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Fachausschuss berät über Hotel „Burggraf“

Bis zum Herbst Baurecht schaffen

Tecklenburg

Der Bebauungsplan „Hotel Burggraf“ geht in die nächste und wohl letzte Runde. Bis zur Sommerpause soll das Verfahren abgeschlossen und Baurecht geschaffen werden. Rund 100 Zimmer soll das neue Hotel haben.

Ruth Jacobus

Der Hotelkomplex auf dem Burgberg. Derzeit wird Planungsrecht geschaffen, um das Projekt realisieren zu können. Foto:  Entwurf: MBN

„Wir steigen in ein altbekanntes Thema ein.“ Mit dieser Aussage hatte Bürgermeister Stefan Streit durchaus recht. Denn im Planungs-, Bau- und Stadtentwicklungsausschuss ging es am Dienstagabend wieder einmal um das Hotel „Burggraf“. Über elf Jahre beschäftige er sich schon aktiv damit, so Streit. Er erinnerte an den städtebaulichen Wettbewerb sowie an verschiedene potenzielle Betreiber und Investoren, die in Tecklenburg gewesen seien. „Jetzt sind wir eine ganze Ecke weiter.“

In der Tat, es kommt Bewegung in das Langzeitprojekt. Und allen Unkenrufen zum Trotz wird es tatsächlich verwirklicht. Hatte es 2018 die letzten Verfahrensschritte im Stadtrat gegeben, um Baurecht zu schaffen, wurde dann eine Pause eingelegt. „Aber hinter den Kulissen wurde weiter gearbeitet“, erläuterte Streit. So habe man eine Betreibergesellschaft gegründet. Und die Firma MBN aus Georgsmarienhütte als Investor hat mittlerweile auch einen Hoteldirektor: Elmar Schmitz aus Osnabrück.

Bürgermeister Stefan Streit

Im Fachausschuss ging es nun um die Flächennutzungsplanänderung und den Bebauungsplan „Hotel Burggraf“ beziehungsweise um die Stellungnahmen, die während der öffentlichen Auslegung eingegangen sind und um den Beschluss der erneuten öffentlichen Auslegung. Mit jeweils drei Gegenstimmen von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wurde das Gesamtpaket auf den Weg gebracht.

Das sei ein wichtiger Schritt, betonte der Bürgermeister. Ziel sei es, das Thema vor der Sommerpause weiter zu verhandeln, damit im Herbst Baurecht geschaffen werden könne. „Es ist dringend Zeit, dass etwas geschieht.“

Weil sich seit der öffentlichen Auslegung der Pläne im Jahr 2018 wesentliche Änderungen bei der vorgesehenen Nutzung (unter anderem Wegfall des Kulturgangs und der Tiefgarage sowie Verkleinerung des Hotels) ergeben haben und Plananpassungen erforderlich geworden sind, ist nun eine erneute öffentliche Auslegung erforderlich. Im neuen Konzept sind im Hotel circa 100 Zimmer im klassischen Hotelbetrieb und 40 Appartements für dauerhaftes Wohnen vorgesehen, die vom Hotel vermietet werden. Außerdem gibt es ein Appartementhaus.

Festgesetzt wird im Bebauungsplan ein „urbanes Gebiet“. Die Hotelnutzung muss überwiegen und mehr als 50 Prozent der Bruttogeschossfläche einnehmen.

Rainer Bünte (Bündnis 90/Die Grünen)

Kritik gab es von Rainer Bünte (Bündnis 90/Die Grünen). Die Planung habe sich immer mehr verändert. „Wir können dem Ganzen nicht zustimmen. Das ist kein Hotel mehr, das ist Wohnbebauung durch die Hintertür.“

Es sei der Auftrag gewesen, Planungsrecht für ein Hotel zu schaffen. „Das ist mehr als deutlich erfüllt“, wies Stefan Streit die Kritik zurück.

Für den Risikostandort Tecklenburg gebe es verschiedene Modelle, fügte Projektentwicklung Georg Sprenger hinzu. „Ich brauche eine Mindestauslastung.“ Das Servicewohnen im Hotel habe außerdem Charme, da man die Angebote des Hauses nutzen könne: Geplant sind ein bis zu 1000 Quadratmeter großer Wellnessbereich, Sauna und Schwimmbad. Auf der Außenterrasse des Restaurants gebe es 100 Sitzplätze. „Ich kann mir vorstellen, dass das der Renner wird“, so Sprenger, der damit den Ausblick ins Münsterland meinte. Die Wirtschaftlichkeit sei ein bisschen der Motor von allen Investitionen, fügte er hinzu. Außerdem seien bereits erhebliche Gelder geflossen.

Das geplante Mehrfamilienhaus neben dem Hotel könne man nur begrüßen, befand Michael Reiffenschneider (CDU). Es sei gut, eine wirtschaftliche Lösung zu finden und nicht nur einen Hotelkomplex zu bauen, der dann in fünf Jahren wieder geschlossen werde.

Es habe Gespräche mit großen Gruppen gegeben, die aber Häuser schließen würden, so Sprenger zu der Problematik. Deshalb werde man das Hotel selbst betreiben. Wie die Betreibergesellschaft aussieht, da hält sich MBN als Investor noch bedeckt. „Zur Betriebsgesellschaft und zur Hotelmarke findet zur Zeit die abschließende Konzeptplanung statt. Insofern kann hierzu aktuell noch keine Aussage getroffen werden. Wir werden zu gegebener Zeit darüber Auskunft geben“, hieß es auf Anfrage aus dem Unternehmen.

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