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Podcast „Wenn der Güllewagen dreimal hupt!“

Einfach drauflos quatschen

Tecklenburg-Broch...

Geschichten aus dem Landleben, erzählt von zwei jungen Männern, sind zu hören im Podcast „Wenn der Güllewagen dreimal hupt.“ Und sie kommen gut an beim Publikum.

Von Luca Palsund

Laptop, Mikrofon und gemütliche Sessel, mehr brauchen Christian Wiechert (links) und Simon Meier nicht für ihren Podcast. Foto: Luca Pals

Meist brauchen beide nur ein Stichwort. Zum Beispiel: Dorfparty. Oder Kindheit. Oder Trecker fahren. Und dann geht es los, der Timer wird gestellt, die Zeit läuft – und schnell sind 30 Minuten wieder rum. 30 Minuten, in denen Simon Meier aus Saerbeck und Christian Wiechert aus Brochterbeck fröhlich drauf los geredet haben. Mal wird aus dem Nähkästchen geplaudert, mal über die Kindheitserinnerungen, ein anderes Mal „einfach ein bisschen Quatsch erzählt.“ Lustig sei es immer, sagen beide. Bei den Zuhörern kommt das an. Im neuen Podcast „Wenn der Güllewagen dreimal hupt!“

Die erste Folge erschien am 1. Mai, seit Mitte April gibt es die Idee eines wöchentlichen Podcasts. Das Thema, über das die beiden Cousins sprechen, war schnell gefunden: „Das klassische Landleben.“ Keine großen politischen Parolen, keine Forderungen nach größerer Wertschätzung in der Landwirtschaft – einfach nur ein bisschen in Erinnerungen schwelgen und vom Alltag auf dem Land erzählen. Anders als man es vielleicht erwartet: Frisch, jung und ohne Zwang frei heraus.

Simon Meier und Christian Wiechert

Zu hören sind die Folgen „überall dort, wo es Podcasts gibt“, sagt Meier. Unter anderem bei Spotify und auf Youtube. In Zeiten, in denen es auf diesen Plattformen für „fast jedes Thema extra Folgen gibt“, haben die beiden ihren Part gefunden. Mit den wöchentlich 100 bis 200 Zuhörern sind die beiden sehr zufrieden: „Wir wollen in erster Linie damit nicht irgendwelche Marken knacken. Uns macht es einfach Spaß und vielen anderen auch.“ Vermehrt von Bekannten aus Saerbeck, Brochterbeck und der näheren Umgebung, aber auch „von Menschen, die wir gar nicht kannten“, hätten sie zustimmende Mails bekommen. Das freut die beiden natürlich, über 10 000 Klicks auf allen Plattformen zusammen sind für beide schon ein großer Erfolg. Übrigens kommen Hörerinnen und Hörer nicht nur aus Deutschland, über die Statistik, die die Plattformen beiden zur Verfügung stellt, ist einzusehen, dass die Folgen auch von Menschen aus Luxemburg und Spanien gehört werden.

Eigene Erfahrungen

Und was gibt es jetzt so zu hören? „Wir brauchen eigentlich nur ein Stichwort und legen dann los. Einer großen Vorbereitung bedarf es dabei nicht. Wir kennen uns schon so lange und haben immer viel zusammen unternommen. So wissen wir, wie der andere tickt, und können uns da sehr gut aufeinander einstellen.“ Unter anderem gab es eine Folge über die eigenen Erfahrungen, als Kind auf einem Bauernhof aufzuwachsen – mit allem, was dazu gehört: Mit auf den Trecker, ab in den Stall und natürlich viele Tiere: „Die Folge kam wirklich sehr gut an“, erinnert sich Wiechert.

Er hatte übrigens die Idee für das ungewöhnliche Projekt. Der Hintergrund ist ebenfalls erwähnenswert: „Das ging los, als ich einen Splitter im Auge hatte und mir den beim Arzt hab ziehen lassen. Sehen war für den Tag erst einmal nicht angesagt.“ Also fiel das Fernsehprogramm am Abend aus, Wiechert griff zum Podcast: „Vorher habe ich sowas noch nicht wirklich gehört. Dabei habe ich mir aber gedacht: Was die können, können wir auch.“ Ein schneller Anruf beim Cousin, und der war dabei: „Ich fand die Idee klasse, und viele Alternativen hat man in Pandemie-Zeiten natürlich nicht.“ Wiechert las sich ein, schaute sich Tutorien an und machte sich schlau.

Die technische Grundausrüstung war ebenfalls schnell besorgt: Ein Laptop und ein Mikrofon – das reicht schon aus. Im Nachhinein viel schneiden müssten die beiden nicht, montags werden die Folgen aufgenommen und samstags – dann, wenn die meisten mehr Zeit haben – hochgeladen. Und so wird es noch lange bleiben: „Uns macht das Spaß, und wir bekommen Zustimmung – also kann es weiter gehen.“

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