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Neuer Vorstand des Fördervereins der Freilichtspiele Tecklenburg bezieht Stellung

Arbeit unter leichteren Bedingungen

Tecklenburg

Der Förderverein der Freilichtspiele Tecklenburg hat mit Markus Söllner einen neuen Vorsitzenden gewählt. Nun warf ein Leserbrief, der unsere Redaktion Anfang der Woche erreichte, einige Fragen auf. Der neue Vorsitzende Markus Söllner gibt jetzt Antworten.

Von Mareike Stratmann

„Dr. Schiwago“ sorgte 2019 als bis dato letztes Musical für große Gefühle auf der Freilichtbühne. Dem alten wie neuen Vorstand des Fördervereins der Freilichtspiele ist daran gelegen, auch weiterhin derart hochklassige Inszenierungen nach Tecklenburg zu holen. Foto: Detlef Dowidat

Wie kam es zu der Abwahl des langjährigen Vorsitzenden Axel Brewe? Ist sich der neue Vorstand, der laut Leserbrief-Schreiber „ja ausschließlich von außerhalb kommt“, der besonderen Verantwortung ob der Aufrechterhaltung eines vielfältigen kulturellen Programms in Tecklenburg bewusst? Und können die bis zu 500 Vereinsmitglieder „vom Vorstand das gleiche Engagement wie von Axel Brewe erwarten“? Es sind Fragen, zu denen der neue Vorsitzende Markus Söllner im Namen des Gesamtvorstands Stellung nimmt.

So schildert er, dass in der Versammlung vom erweiterten Vorstand vorgebracht wurde, „dass die Vorstandsarbeit trotz zahlreicher Gesprächsversuche in den letzten Jahren nie den Vereinsregeln entsprach und auch nicht von vertrauensvoller Zusammenarbeit geprägt war“. Was damit gemeint ist? Markus Söllner, selbst Vorstandsmitglied seit 2020, schreibt: „So fand beispielsweise in knapp sechs Jahren nicht eine einzige, vom ersten Vorsitzenden einberufene Vorstandssitzung statt.“

Der ehemalige Vorsitzende Axel Brewe will das auf Rückfrage unserer Zeitung nicht verneinen, sagt vielmehr, „dass es für mich keine Notwendigkeit für ein formales Treffen gab. Immerhin haben wir uns vom Vorstand bestimmt 20 Mal im Jahr vor den jeweiligen Vorstellungen der Freilichtbühne getroffen, wenn wir gemeinsam um Mitglieder geworben haben. Da haben wir alles besprochen. Und außerhalb der Kernaufgabe des Vereins gab es auch keine weiteren Themen.“

Keine One-Man-Show gewollt

Die übrigen Vorstandsmitglieder sahen das offensichtlich anders. Dazu heißt es in der Stellungnahme: „Der erweiterte Vorstand war der Ansicht, dass in der vorliegenden Art der Alleingänge der Verein nicht weitergeführt werden kann.“ Söllner präzisiert auf Nachfrage: „Für uns ist der Verein ein Verein und keine One-Man-Show.“

Das hätten wohl auch die anwesenden Mitglieder der Versammlung – darunter viele aktive Mitglieder – so gesehen. „Auf Vorschlag von Helmut Stübbe wählten sie mit 20:3-Stimmen Markus Söllner zum neuen ersten Vorsitzenden.“ Der zweite Vorsitzende Helmut Stübbe und die Kassiererin Heidrun Stübbe wurden in ihren Ämtern bestätigt und zwei junge Mitglieder, Julia Bley und Florentine Klenner, auf die freien Posten im Vorstand gewählt.

Markus Söllner ist nach Tecklenburg gezogen

Ob sich der neue Vorstand der Verantwortung bewusst sei? „Selbstverständlich“, sagt Markus Söllner, der dem Förderverein der Freilichtspiele 2014 beigetreten ist. Er betont, dass „mein Herz an der Bühne hängt“ und schildert, dass auf seine Initiative und unter seiner Organisation „in der Saison 2019 erstmalig ein Team von etwa zehn sehr engagierten, aktiven Mitgliedern dafür sorgte, dass bei nahezu jeder Vorstellung zwei Infostände des Fördervereins besetzt und besonders viele neue Mitglieder geworden werden konnten. Ein Drittel der heute fast 500 Mitglieder des Vereins stammt allein aus dieser Gemeinschaftsleistung in einer einzigen Saison im Sommer 2019. (...) Für die damalige Festspielsaison hatte Markus Söllner eine Zweitwohnung in Osnabrück gemietet. Durch seine neue Wohnung im Birkenweg in Tecklenburg wird er künftig – wie schon während der Saison 2019 – in Tecklenburg präsent und ansprechbar sein, auch wenn er berufsbedingt weiterhin zwischen Frankfurt/Main und Tecklenburg pendeln muss.“

Ferner bekundet der neue Vorstand: „Unser Engagement startet nicht erst jetzt, sondern setzt nahtlos die Arbeit der letzten Jahre unter hoffentlich leichteren Bedingungen fort.“ So seien die Planungen für die Saison 2022 angelaufen, der Kontakt zu den Organisatoren der Freilichtspiele sei eng und man werde neben der Öffentlichkeitsarbeit auch die weniger repräsentativen, rechtlichen und organisatorischen Aufgaben fortführen, „die in den letzten Jahren bereits von uns erledigt wurden oder zum Teil auch leider durch fehlende Abstimmung liegengeblieben sind.“

"Menschlich sehr enttäuscht" 

Axel Brewe möchte sich zu den Aussagen des neuen Vorstands nicht weiter äußern. „Ich will den Verein nicht schädigen. Aber das Vorgehen kann ich natürlich nicht gutheißen. Das war ein feiger Angriff aus dem Hinterhalt, der mich nach all den Jahren menschlich sehr enttäuscht“, sagt der ehemalige Vorsitzende, der das Amt seit 2008 innehatte. Gleichwohl will er Mitglied des Fördervereins der Freilichtspiele Tecklenburg bleiben.

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