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Die Zukunft von Tecklenburg Touristik, Freilichtbühne und Festspielstadt

Ein Stadtmarketing soll es richten

Tecklenburg

Wie geht es weiter mit der Tecklenburg Touristik, der Freilichtbühne und dem Festpielstadt-Konzept. Das war jetzt ein Thema im Ausschuss für Umwelt, Kultur und Touristik.

Ruth Jacobus

Auf der Freilichtbühne finden in diesem Jahr keine Veranstaltungen statt. Foto: Ruth Jacobus

Corona hat die Tecklenburg Touristik und die Freilichtspiele hart getroffen. Geschäftsstellen geschlossen, Kurzarbeit, keine Veranstaltungen – beide Institutionen sind durch eine schwere Zeit gegangen. Davon berichteten Christina Köster (Touristik) und Radulf Beuleke (Bühne) am Donnerstag im Ausschuss für Kultur, Touristik und Umwelt.

„Wir hatten zwei Monate komplett geschlossen und Kurzarbeit. Auch jetzt sind wir noch nicht voll im Einsatz“, schilderte Christina Köster. Dabei sei die Stadt gut besucht und es gebe viel zusätzliche Arbeit durch die Rückabwicklung des Kartenvorverkaufs, so die Geschäftsführerin. In der ersten Jahreshälfte habe man einen Umsatzverlust von rund 40 Prozent gehabt. Hinzu kommen die fehlenden Einnahmen aus der Bühnen-Veranstaltung der Tecklenburg Touristik im September. „Das macht viel aus.“ An Corona-Soforthilfe habe man 15 000 Euro erhalten.

Wie ausführlich berichtet, haben die Freilichtspiele alle Veranstaltungen abgesagt und sind ebenfalls noch mit der Kartenrückabwicklung beschäftigt. Radulf Beuleke verwies aber darauf, dass von einer finanziellen Schieflage der Bühne keine Rede sein könne. „Wir haben zwar keine Einnahmen, aber ein gewisses Polster“, führte er aus und verwies darauf, dass viele Kunden ihr Geld nicht zurückverlangen, sondern die Karten tauschen und Termine im nächsten Jahr wahrnehmen wollen. Beuleke nutzte die Gelegenheit, generell über die Finanzen zu sprechen und verglich Tecklenburg mit der Bühne in Bad Hersfeld als „zentrale Konkurrenz“. Dort habe es im vergangenen Jahr 96 000 Zuschauer gegeben, in Tecklenburg 120 000. Bad Hersfeld erhalte an Subventionen jährlich 650 000 Euro. „Wir bekommen circa 45 000 Euro und existieren zu 98,3 Prozent durch den Ticket-Verkauf.“ Zudem würden Karten im ersten Rang 45 Euro kosten. „Andere Veranstalter nehmen zwischen 63 und 85 Euro.“

Egbert Friedrich

Mit Blick­ auf Corona und die nächste Saison sagte Beuleke, was dann laufe, sei davon abhängig, was die Fußball-Lobby erreiche und was künftig im Außenbereich möglich sei. Wenn Aerosol-Distanzen eingehalten werden müssten, gehe er davon aus, dass das Dach zurückgefahren werde. Werbemäßig versuche man, in die Vollen zu gehen, Außendarstellung im großen Stil zu betreiben.

Ein weiteres Thema in der Sitzung war die Festspielort-Konzeption der Stadt, die vor fünf Jahren vom Stadtrat verabschiedet worden ist. Welche Veranstaltungen und Projekte seitdem von der Tecklenburg Touristik entwickelt und umgesetzt worden sind, war nur eine Frage, die die CDU in einem Antrag am Jahresanfang gestellt hatte. Im Juni gab es darauf eine schriftliche Antwort (wir berichteten ausführlich). Doch damit gab sich CDU-Fraktionsvorsitzender Egbert Friedrich nicht zufrieden. Für ihn ist in den vergangenen fünf Jahren eindeutig zu wenig geschehen. Auch die extra gegründete Steuerungsgruppe habe nicht oft getagt.

Das Konzept habe das Ziel, das Produkt Tecklenburg mit seinen vier Ortsteilen als Festspielstadt zu verkaufen. „Festspielstadt sind wir zwölf Monate im Jahr“, so Friedrich. Und die Geschäftsleute wollten schließlich auch im ganzen Jahr Geld verdienen und nicht nur zur Freilichtbühnensaison. Also müsse man auch für die übrige Zeit etwas unternehmen. „Ich bitte darum, dass sich beide Gesellschafter (Anm. d. Redaktion: Stadt sowie Verkehrs- und Wirtschaftsgemeinschaft) engagieren. Es ist eine Investition in die Zukunft“, appellierte Friedrich. Und fügte hinzu: „Das Konzept ist sehr gut.“ Doch bei der Umsetzung hapert es. Beispielsweise gebe es zu wenig Kooperation zwischen den Ortsteilen.

Bürgermeister Stefan Streit regte an, einen Arbeitskreis zu bilden, der das Thema konzentriert angehe. „Wir brauchen eine Gesamt-Vermarktung.“ Deshalb solle ein Stadtmarketing entwickelt werden. „Wir wollen Highlights setzen auch außerhalb der Saison.“ Das Marketing solle ein Verein werden für das Veranstaltungsmanagement inklusive einer Verschmelzung der Tecklenburg Touristik mit dem Tecklenburger Land Tourismus. Dafür brauche man Ressourcen und Geld.

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