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Bekannte Künstlerin

Das Zarte ist so gewollt: Im Atelier von Silke Wellmeier entsteht feinstes Porzellan

Tecklenburg-Brochterbeck

Eine umfangreiche Ausstellungstätigkeit sowie Veröffentlichungen in Kunstmagazinen machen ihre Werke in der Region und darüber hinaus bekannt: Silke Wellmeier hat ihr Atelier in Brochterbeck.

Von Brigitte Striehn

Das handwerkliche Rüstzeug eignete sich Silke Wellmeier Stück für Stück an. Ab 2005 baute sie sich eine Karriere als Künstlerin auf. Ihr Material: Porzellan. Foto: Brigitte Striehn

In Silke Wellmeiers Atelier in Brochterbeck entstehen schwerpunktmäßig Gefäße und Objekte aus feinstem Porzellan, aber auch Bilder und kunstfertige Stickerei-Gemälde.

Das handwerkliche Rüstzeug für ihre künstlerische Laufbahn hat sich Silke Wellmeier – geboren 1977 in Ibbenbüren – von der Pike auf angeeignet. Von 1998 bis 2000 absolvierte sie eine Ausbildung zur Scheibentöpferin in der Töpferei Schulte-Uebbing in Tecklenburg. Nach dem Fachabitur an der Glasfachschule Rheinbach wählte sie für das Studium am „Institut für künstlerische Keramik und Glas“ der Hochschule Koblenz Keramik als Schwerpunkt. 2005 erhielt sie das Diplom für Freie Kunst/Keramik und baute sich eine Karriere als freiberufliche Künstlerin auf.

Sprung in die Selbstständigkeit

Im Jahr 2006 wagte Silke Wellmeier den Sprung in die Selbstständigkeit. Zeitweise übte sie noch eine Gesellentätigkeit in ihrem Ausbildungsbetrieb in Tecklenburg aus, die sie 2020 aufgab. Nachdem sie zunächst Gefäße oder Objekte entwarf und formte, entwickelte sie im Verlauf ihrer Tätigkeit eine zunehmend künstlerische Herangehensweise. Dabei lässt sie sich oft von der Natur inspirieren.

Eine umfangreiche Ausstellungstätigkeit sowie Veröffentlichungen in Kunstmagazinen machen ihre Werke in der Region und darüber hinaus bekannt. So beteiligte sie sich unter anderem am Internationalen Keramikfestival im niederländischen Milsbeek, an den Oldenburger Keramiktagen oder mehrmals an der Zeughausmesse für Angewandte Kunst in Berlin.

Im Jahr 2021 wurde die raumbezogene Installation „protected spaces“ für die Ausstellung „Kunst in der Region 2021“ ausgewählt. Die filigranen Porzellanobjekte zeichnen Umrisse von Naturschutzgebieten nach und gehen vielfältige Beziehungen miteinander ein.

Filigrane Porzellanobjekte

Neben der Arbeit an eigenen Kunstwerken kuratiert Silke Wellmeier Ausstellungen, unter anderem für den Welbergener Kreis. „Beides ist eine besondere Herausforderung“, stellt sie fest. Sie ist zweite Vorsitzende der bekannten Künstlervereinigung.

Im Rahmen des Kunstprojektes „Visionen 2021“ war in Havixbeck Silke Wellmeiers raumbezogene Installation „protected spaces“ zu sehen. In der Ausstellung „Vielfalt“ des Künstlerinnen-Forums Münsterland im Jahr 2021 wurde Wellmeiers Werk „Wayside“ in der St.-Barbara-Kaserne Dülmen sowie in der Galerie Münsterland Emsdetten gezeigt. „Die mit meinen Fingern geformten Porzellanplättchen bilden die Träger als Negativabformung von Blüten, gesammelt am Wegesrand, sodass dauerhafte Momentaufnahmen des Flüchtigen entstehen“, beschreibt sie das vielteilige Werk.

Die „Corona-Zeit“ empfand sie nicht als Belastung, diese sei einfach nur anders gewesen. „Ich habe neue Dinge in Angriff nehmen können“, erzählt sie. So habe sie eigene Farbporzellanmassen entworfen, die den Farbverlauf von trocknenden Gräsern abbilden. Die daraus entstandenen Gefäße sind durchgefärbt und nicht nur glasiert. Das Zarte, Zerbrechliche, das ihre Porzellanarbeiten auszeichnet, sei so gewollt, sagt sie. Das Porzellan baut sie in Schichten auf, wodurch ein sehr dünnes Ausarbeiten möglich ist. Dies sei allerdings zeitaufwendiger, betont Wellmeier. Die Hände sind ihr wichtigstes Werkzeug. Spuren davon bleiben nach der Fertigstellung erhalten und verleihen schlichten Gefäßen eine auffallende Lebendigkeit.

Derzeit erarbeite sie Bewerbungen für verschiedene Ausstellungen, Märkte und Messen 2022, erklärt Silke Wellmeier. Bereits angenommen wurde sie für die „Huntenkunst“, ein internationales, visuelles Event im niederländischen Städtchen Ulft.

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