch den Kanal war ein voller Erfolg, sah man doch von oben ebenfalls Haie, die in der Tiefe ihre Runden drehten. Seelöwen und Schildkröten kamen sogar bis auf wenige Meter an die beiden heran.“

Folgen kann man Familie Hoge unter Captainsandson auch auf Youtube und Instagram.

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