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Ministerin Anja Karliczek besucht „Lebens-Mittelpunkt“

Eingespartes Porto für guten Zweck

Tecklenburg-Leeden

Wenn Weihnachtspost nicht verschickt wird, bleibt Geld in der Portokasse übrig. 300 Euro aus dieser „Quelle“ hat Bundesbildungsministerin Anja Karliczek jetzt bei einem Besuch im „Lebens-Mittelpunkt“ der Ledder Werkstätten überreicht.

wn

Anja Karliczek (vorne links) übergab der Beschäftigten Eileen Karl die Spende. Fürs Gespräch mit LeWe-Geschäftsführer Ralf Hagemeier (links) und Marianne Büscher (dritte von links) nahm sich die Ministerin anschließend Zeit. Foto: Jörg Birgoleit

1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 700 noch immer in Bonn. Dazu einen 18,3 Milliarden-Euro-Etat – Anja Karliczek, seit bald drei Jahren Bundesministerin für Bildung und Forschung, trägt eine große Verantwortung. Doch vergisst sie dabei nicht die Menschen in ihrem Wahlkreis, kümmert sich regelmäßig und kommt persönlich, wenn es die Zeit zulässt. So wie jetzt zu den Ledder Werkstätten und deren Lebensmittelgeschäft, dem „Lebens-Mittelpunkt“ in Leeden, wo sie eine Spende von 300 Euro mitbrachte – Geld aus eingespartem Porto nicht versandter Weihnachtspost.

Der Laden besteht seit genau vier Jahren. Aktuell haben 20 Beschäftigte und drei Mitarbeiterinnen dort alle Hände voll zu tun: Zum einen versorgt der nur 130 Quadratmeter große „Lebens-Mittelpunkt“ alle Wohnbereiche. Zum anderen wissen gerade jetzt viele Kunden die gut sortierte Nahversorgung zu schätzen. Menschen mit Behinderungen sind systemrelevant. „Wir sind froh, dass wir Sie haben“, lobte die Ministerin das Team gleich zu Beginn ihres Besuches, um sich dann Zeit für Gespräche mit Beschäftigten und Geschäftsleitung zu nehmen.

„Wir schätzen es, dass Sie uns in dieser Zeit persönlich besuchen“, sagte Marianne Büscher (Geschäftsleitung Arbeit). Geschäftsführer Ralf Hagemeier wies darauf hin, dass während der Pandemie viele Menschen auch ohne Behinderungen bestimmte Zugänge, beispielsweise zum eigenen Sportverein oder zu ihrer Arbeit, vermissen. Eine Situation, die das Leben von Menschen mit Behinderungen immer wieder präge. Da sei die ständige Aufgabe in einem Geschäft wie dem „Lebens-Mittelpunkt“ für die Beschäftigten von großer Bedeutung. „Wir geben ein Stück Sicherheit und Verlässlichkeit. Auch die Familien leisten in dieser Zeit ganz Enormes.“

„Wir wollen nicht noch mal so lange frei haben wie beim ersten Lockdown“, hätten Beschäftigte ihr immer wieder gesagt, berichtete Marianne Büscher. Wie zum Beweis nutzte Eileen Karl die Begegnung und wollte von der Ministerin wissen, wann sie im neuen Jahr wieder arbeiten könne. Arbeitsangebote werde die Einrichtung ab 5. Januar wieder machen, erfuhr sie. Eileen Karl fiel ein Stein vom Herzen.

Mit der Geschäftsleitung wurden unter anderem über die Begleitung von Senioren und Bildung gesprochen. Dazu hat Anja Karliczek eine klare Haltung: „Ich wünsche mir, dass wir alle bilden und in der nächsten Generation wirklich alle mitkommen.“ Ralf Hagemeier hoffte, „dass wir in Zukunft eine Chance auf Bildung für alle bekommen“, und lud die Ministerin zum Fachgespräch ein. Im Moment sei entscheidend, so viel Alltag wie möglich zu ermöglichen, erwiderte die Politikerin. „Wir unterschätzen massiv, wie sehr Menschen – ob mit oder ohne Behinderung – ihre feste Struktur brauchen“, räumte sie ein.

Die Öffnungszeiten des „LebensMittelpunkts“: 28. bis 30. Dezember 7 bis 18 Uhr, Silvester 7 bis 13 Uhr, 2. Januar 7 bis 13 Uhr, 4. Januar geschlossen.

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