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VWG nimmt Stellung zur Diskussion über das „Hotel Burggraf“

Gemeinwohl als Kriterium

Tecklenburg

Die VWG verweist darauf, dass ein repräsentativer Neubau des Hotels Burggraf neue Umsätze generieren und somit die Existenz vorhandener Betriebe sichern sowie die Chancen für neue, das Stadtleben bereichernde Angebote erhöhen werde. Sie hat eine Stellungnahme abgegeben.

Von Ruth Jacobus

Dass der alte „Burggraf“ ein Schandfleck geworden ist, stellt niemand in Frage. Über den geplanten Neubau gibt es allerdings unterschiedliche Meinungen. Foto: Ruth Jacobus

Das „Hotel Burggraf“ bewegt seit Jahren die Gemüter. Immer wieder wurde gefordert, dass etwas geschehen und der Schandfleck am Eingang zur historischen Altstadt verschwinden müsse. Nun könnte es bald so weit sein. Am 31. August befasst sich der Stadtrat abschließend mit dem Vorhaben und kann grünes Licht geben für eine Neubau.

Kritiker haben sich bereits mehrfach zu Wort gemeldet. Doch es gibt durchaus auch Befürworter. Dazu gehört die Verkehrs- und Wirtschaftsgemeinschaft (VWG), in der sich nicht nur Tecklenburger Geschäftsleute zusammengeschlossen haben. In einer Stellungnahme hält die VWG fest: „Der Ortsteil Tecklenburg benötigt dringend ein Vier-Sterne-Hotel mit einem ansprechenden Wellness-Bereich, um seinem Anspruch als Luft- und Kneippkurort gerecht zu werden und im Wettbewerb mit anderen Kurorten bestehen zu können. Ganz zu schweigen von den Besuchern der Freilichtbühne, die den Aufenthalt gerne mit einer Übernachtung verknüpfen möchten und derzeitig auf Unterkünfte im Umkreis von bis zu 30 Kilometern ausweichen müssen. 

VWG

Dem (auch Tecklenburger Bürgern nicht verborgen geblieben) der vergangenen zwei Jahrzehnte nach Schließung des Burggrafen mit den fehlenden Übernachtungen sowie den Umsatz- und Arbeitsplatzverlusten in Handel und Gastronomie muss endlich Einhalt geboten werden.“

Schleichender wirtschaftlicher Abwärtstrend

Die VWG verweist darauf, dass ein repräsentativer Neubau an gleicher Stelle in Nähe zur Altstadt neue Umsätze generieren und somit die Existenz vorhandener Betriebe sichern sowie die Chancen für neue, das Stadtleben bereichernde Angebote erhöhen werde. Nur so könne der latenten Gefahr einer aussterbenden Altstadt begegnet und ein wichtiger Beitrag zur Schließung des von allen Seiten immer wieder beklagten Winterlochs erbracht werden.

Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Mit der Verwirklichung des Projektes „Burggraf“ wird sich auch die Finanzsituation der Stadt Tecklenburg verbessern. Kurzfristig entstehen nicht nur Dutzende neuer Arbeitsplätze, sondern ist auch mit einer Steigerung der Einkommensteuerzuweisungen zu rechnen; mittelfristig wird sich das Projekt positiv auf die Gewerbesteuer-Einnahmen, die Kaufkraft und die höhere Übernachtungs- und Verweildauer sowie die Kurtaxe auswirken. Insbesondere unter Berücksichtigung der geplanten Maßnahmen zur Revitalisierung des Burgberges, dem Isek-Programm zur Entwicklung der Altstadt sowie dem Dorferneuerungsprogramm der drei Ortsteile werden Akzente gesetzt, die mit dem Bau des Hotels das Gesamtkonzept abrunden.

Schließung des Winterlochs

Das Gemeinwohl sollte bei Ratsentscheidungen strategischen Charakters nach wie vor das zentrale Entscheidungskriterium sein. Bei einem Scheitern des Projekts beziehungsweise einem Ausstieg des Investors bleibt der Eingang in die Altstadt auf unabsehbare Zeit ein Schandfleck für Tecklenburg, der die schweigende Mehrheit der Bürger wie auch der Besucher gleichermaßen abschreckt und wichtige aufwertende Zukunftsinvestitionen (Isek und mehr) auch für die touristische Infrastruktur für viele Jahre verhindert.

Sollten einige Bewohner Bedenken haben, sind diese sicherlich überlegenswert, auf jeden Fall aber überwiegt die jetzt vielleicht einmalige Chance nach 20 Jahren Stillstand, die Entwicklung Tecklenburgs im wohlverstandenen Interesse aller Bürger entscheidend voranzubringen.

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