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Krokodiltheater spielt „Knispel“

Das Publikum im Sturm erobert

Tecklenburg

Eine Suppe, in der Schnürsenkel schwimmen? Kann die schmecken? Muss wohl – jedenfalls in dem Theaterstück „Knispel und die herrlichste Suppe der Welt“, dargeboten vom Krokodiltheater.

Axel Engels

Hendrikje Winter erweckte die Figuren in dem neuen Stück mit großer Bühnenpräsenz und Kunstfertigkeit zum Leben. Foto: Axel Engels

Es ist eine wunderbare kleine Geschichte, mit der die sympathische Hendrikje Winter vom Krokodiltheater am Sonntagnachmittag in der Remise von Wasserschloss Haus Marck die vielen kleinen und großen Besucher in eine zauberhafte Welt entführte. „Knispel und die herrlichste Suppe der Welt“ hatte Premiere, und die wurde zu einem beeindruckenden Erlebnis.

Die Geschichte hatte alles, was zu einem großen Abenteuer gehört. Knispel ist ein Tellerwäscher, unschlagbar in seinem Job mit dem praktischen Bürstenhaarschnitt, mit dem er den Schmutz vom Geschirr wegfegt wie kein anderer. Wenn er dann mit dem Hintern den Teller abtrocknete, hatte er die Sympathien des Publikums im Sturm erobert.

Die Küche, in der er unter widrigen Umständen gearbeitet hatte, wurde geschlossen und da beschloss er, in der großen weiten Welt das Abenteuer zu suchen. Nach langer Wanderschaft gelangte er in das Reich des „Königs der Tütensuppen“, mit dem nicht zu spaßen war. Aber mit Unterstützung der Kinder entwickelte sich die Geschichte wie von selbst. Eine eigene Suppe zu kochen war in diesem Königreich verboten und daran mussten sich alle halten, auch wenn das mit künstlichen Zutaten aufgepeppte Süppchen niemandem richtig schmecken wollte.

Liebevoll inszeniert

Knispel hielt sich natürlich nicht an das Verbot, kochte in Ermangelung frischer Zutaten eine Schnürsenkelsuppe. Dann kam es zur Revolte. Der Zwiebelbauer und der Kräutermann steuerten entgegen der königlichen Verordnung ihre wohlschmeckenden Zutaten bei, sogar der Polizist kündigt seinen Job. Ihm war der Bauch wohl näher als der Gesetzestext, und so lief er zu den Revolutionären über.

Auch für die Liebe war in dieser Geschichte genügend Platz. Denn Gretel und Knipsel fanden zueinander und tanzten am Ende gemeinsam ins Glück.

Diese Geschichte haben schon viele Puppentheater vom Kindertheater Laku Paka bis zum Münsteraner Charivari Theater in ihr Repertoire aufgenommen. Aber so liebevoll inszeniert wie an diesem Nachmittag erlebt man dieses Stück nur selten. Mit großer Bühnenpräsenz und Kunstfertigkeit erweckte Hendrikje Winter die Figuren zum Leben, da fühlte man sich mitten drin in dieser Geschichte. Das Rezept kann man gerne zu Hause nachkochen, lediglich den Schnürsenkel sollte man dann nicht mitessen.

Die nächsten Termine des Krokodiltheaters im Theater am Wasserschloss: „Vom Himmel ein Stück“, 17. Oktober, 20 Uhr; „Dicke Freunde“, 18. Oktober, 16 Uhr; „Struwwelpeter unzensiert“, 21. November , 20 Uhr; „Eselchen Zimt“, 28. und 29. November, 16 Uhr; „Ferien für den Weihnachtsmann“, 26. Dezember, 16 Uhr; „William Goldtaler der zweite“ (Gastspiel Theater Don Kidschote), 27. Dezember, 16 Uhr; „Pudels Kern“, 31. Dezember, 19.30 Uhr.

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