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Stadtrat verschiebt Entscheidung

Buche soll Wohnhäusern weichen

Tecklenburg

Eine Verwechslung hat erst mal zur Verzögerung für das geplante Bauvorhaben an der Bahnhofstraße 37 geführt. Statt des Stammumfangs von 2,60 Meter hat die Vermessungsfirma den Durchmesser – 0,80 Meter – als Umfang angenommen und die Buche aus der Planung herausgelassen. Doch der Baum fällt angesichts seiner Größe unter die Baumschutzsatzung.

Ruth Jacobus

Ob der Rotbuche an der Bahnhofstraße 37 in Tecklenburg das gleiche Schicksal droht wie der Rotbuche hinter dem ehemaligen Hotel „Haus Werlemann“ in Lengerichß Die wurde am 8. Februar 2019 gefällt. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Die Buche ist ein stattlicher Baum, gesund, hat einen Stammumfang von 2,60 Metern – und soll gefällt werden. Damit mochten sich die Mitglieder des Stadtrates in der jüngsten Sitzung nicht so recht anfreunden. Vor einer Entscheidung sollen sich sowohl der Ausschuss für Bauen, Planen und Stadtentwicklung als auch der Umweltausschuss mit der Thematik befassen. Die Buche fällt angesichts ihrer Größe unter die Baumschutzsatzung.

Den Hintergrund der geplanten Fällung erläuterte Bernd Pieper, Fachbereichsleiter Planen, Bauen und Umwelt: Der Baum steht auf dem Grundstück Bahnhofstraße 37. Dort sollen zwei Häuser mit jeweils sechs Wohneinheiten und einem Nebengebäude errichtet werden. Derzeit steht dort ein Wohnhaus – und daneben die Rotbuche. Beide sollen den Neubauten weichen. Von Bürgern sei die Stadt auf den Baum hingewiesen worden, erläuterte Pieper.

Eine Vermessungsfirma habe den Stammumfang (2,60 Meter) mit dem Stammdurchmesser (80 Zentimeter) verwechselt und die Buche deshalb nicht mit in die Planung einbezogen. Man sei davon ausgegangen, dass die Baumschutzsatzung erst bei einem Durchmesser ab einem Meter greife. „Wir hätten gerne einen Beschluss“, forderte Pieper den Stadtrat zu einer Entscheidung auf. Laut Architekturbüro sei eine Planung um den Baum herum nicht möglich.

Das Architekturbüro ist laut Verwaltung bereit, eine Ersatzpflanzung (drei gleichwertige Bäume mit einem Mindest-Stammumfang von 18 Zentimetern in einem Meter Höhe) beziehungsweise eine Ausgleichszahlung zu leisten.

„Mit uns ist das nicht zu beschließen“, stellte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Marilies Saatkamp, kategorisch fest. Es handele sich um einen stattlichen Baum. Zudem könne man das Grundstück ja auch anders nutzen. Und Doris Löpmeier, Fraktionsvorsitzende der SPD, fand die Erklärung des Architekturbüros zu lapidar. Sie regte an, das Thema an die Fachausschüsse zu verweisen. Dem stimmte auch der Fraktionsvorsitzende der CDU, Egbert Friedrich, zu. Die Entscheidung im Stadtrat fiel letztlich einstimmig.

Für das Architekturbüro bedeutet das, noch warten zu müssen. Die nächste Sitzung des Stadtrats nach den beiden Fachausschusssitzungen ist laut Sitzungskalender erst für den 27. April geplant.

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