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Fridays for Future hat Tecklenburg erreicht

Altstadt wird zur Demo-Meile

Tecklenburg

Die beiden Polizisten, die den Demonstrationszug begleiten wollen, kommen zu spät. Sie müssen schon einen kurzen Sprint hinlegen, um Eltern und Kinder, Schülerinnen und Schüler sowie Großväter und -mütter einzuholen: Am Freitagmittag fand die erste Fridays-for-Future-Kundgebund in Tecklenburg statt. Weitere sollen folgen.

Bettina Laerbusch

Die erste Fridays-for-Future-Demo in Tecklenburg werten die Organisatoren als großen Erfolg. Foto: Bettina Laerbusch

„Erst haben wir ein bisschen gezweifelt – dann haben wir gesagt, wir wollen das und wir schaffen das.“ Antonia Brinkmann, Schülerin der Q 1 des Graf-Adolf-Gymnasiums, sagt diesen Satz am Freitagmittag. Und sie hat recht behalten: Es sind zeitweise am Freitagvormittag ab 11 Uhr mehr als 100 Schülerinnen und Schüler sowie Männer und Frauen jeden Alters, die am Fridays-for-Future-Streik auf dem Marktplatz teilnehmen. „Mit 50 bis 100 haben wir gerechnet. Dass es so viele sind, das ist einfach toll“, sagt sie.

Es werden Plakate gemalt und beschrieben. Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL) sind gekommen: Sie informieren in einem Vortrag. Die Schüler der oberen Klassen liefern zudem Fakten zum Klima – das vor allem für ihre jüngeren Mitschüler. Der Chor „Mollmäuse“ singt „A better world“ und „Hand in Hand“. Bürgermeister Stefan Streit schaut vorbei und lobt die Schüler für ihren Einsatz.

Um 13.40 Uhr – zehn Minuten später als angekündigt – setzt sich der Demonstrationszug durch Tecklenburg in Bewegung. Zum ersten Mal findet eine Fridays-for-Future-Demo in Tecklenburg statt. Es sind jetzt knapp 100 Personen – keineswegs nur Schüler, sondern auffallend viele ältere Männer und Frauen –, die demonstrieren. Und das unüberhörbar: „Wir sind hier, wird sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut“, ist ein Satz, der zu hören ist. Die jüngste Teilnehmerin ist übrigens gerade einmal zweieinhalb Jahre alt, ihre Mutter hat sie mitgenommen.

Zehn Mitglieder, hatten Antonia Brinkmann und Patrick Hövels kurz vor dem Beginn des Demonstrationszuges gesagt, umfasse das Organisationsteam. Der Entschluss, eine Demonstration für den Klimaschutz in Tecklenburg durchzuführen, sei im September in Osnabrück gefasst worden: „Warum nach Münster oder Osnabrück fahren? Das können wir auch hier machen.“ Patrick Hövels wünscht sich sehr, dass Fridays for Future ab jetzt „vielleicht nicht jede Woche, aber regelmäßig auch in Tecklenburg stattfindet“.

„Fangt bei euch selbst an!!! Denn die Zeit rennt!!!“ steht auf einem Plakat einer Schülerin. Über das Plakat „Mamas for Future“ freuen sich die Schüler besonders. Fröhlich und wohl auch ein bisschen stolz, diese Kundgebung auf die Beine gestellt zu haben, halten es Patrick Hövels, Antonia Brinkmann sowie Malin Braatz und Marleen Mügge, die beide ebenfalls zum Organisationsteam gehören, in den Händen. „Die Zukunft unserer Enkel ist mir nicht scheißegal“, auch diese Statement zeigt, dass der Protest generationsübergreifend ist.

Drei Wochen, so Hövels und Brinkmann im Gespräch mit unserer Zeitung, hätten sie auf die Genehmigung des Ordnungsamtes gewartet. Mit Demos hätte man nicht so viel Erfahrung, habe man ihnen gesagt. Die Polizei in Tecklenburg offensichtlich auch nicht. Denn die beiden Polizisten, die den Zug gerne begleiten wollten, kamen zu spät. Sie mussten schon einen kurzen Sprint hinlegen, um Eltern und Kinder, Schülerinnen und Schüler sowie Großväter und -mütter einzuholen.

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