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Hoffen auf Gerechtigkeit

„Gegenwind“ und „Musica Nova“ begeistern mit ihrem Chorprojekt

Tecklenburg-Leede...

„Gesang begleitet die Menschen von der Wiege bis zur Bahre“, heißt es in „Free at Last“, einem Chorprojekt von Helmut Jost und Ruthild Wilson, das am Wochenende in Leeden und Brochterbeck aufgeführt wurde.

Jendrik Peters

„Gesang begleitet die Menschen von der Wiege bis zur Bahre“, heißt es in „Free at Last“, einem Chorprojekt von Helmut Jost und Ruthild Wilson, das am Wochenende in Leeden und Brochterbeck aufgeführt wurde. Als Gemeinschaftsprojekt der Chöre „Gegenwind“ aus Ledde und „Musica Nova“ aus Leeden verbreiteten die Sängerinnen und Sänger gemeinsam mit ihren Musikern einen Hauch von Afrika in der Leedener Stiftskirche am Samstag sowie in der historischen Gaststätte Franz in Brochterbeck am Sonntag.

Unter der Leitung von Sven Leimann interpretierten die Musiker das Stück auf beeindruckende Art und Weise, erzeugten Gänsehaut und gaben den Besuchern einen authentischen Einblick in die Gefühlslage der Afrikaner auf dem langen Weg zur Versöhnung: die totale Erstarrung in Apartheid und Ungerechtigkeit, die Unbeugsamkeit der Verfolgten in Gestalt von Nelson Mandela und Bischof Tutu, erste zaghafte Schritte hin zu einer Öffnung des Unrechtssystems, die Freilassung Mandelas und schließlich seine Wahl zum Präsidenten bis hin zum bis heute anhaltenden Kampf um Gerechtigkeit und Teilhabe aller am Reichtum des Landes.

Zentrales Element der Hoffnung war zu jedem Zeitpunkt die Musik. Auch der am 5. Dezember vergangenen Jahres verstorbene Freiheitskämpfer Nelson Mandela lobte immer wieder das Mittel der Musik. Das Bild der singenden Schwarzen in kleinen Dörfern trügt nicht und ist mehr als ein europäisches Bild auf Afrika: Es ist die unbändige Hoffnung auf Besserung und Gerechtigkeit. Diese Themen haben Helmut Jost und Ruthild Wilson vertont und mit kleinen Texten unterlegt, die am Wochenende von Konrad Bertels vorgetragen wurden.

Seit Wochen hatten die beiden Chöre gemeinsam an dem Projekt geprobt und es war jedem einzelnen Sänger anzumerken, dass es eine Herzensangelegenheit ist, diese Stücke zu singen. Auch Pastorin Ulrike Wortmann-Rotthoff ließ in ihrer Rede zur Eröffnung des Konzertes durchblicken, welch emotionale Bedeutung das Thema für sie hat: „Es geht um Ohnmacht, Wut und Hoffnung.“

Die Lieder erzählen eine Geschichte. Begonnen mit Unsicherheit, Verfolgung und Gefangenschaft führen die Lieder am Ende zur Versöhnung und dem „Lied der Freiheit.“ Die tolle Akustik der Stiftskirche in Leeden verstärkte den afrikanischen Klang, der auch durch Jürgen Ostermann an den Percussions beeindruckend gut unterstützt wurde.

In Zeiten, da Konzerte fast an der Tagesordnung zu sein scheinen, sind Chorprojekte wie „Free at Last“ hervorzuheben, da sie mit ihrer emotionalen und ergreifenden Symbiose aus Text und Musik etwas Besonderes schaffen. Da ist es nicht verwunderlich, dass einige Zuhörer mit Tränen in den Augen den Liedern lauschen.

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