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Burggraf-Pläne bleiben umstritten

Tecklenburg

Gemeinsam die Stadt nach vorne bringen, das wollen die vier Fraktionen im neuen Rat. Allerdings deutet sich in einem Punkt eine unverändert intensive Diskussion an: Wie geht‘s weiter mit dem ehemaligen Hotel Burggraf?

Michael Baar

Seit Jahren ist das ehemalige Hotel Burggraf mit einem Bretterzaun abgeschirmt. Foto: Katja Niemeyer

Groß gefeiert haben die Wahlsieger am Sonntagabend nicht. „Wir haben eine Telegrammgruppe, da haben wir uns angefunkt“, beschreibt Marielies Saatkamp nüchtern, was beim Bündnis 90/Die Grünen gelaufen ist. „Wir mussten am Montag ja alle wieder zur Arbeit“, fügt die Fraktionssprecherin im Gespräch mit dieser Zeitung hinzu.

Irgendwie, das wird aus ihrem Tonfall deutlich, mag sie immer noch nicht glauben, dass die Grünen am Sonntag nicht nur drei Direktmandate geholt haben, sondern im neuen Stadtrat eine sechsköpfige Fraktion bilden werden. Gut Voraussetzungen aus ihrer Sicht, grüne Themen in der Stadt weiter voranzubringen.

An erster Stelle nennt Marielies Saatkamp Reaktionen auf den Klimawandel. „Da müssen wir vor Ort viel dafür tun, um dem entgegenzuwirken.“ Beispielsweise beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Gerade in Ledde ist das aus Sicht der Fraktionssprecherin ein großes Thema. „Dort wird gebaut, wir haben mit den anderen Fraktionen schon darüber gesprochen“, erklärt sie.

Klar positioniert haben sich die Grünen beim Thema Burggraf. „Ein Hotel nach dem ersten Entwurf hätten wir unterstützt“, räumt sie mit Blick auf fehlende Betten-Kapazitäten ein. „Aber die jetzigen Planungen einschließlich Appartements sind uns zu groß. Das ist mit uns nicht zu machen“, kündigt sie Widerstand an.

Dass dieses Thema noch zu vielen Diskussionen führen wird, scheint sicher. „Wir hoffen auf die Umsetzung und stehen hinter dem Projekt“, versichert Silke Sundermann auf Nachfrage dieser Zeitung. „Inklusive der Appartements“, daran lässt die SPD-Stadtverbandsvorsitzende keinen Zweifel.

Das Thema ÖPNV haben die Sozialdemokraten ebenfalls im Visier, speziell die Situation in Ledde. Und auch bei den Radwegen wollen die Genossen mehr umgesetzt sehen. Weitere wichtige Aufgaben in den nächsten fünf Jahren sich aus Sicht von Silke Sundermann die Sicherung aller vier Schulstandorte sowie die Auflösung des Investitionsstaus bei der Freiwilligen Feuerwehr. Überfällig sei die Sanierung beziehungsweise der Neubau der Gerätehäuser in Ledde und Brochterbeck.

Unabdingbar ist für sie in diesem Zusammenhang, dass die Stadt finanziell solide aufgestellt bleibt. Dazu zählt Silke Sundermann ausdrücklich auch die Unsicherheiten, bedingt durch die Corona-Pandemie. Dass der Rat jünger geworden ist, findet sie gut. Und wenn die Stadtverbandsvorsitzende, die auch ein Ratsmandat hat, sich etwas wünschen dürfte, wäre das ein gemeinsames Handeln des Kommunalparlaments für alle Bürgerinnen und Bürger.

Von viel Arbeit, die auf die Fraktion zukommen werde, spricht Dörthe Wittrock. Die FDP-Stadtverbandsvorsitzende nennt ein zentrales Anliegen der Liberalen: „Die Parkgebühren müssen sofort weg.“ Dass für Arzt-, Gottesdienst- oder Bühnenbesuche gezahlt werden muss, findet sie völlig daneben. Auch die lokale Wirtschaft würde von einem Verzicht profitieren, da Tecklenburg von Besuchern lebe. „Wir werden selbstbewusst arbeiten“, kündigt Dörthe Wittrock an.

„Wir hätten uns etwas mehr gewünscht“, gibt Anja Karliczek zu. Die Vorsitzende des CDU-Stadtverbands vermutet, dass die Partei ihre Ansätze und den Teamgeist vielleicht nicht nach außen habe rüberbringen können. In Sachen Burggraf hat sie eine klare Meinung und sieht sich in ihrer Skepsis bestätigt: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich in Corona-Zeiten jemand so ein Projekt ans Bein bindet“, sagt die Christdemokratin im Gespräch mit dieser Zeitung.

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