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Vortragsabend des GHV

Auswirkungen der Revolution

Tecklenburg

Am 18. Mai 1848 zogen die frei gewählten Abgeordneten in feierlichem Zug in die Frankfurter Paulskirche ein. Auf der Tribüne erlebten Zuhörer und Zuhörerinnen (tatsächlich: Frauen fanden sich dort auch ein), wie mit Pathos von Freiheit und Einheit, von Grundrechten gesprochen wurde. Um diese Zeit geht es an einem Vortragsabend des GHV.

Das Bild zeigt einen Briefkopf der Portland Cementwerke, Lengerich aus der Zeit um das Jahr 1914. Foto: Dr. Christof Spannhoff

1848 ist in die Geschichte als das tolle Jahr eingegangen. Freiheit und Einheit zu erstreben, war eine tolle Sache, meinten Republikaner und Liberale; aber die Menschen trieben es zu toll, meinten die Skeptiker. Das Janusgesicht der Revolution zeigt also hochfliegende Erwartungen und tiefen Fall. Darum geht es bei einem Vortragsabend, zu dem der Geschichts- und Heimatverein (GHV) am Mittwoch, 18. August, um 19.30 Uhr in das evangelische Gemeindehaus, Walther-Borgstette-Straße 5, einlädt.

Am 18. Mai 1848 zogen die frei gewählten Abgeordneten in feierlichem Zug in die Frankfurter Paulskirche ein. Auf der Tribüne erlebten Zuhörer und Zuhörerinnen (tatsächlich: Frauen fanden sich dort auch ein), wie mit Pathos von Freiheit und Einheit, von Grundrechten gesprochen wurde. Weniger als zwei Jahre später war dieser Spuk vorbei, so meinte manch ein preußischer Offizier. Doch so ganz stimmte das nicht: 1850 war nicht alles wieder so, wie es 1846 gewesen war. Manche liberale wirtschaftliche Maßnahme blieb, und an die politischen Ideale konnten die Verfassung von Weimar 1919 und das Grundgesetz von Bonn 1949 anknüpfen, schreibt der GHV.

Politische Ideale

Was von diesen großen Tagen im Kreis Tecklenburg zu spüren war, wird Dr. Alfred Wesselmann zum Thema des ersten Teils des Vortragsabends machen. Im zweiten Teil geht Dr. Christof Spannhoff auf die wirtschaftliche Situation im Kreis Tecklenburg Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Es handelte sich damals um eine Zeit des Umbruchs, in der den Folgen der Bauernbefreiung, des Aufkommens eines Bodenmarktes sowie der Privatisierung der Gemeinheitsflächen, aber auch dem Einbruch des zuvor prägenden Leinengewerbes sozial und wirtschaftlich begegnet werden musste. Welche Faktoren beeinflussten die ökonomische und gesellschaftliche Entwicklung? Welche sozialen Kräfte waren hier maßgeblich am Werk? Welche Impulse kamen von innen, welche wurden von außen ins Tecklenburger Land getragen?

Eingehender betrachtet werden sollen hier die Innovationen und Wandlungen in Ackerbau und Viehzucht in der Region, aber auch im Ibbenbürener Bergbau sowie in der Kalk- und Zementherstellung. Abschließend soll die Frage beantwortet werden, ob es im Tecklenburger Land auch zu einem Umstrukturierungsprozess kam, den man als „Industrielle Revolution“ bezeichnen könnte.

Der Eintritt zu dem Vortragsabend kostet sieben Euro. Es gelten die bekannten Corona-Regeln (unter anderem Maskenpflicht am Sitzplatz). 

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