Astrid Dauwe-Roßberg ist Bauchtanz-Trainerin

Der Hüftschwung will gelernt sein

Tecklenburg

Es sieht so leicht und zauberhaft aus, wenn die Damen ihre Hüften schwingen und dabei der Goldschmuck an den schillernden Hüfttüchern leise klingelt. Dass engagiertes Training dahintersteckt, kann man nur erahnen. Oder man schaut einmal vorbei bei einer Übungsstunde der Bauchtänzerinnen von Astrid Dauwe-Roßberg. In einem großen Raum zwischen Feierdiele und Abenteuergolfplatz sind sie zu finden.

Ruth Jacobus

Astrid Dauwe-Roßberg (2. von links) und ihre „Morgentau-Gruppe“ können endlich wieder trainieren – nach zehn Wochen Pause. Foto: Ruth Jacobus

Es sieht so leicht und zauberhaft aus, wenn die Damen ihre Hüften schwingen und dabei der Goldschmuck an den schillernden Hüfttüchern leise klingelt. Dass engagiertes Training dahintersteckt, kann man nur erahnen. Oder man schaut einmal vorbei bei einer Übungsstunde der Bauchtänzerinnen von Astrid Dauwe-Roßberg. In einem großen Raum zwischen Feierdiele und Abenteuergolfplatz sind sie zu finden.

Der „Egyptian Walk“ wird einstudiert. Ein Fuß wird leicht angehoben, der Oberkörper total ruhig gehalten, Bauch und Beckenboden sind angespannt. Beim Kick schwingt die Hüfte erst nach rechts. Fußwechsel, Schwung nach links. Im Vierertakt werden die Bewegungen durchgeführt. Die Tänzerinnen konzentrieren sich auf Schritte, Hüftbewegungen und darauf, im Gleichgewicht zu bleiben, während der Oberkörper wie betoniert zu bleiben hat. Drei Trockenübungen reichen, dann wird zur Musik getanzt.

Es sind keine Anfängerinnen, die sich an diesem Vormittag treffen. Jahrelang, teils schon seit Jahrzehnten trainieren diese Bauchtänzerinnen. Wegen der Corona-Pandemie mussten sie pausieren. Zehn Wochen lang. Und das tat ihnen weh. Den Frauen fehlte nicht nur die Bewegung, sondern – das bestätigen sie allesamt – besonders die Gemeinschaft. Vor einer Woche kamen sie zum ersten Mal wieder zusammen.

Training zu Hause vor dem Spiegel des Schlafzimmerschranks? Das ist für sie keine Alternative. Deshalb freut es die sechs Frauen, die sich in der „Morgentau-Gruppe“ zusammenfinden, endlich wieder loslegen zu können.

Normalerweise tanzen sie in unterschiedlichen Gruppen, aber noch haben nicht alle das Training wieder aufnehmen können. Astrid Dauwe-Roßberg bietet als Ausweichquartier den Raum an der Königstraße an. Abstands- und Hygienevorschriften können dort eingehalten werden. Mit Klebeband hat die Trainerin Flächen gekennzeichnet, damit sich die Frauen beim Tanzen nicht zu nahe kommen. Sie tragen sich in Listen ein und desinfizieren sich die Hände, bevor sie den Trainingsraum betreten. Dort hat Astrid Dauwe-Roßberg zahlreiche Einzelspiegel aufgestellt, damit sich beim Training jeder sehen und die Körperhaltung kontrollieren kann.

Mit Dehn-, Streck- und Entspannungsübungen beginnt und endet das Training. Dazwischen wird getanzt. Das ist ebenso anstrengend wie schweißtreibend. Und gut für den Körper. Bauchtanz sei das beste Mittel gegen Rückenschmerzen, weiß eine Teilnehmerin, die einen Bandscheibenvorfall hatte, aus Erfahrung.

Und nicht nur das: Diese orientalische Art zu tanzen ist auch gut für das Selbstbewusstsein. „Man nimmt sich selbst anders wahr“, schildert eine weitere Tänzerin. Kein Wunder: Man macht sich groß, hat eine gerade Körperhaltung und strahlt etwas Besonderes aus.

Die perfekte Bauchtanzfigur, die gibt es nicht. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Frauen. Ob schlank oder kurvig – es ist alles dabei. „Man muss das akzeptieren, was man im Spiegel sieht“, schildert eine der Tänzerinnen, was sie als Erstes lernen musste – und lacht dabei gut gelaunt. Auch das Alter spielt keine Rolle. Die älteste Teilnehmerin zählt 76 Lenze.

Dass Bauchtanz viel Spaß macht und das Selbstbewusstsein hebt, ist eine Sache. Eine andere ist die Gesundheit. „Es ist Ganzkörpertraining von Kopf bis Fuß“, schildert Astrid Dauwe-Roßberg. Und sie möchte gerne weitere Frauen dafür begeistern. Willkommen sind alle – ob Anfängerinnen oder Fortgeschrittene.

Kurse für Neueinsteiger finden dienstags von 17.30 bis 18.30 Uhr sowie mittwochs von 10 bis 11 Uhr und von 17.30 bis 18.30 Uhr statt. Anmeldungen nimmt Astrid Dauwe-Roßberg ( 01 52/24 22 46 57) entgegen.

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