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Fairkauf-Shop am Graf-Adolf-Gymnasium

Ein Mehr an fairen Möglichkeiten

Tecklenburg

Das Graf-Adolf-Gymnasium hat jetzt einen „Fairkauf-Shop“ Und der ist wesentlich mehr als ein Kiosk, nämlich gleichzeitig auch Tauschbörse und Ideenpool.

Evelyn Futterknecht in dem Fairkauf-GAG-Shop. Die Verwaltung und Erweiterung der Produktpalette soll nun in die Hände der Schülerschaft gegeben werden. Foto: GAG

Zu Beginn der Fairen Woche wurde der Fairkauf-GAG-Shop feierlich am Graf-Adolf-Gymnasium eröffnet. Der alte Jahrmarktwagen, der im Frühsommer im Rahmen der Unesco-Projekttage von der Schule adoptiert wurde, kann nun an einem festen Standort neue Fahrt aufnehmen. Auf dem Weg zur Sporthalle soll er ab jetzt ein von Schülerinnen und Schülern betreuter Umschlagplatz für fair gehandelte Waren sowie Tausch- und Ausleihbörse werden. Aber auch als ‚Strandbar‘, Klatschbörse und Ideenpool soll der Stand am Rande des Bolzplatzes im Schulalltag dienen.

Dass das zugehörige Liegestuhl-Arrangement sowie der „Fairkauf“ bereits sehr beliebt sind, freut wiederum Schulleiterin Evelyn Futterknecht, suchte sie doch schon seit einiger Zeit nach einem geeigneten Ort auf dem Schulgelände für einen fairen „Markt der Möglichkeiten“, der von Schülern für Schüler betrieben werden sollte.

Weiter heißt es im Bericht des GAG, dass es ihr als Sozialwissenschaftslehrerin ein großes Anliegen war, wirtschaftspraktische Versuchsfelder im Sinne der Nachhaltigkeit und des fairen Handels ganzheitlich in das Schulleben zu integrieren. So fungiert der Fairkauf-GAG-Shop als eine vom Fach Sozialwissenschaften/Politik ausgehende, aber fächerübergreifende Zukunftswerkstatt, in der die Schülerinnen und Schüler durch praxisbezogenes, faires und nachhaltiges ökonomisches Handeln im Schulalltag ganzheitlich und spielerisch lernen können.

Evelyn Futterknecht, Schulleiterin

Wie refinanziert sich eine Produktpalette? Welche Marketingstrategien werden benötigt, um fairen Handel adressatenbewusst salonfähig zu machen? Wie funktionieren Marktanalysen in der Praxis? Allem übergeordnet steht die Unesco-Frage nach der Verteilungs- und Produktionsgerechtigkeit sowie nach fairen Sozialstandards in der Weltgesellschaft getreu dem Motto „Wie kann durch lokales Handeln und globales Denken die Welt Stück für Stück verbessert werden“.

Evelyn Futterknecht freut sich über die große Resonanz in der Schülerschaft. „Die Schülerinnen und Schüler reißen mir in jeder Pause den Schlüssel für den Shop förmlich aus der Hand, verkaufen mit Freude fair gehandelte Produkte und verleihen – selbstverständlich kostenlos – fair gehandelte Fußbälle.“

„Nach diesem erfolgreichen Start soll nun auch die Planung, die Verwaltung und die Erweiterung der Produktpalette in die Hände von Schülern gegeben werden.“ Dazu wird die Schulleiterin den Schlüssel feierlich an die Schülervertretung übergeben.

Fair gehandelte Bio-Snacks

Weiter vorgesehen ist schon jetzt der Verkauf fair gehandelter Bio-Snacks und von Produkten aus Unterricht und verschiedenen Projekten. „Klar war auch von Beginn an, dass hier fair produzierte und gehandelte Fußbälle ausgeliehen werden können. Aber auch zur Tauschbörse könnte der Fairkauf-GAG-Shop avancieren, sofern sich erst einmal attraktive Tauschangebote finden. Hier kann man sich beispielsweise auch Dienstleistungen oder Reparaturdienste gegen Sachwerte denken, frei nach dem Motto „Tausche Fahrradschlauchwechsel gegen Apfelkuchen“. Besonders bemerkenswert wäre ein großangelegter Tausch wie „cooles Graffiti am Garagentor gegen zehn Mathe-Nachhilfestunden“, schreibt das GAG.

Wie facettenreich die Zukunft des Fairkauf-GAG-Shops auch immer aussehen wird: Der Gang zur Turnhalle ist durch ihn entscheidend bunter und interessanter geworden – ein Mehr an Fantasie und fairen Möglichkeiten.

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