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Anja Hirschmann wieder zurück aus Malawi

„Die Menschen sind ärmer denn je“

Tecklenburg

Nach wie vor ist die Hilfe des Vereins „Magi“ in Malawi hochwillkommen. Das stellt Anja Hirschmann bei jedem ihrer Besuche fest.

Von Ruth Jacobusund

Der Starkregen hat auch Brücken zerstört, die für die Bevölkerung wichtig sind. Anja Hirschmann hat die Schäden begutachtet. Foto: Magi

Mit einer Urlaubsreise ist es wahrlich nicht zu vergleichen, wenn Anja Hirschmann ihren Koffer packt und ins afrikanische Malawi fliegt. Denn dort wartet nicht nur Arbeit auf sie – die ihr zugegebenermaßen viel Freude macht. Sie hat auch mit Wetterextremen zu kämpfen. Im Dezember war es unerträglich heiß bei 90 Prozent Luftfeuchtigkeit, nun war es der Schlagregen. „Er kam mit voller Gewalt“, erzählt die Tecklenburgerin, die nun wieder zurück in der Heimat ist. Es habe viele Überschwemmungen gegeben und Schäden an Gebäuden.

Seit mittlerweile zwölf Jahren kümmert sich Anja Hirschmann mit ihrem Verein „Magi“ vor allem um die Mädchen und Frauen in Malawi, will ihnen Zukunftsperspektiven bieten durch Bildung und Ausbildung. Mittlerweile gibt es vier Standorte mit Häusern, die Unterkünfte bieten, Schulen, eine Farm und mehr. Die vereinseigenen Projekte laufen – auch dank vieler Spenden – gut.

Anja Hirschmann

„Wir helfen jetzt anderen, die Hilfe brauchen“, erläutert die Tecklenburgerin, warum nun auch beispielsweise Schulen ihre Unterstützung bekommen. Die würden gezielt ausgesucht und bekämen kein Geld, sondern praktische Hilfe wie Sachleistungen. Ihr ist wichtig, dass die Spenden dafür ausgegeben werden, wofür sie bestimmt sind. So hatte es an der Westerkappelner Grundschule am Bullerdiek eine Weihnachtsaktion gegeben. Das dabei eingenommene Geld wurde in Schulbücher für die Mwayischool in Malawi investiert. Eine andere Schule muss dringend renoviert werden. Neue Fenster, neue Türen sind notwendig. Und ein Brunnen, der jetzt gebohrt wird. „Kinder brauchen frisches Wasser“, betont sie die Notwendigkeit dieser Maßnahme. Einerseits müssen die Mädchen und Jungen genug zu trinken haben, andererseits sind auch angesichts von Corona Hygienemaßnahmen wichtig.

Wirtschaftlicher Schaden

Wobei die Menschen in Malawi gesundheitlich „besser weggekommen“ seien als auf anderen Kontinenten. Was unter anderem auch daran liegen könne, dass das Durchschnittsalter der Bevölkerung bei 30 Jahren liege. Der wirtschaftliche Schaden allerdings sei schlimmer. Es gebe keine staatlichen Hilfen, kein Kurzarbeitergeld. „Die Menschen sind ärmer denn je“, schildert Anja Hirschmann die Situation. Aber: „Wir geben nicht auf.“

So werden weiter Spenden gesammelt. Dann kann Anja Hirschmann auch mal einen „Einkaufsbummel“ mit den Kindern unternehmen, die von „Magi“ betreut werden. Mit 50 Kindern war sie unterwegs, um für alle neue Schuhe zu kaufen. Zeit mit den Kleinen zu verbringen, ist ihr wichtig. Und die nimmt sie sich auch trotz anderer Aufgaben. „Ich habe viele Gespräche geführt. Die Projekte laufen runder, wenn man regelmäßig vor Ort ist“, berichtet sie.

Dass die Tecklenburgerin mehrmals im Jahr nach Malawi fliegt, um sich einzusetzen für Kinder in Not, wird durchaus honoriert. Bei der Übergabe der Bücher an die Mwayischool ist sie zum „Chief“ gekrönt worden – eine hohe Auszeichnung in dem Land.

Spendenkonto: IBAN: DE43 4035 1060 0073 1257 34, SWIFT: WELADED1STF oder per PayPal: magi.ev@web.de.

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