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Sanierung des Kulturhauses

Denkmalschutz setzt Grenzen

Tecklenburg

Wie sieht das Konzept für das Kulturhaus aus und was gilt es alles zu berücksichtigen bei der Sanierung. Darüber wurde jetzt der Stadtrat informiert.

Von Ruth Jacobus

Das Kulturhaus soll gründlich saniert werden. An der Außenansicht wird sich nicht viel ändern, denn die Sandsteinfassade und die meisten Fenster sollen auf Wunsch der Denkmalschützer erhalten bleiben. Foto: Ruth Jacobus

Es ist zwar bislang nur ein grobes Konzept, das allerdings wurde sehr detailliert vorgestellt. Die Mitglieder des Stadtrates haben jetzt mehr als nur eine Ahnung, in welchen Dimensionen das Kulturhaus saniert werden muss und wird. Immerhin liegen die Kosten bei 7,75 Millionen Euro und der städtische Eigenanteil abzüglich der Fördermittel bei rund 2,3 Millionen Euro. Am Dienstagabend präsentierte der Architekt Joseph Pape aus Herford dem Gremium die Pläne und erläuterte die Vorgehensweise.

Unter anderem habe man sich mit Denkmalschützern getroffen, die beispielsweise großen Wert darauf legen würden, dass Fenster und Türen erhalten bleiben. Das gelte auch „für die schöne, vorgehängte Sandsteinfassade“. Da aktuell die Gefahr bestehe, dass sich Platten ablösen, ist das Kulturhaus derzeit abgesperrt.

Brandschutz berücksichtigen

Ein weiterer Punkt, den es zu beachten gilt, ist der Brandschutz. Dazu wird es laut Pape ein Gutachten geben. Derzeit dürften sich 199 Menschen im Saal aufhalten, künftig sollen es 350 sein.

Für die Barrierefreiheit werde ein Konzept entwickelt. Darin enthalten: ein angebautes Treppenhaus sowie ein Aufzug. Zudem werden die sanitären Anlagen überarbeitet.

Auch die akustische und technische Ausstattung sei ein Thema, erläuterte Pape weiter. Die noch funktionierende „historische Bühnentechnik“ stehe teilweise unter Denkmalschutz. Da lasse sich aber sicherlich ein guter Kompromiss finden, war Pape überzeugt.

Praktisch: Unter dem Untergeschoss befindet sich noch ein 1,60 Meter hoher Kriechkeller. Der könne für die Haustechnik genutzt werden.

Insgesamt sei es die Aufgabenstellung, das Kulturhaus so zu sanieren, dass dort besonders in der Wintersaison Veranstaltungen stattfinden können, aber auch Seminare und Treffen von Kleingruppen. Zudem soll dort das Stadtarchiv untergebracht werden.

Lüftungsanlage ist abgängig

Zur Haustechnik führte Pape aus, dass beispielsweise die Lüftungsanlage, die sich über der abgehängten Decke befindet, abgängig und mit Asbest belastet sei. Geheizt wird noch mit Heizkörpern (auch teilweise asbestbelastet). Künftig sollen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sowie eine Deckenstrahlheizung für angenehme Temperaturen sorgen. Die könne heizen, aber auch kühlen. Zusammen mit einer Photovoltaikanlage ergebe sich ein fast autarkes System. 50 Prozent der derzeitigen Energiekosten könnte eingespart werden.

„Es ist ein ganz spannendes Projekt, das Spaß macht“, so Pape abschließend.

In die Planung soll die Öffentlichkeit miteinbezogen werden, kündigte Bürgermeister Stefan Streit an. Man wolle die Vereine mit einbeziehen, denn das Kulturhaus solle weiterhin ein öffentliches Gebäude bleiben.

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