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Anja Hirschmann und ihre Projekte in Malawi

Für Kinder bleibt nicht viel Geld

Tecklenburg

Anja Hirschmann setzt sich in Malawi schon seit vielen Jahren in sozialen Projekten ein. Zuletzt wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, nun war sie wieder vor Ort und berichtet.

Von Ruth Jacobus

Eine Schule quasi ohne Gebäude. Die Schüler sind dem Wetter ausgeliefert, bei Regen werden sie nach Hause geschickt. Der Verein Magi investiert in die Schulen. Das kleine Bild zeigt Anja Hirschmann mit Nancy, die im Alter von sechs Monaten nur sechs Kilo schwer war und aufgepäppelt wurde. Foto: Magi

Normalerweise kommt Anja Hirschmann freudestrahlend zurück aus dem afrikanischen Malawi. Denn dort, wo sie seit vielen Jahren mit ihrem Verein „Magi“ Hilfsprojekte vorantreibt, die vor allem Kindern Bildung ermöglichen, hat sie bereits viel bewegt. Nicht umsonst hat die Tecklenburgerin dafür in diesem Jahr das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen.

Wie bitter notwendig ihr Einsatz weiterhin ist, schildert sie nach ihrem Besuch in Malawi. „So viele verwahrloste Kinder“, sagt sie mit traurigem Blick. Auch vor dem drittärmsten Land der Welt machen die politischen Entwicklungen nicht halt, wirkt sich unter anderem der Krieg in der Ukraine aus. Alles sei extrem teuer geworden, die Preise hätten sich vervielfacht. Da bleibt nicht viel Geld für die Kinder, die in zerrissener Kleidung und ungewaschen morgens zur Schule gehen – um dann genau deshalb von den Lehrern wieder nach Hause geschickt zu werden.

Kein Wunder also, dass Anja Hirschmann jetzt erst einmal Spenden sammelt, um Seife zu kaufen. 240 Stück sind alleine in einer Woche notwendig für die Kinder, die der Verein Magi betreut und versorgt. Fast 100 Liter Kochöl werden pro Monat in der Küche verbraucht, wobei ein Liter mittlerweile sieben Euro kostet.

Bildung, Bildung, Bildung – das ist für Anja Hirschmann das Wichtigste. Denn dann können sich die Menschen eine Zukunft aufbauen und Firmen entstehen, die Steuern zahlen. Und dafür sind Schulen nötig. Eine hat der Verein selbst gebaut, zwei bereits renoviert. Nun kommt die dritte Schule an die Reihe. Wobei – Schule kann man dazu eigentlich nicht sagen, denn „es sind Schulen ohne Gebäude“. Die Kinder säßen in Gruppen teilweise draußen – ob es kalt oder heiß ist. „Bei Regen werden sie nach Hause geschickt.“

Es sind staatliche Schulen, doch Malawi hat kein Geld, um sie zu renovieren. So springt der Verein Magi ein. Wie wichtig dessen Arbeit ist, zeigt, dass über die jüngste Schuleröffnung sogar im Fernsehen berichtet wurde.

Eine der ersten Bewohnerinnen im Magi-Mädchenhaus, Miri, studierte mittlerweile im sechsten Semester Medizin. Ein positives Beispiel dafür, was bewirkt werden kann, wenn die Kinder von der Straße geholt werden.

Ein Spendenkonto ist eingerichtet unter dem Stichwort Magi e.V., IBAN DE43 4035 1060 0073 1257 34. Weitere Informationen finden sich unter www.magi-ev.de.

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