1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Tecklenburg
  6. >
  7. Autos sind sein großer Traum

  8. >

Nach der Flucht beginnt Osman Hissen eine Lehre

Autos sind sein großer Traum

Tecklenburg-Broch...

Geflohen ist Osman Hissen aus seiner Heimat Eritrea, weil er nicht kämpfen wollte. Vor fünf Jahren ist er nach Deutschland gekommen. Der 23-Jährige lebt in Brochterbeck und ist glücklich, weil er eine Lehre in seinem Traumberuf macht.

Luca Pals

Franz Bäumer (links) zeigt sich „sehr zufrieden“ mit der Arbeit von Osman Hissen. Seit 2018 absolviert Osman, der 2015 aus Eritrea kam, seine Ausbildung im Autohaus in Ibbenbüren. Foto: Luca Pals

Eifrig werkelt Osman Hissen an einem Auto. Es folgt noch ein Ölwechsel und die Inspektion ist so gut wie erledigt. Hissen ist in seinem Element: „Autos haben mich immer schon interessiert. Ich bin sehr froh, beim Autohaus Bäumer meine Ausbildung machen zu können“, sagt der 23-Jährige, der vor fünf Jahren in seiner neuen Heimat Deutschland angekommen ist.

Über die Flucht aus Eritrea von damals mag der junge Mann nicht gerne reden. Er sollte in seiner alten Heimat rekrutiert werden. Weil er nicht kämpfen wollte, floh er von Eritrea Richtung Deutschland. Auf einem kaputten Boot war er über mehrere Tage auf dem Mittelmeer unterwegs. In Deutschland versucht er nun, sich eine neue Heimat aufzubauen. Aber viel lieber möchte er sich bedanken: „Bei den Menschen, die mir geholfen haben. In erster Linie war das Petra Upmeyer.“ Als er aus einem Auffanglager in der Nähe von Dortmund nach Brochterbeck kam, sei sie eine der ersten gewesen, die ihm stets zur Seite stand: Wohnungssuche in Brochterbeck, Jobsuche in Ibbenbüren, Sprache lernen in Lengerich.

Letzteres tat er in der Volkshochschule, erreichte das Niveau B1. Er sagt: „Die Sprache ist zwar sehr schwierig, aber ohne sie geht es nicht. Deutsch zu sprechen vereinfacht natürlich alles.“ Nachdem er für einige Wochen gemeinsam mit vielen anderen Flüchtlingen in einem Container untergebracht war, bekam er ein kleines Zimmer in Brochterbeck. Seit Ende 2017 lebt er in einer kleinen Wohnung in Ibbenbüren: „Ich habe alles vor Ort: Berufsschule, Fitnessstudio und die Arbeitsstelle.“

Im lokalen Autohaus absolviert er zurzeit eine Ausbildung, Co-Chef Franz Bäumer ist „sehr zufrieden“ und sagt: „Hissen ist immer sehr engagiert und kommt motiviert zur Arbeit.“ Zu Beginn hätten zwar sprachliche Barrieren viele Steine in den Weg gelegt, so Bäumer: „Aber das hat er super gemeistert, die sprachlichen Schwierigkeiten sind kaum noch da und er ist auf einem sehr guten Weg.“

Deutschland sieht Osman Hissen längst als seine neue Heimat an. Hier hat er seine Freunde und seinen Sport. Wenn es nicht ins Fitnessstudio geht, steht er auf dem Fußballplatz. Sein Chef schmunzelt: „Wir haben schon gegeneinander gespielt. Das hätte ich lieber gelassen. Da hatte ich keine Chance.“

Und der Unterschied zu Eritrea? „Hier ist immer alles perfekt durchgeplant“, antwortet der 23-Jährige wie aus der Pistole geschossen.

Startseite