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Teilnahme am „Runden Tisch“ erwünscht

Biker wollen eigenen Verein gründen

Tecklenburger Land

Damit auch die Mountainbiker in der Diskussion um die Nutzung des Waldes Gehör finden, plant Thomas Sprekelmeyer-Heukamp die Gründung eines Vereins: „Die Mountainbiker im Tecklenburger Land sind bislang nicht vertreten“, begründet der Brochterbecker sein Vorhaben. Geplant sei, sich dem deutschlandweit agierenden Verein „Naturfreunde Deutschland“ anzuschließen und eine Ortsgruppe „Naturfreunde Tecklenburg“ zu gründen.

Stephan Beermann

Auf dem Hermannsweg – hier auf dem Abschnitt zwischen Postdamm und Schöne Aussicht – sind in diesen Tagen viele unterwegs: neben Spaziergängern und Mountainbikern auch Reiter. Foto: Stephan Beermann

Die harten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie treibt die Menschen nach draußen, um etwas Erholung zu finden. Wie berichtet, kommt es im Riesenbecker Berg, im Dörenther Berg, auf dem Hermannsweg und anderswo immer wieder zu Ärgernissen, weil zu viele Menschen dasselbe suchen: die Ausübung ihrer Freizeitbeschäftigung, sei es als Reiter, Jäger, Spaziergänger – oder als Mountainbiker. Letztere haben sich nach unserer Berichterstattung zum Thema „Mountainbiken im Wald“ in den vergangenen Tagen vielfach zu Wort gemeldet.

Einige haben ihren Wunsch nach Teilnahme an einem „runden Tisch“ angemeldet. Dieser war von Waldbauernpräsident Dr. Philipp Freiherr Heereman angeregt worden, um eine verbindliche Regelung für das Miteinander von Mountainbikern und anderen Waldbesuchern zu finden. Eine entsprechende Anfrage beim Landrat habe er bereits eingereicht, sagte Heereman. Doch auf eine baldige Einladung zu einem „runden Tisch“ in größerer Zusammensetzung werde man angesichts des nach wie vor streng geregelten Lockdowns nicht setzen können, sagte Heereman. Die Reaktion des Kreises sei abzuwarten.

Thomas Sprekelmeyer-Heukamp

Das Problem sei, dass die meisten Biker unabhängig voneinander unterwegs sind, schreibt Thomas Bollen aus Neuenkirchen. Er kenne sehr viele, die sich gerne zu Wort melden möchten und sich an einem runden Tisch beteiligen wollen. Damit auch die Mountainbiker in der Diskussion um die Nutzung des Waldes Gehör finden, plant Thomas Sprekelmeyer-Heukamp die Gründung eines Vereins: „Die Mountainbiker im Tecklenburger Land sind bislang nicht vertreten“, begründet der Brochterbecker sein Vorhaben. Geplant sei, sich dem deutschlandweit agierenden Verein „Naturfreunde Deutschland“ anzuschließen und eine Ortsgruppe „Naturfreunde Tecklenburg“ zu gründen. Auf diese Weise gäbe es dann eine verlässliche Kontaktstelle.

In der Diskussion über die hohe Mountainbikerdichte im Wald wird immer wieder auf die batterieunterstützten E-Bikes hingewiesen, die auch weniger Sportliche jeden Hügel erklimmen lassen. In einem Forum zu diesem Thema schreibt ein User: „Früher waren es wenige, denn da ging es mit reiner Muskelkraft, was viel Geschick, Kraft und Ausdauer benötigte. Heute kann jeder unsportliche Besitzer eines Pedelecs den Wald stören und zerstören. Es sind dadurch zu viele.“

Ja, es gibt einige schwarze Schafe unter den Mountainbikern, sagt Manuel Stawinski, aber ein Verbot könne keine Lösung sein. Der Bevergerner hat mit sportlicher Ambition ein eigenes Mountainbike-Rennsportteam gegründet und bietet zudem auf seiner Internetseite Kurse für Mountainbiker im Riesenbecker und Dörenther Berg an. Seine Mountainbiker-Schule hat er Mitte Januar als Kleingewerbe angemeldet. Sein Zielpublikum reicht vom Anfänger im leichten Gelände bis zum Könner im schweren Gelände und auf losem Untergrund. Grundlage jeder Tour sei für ihn gegenseitige Rücksichtnahme und ausreichender Sicherheitsabstand. Aus seiner Sicht hat es sich – zum Beispiel in Königswinter – bewährt, Wanderwege und Mountainbiketrails getrennt auszuweisen.

Den Einzug des Elektromotors sieht Manuel Stawinski wegen der hohen Zunahme auch kritisch, aber ein Verbot des E-Motors würde Menschen ausgrenzen. Sein Vorschlag: Um das Ganze zu entzerren, sollte man E-Bikes auf breite Wege beschränken. Weiter sagte er: „Es ist wichtig, dass man sich nicht gegenseitig den schwarzen Peter zuschiebt, sondern gemeinsam Lösungen findet und alle Beteiligten sensibilisiert.“

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