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Bündnis und FDP die klaren Gewinner der Kommunalwahl

Grüne holen drei Direktmandate

Tecklenburg

„Das hat‘s noch nie gegeben“, strahlt Marielies Saatkamp mit Blick auf das Wahlergebnis der Grünen. Drei Direktmandate hat die Partei geholt, alle in Tecklenburg. Im neuen Rat werden sechs Mitglieder der Grünen sitzen. Die FDP ist der zweite Gewinner des Sonntagabends und wird im neuen Kommunalparlament wieder als Fraktion vertreten sein. Stefan Streit bleibt mit knapp 80 Prozent Zustimmung Bürgermeister.

Michael Baar

Bündnis 90/Die Grünen ist der klare Gewinner der Kommunalwahl in Tecklenburg. Gleich drei Direktmandate holte die Ökopartei. „Das hat‘s noch nie gegeben“, sagt die Fraktionssprecherin im Gespräch mit dieser Zeitung. Dass ein Grüner ein Direktmandat geholt hat, „liegt viele Jahre zurück“. Strahlende Gesichter auch bei der FDP. Auf die Frage, ob sie mit dem Ergebnis zufrieden sei, holt die Stadtverbandsvorsitzende Dörthe Wittrock tief Luft: „Das ist der Wahnsinn“, stellt sie einfach fest.

Kommentar

Die Karten sind neu gemischtDass die Grünen bei der Kommunalwahl zu den Gewinnern zählen werden, war im Vorfeld zu erwarten. Insofern ist das Ergebnis am Sonntagabend nicht überraschend. Eine Wette darauf, dass die Bewerber von Bündnis 90/Die Grünen im Ortsteil Tecklenburg alle drei Direktmandate holen, wird wohl kaum einer eingegangen sein. Ein wichtiger Aspekt für das gute Abschneiden ist die ökologische Kompetenz, die den Grünen zugeschrieben wird. Nicht nur auf Bundesebene, auch vor Ort.

Ebenfalls zu den Gewinnern des Sonntagabends zählt sich Bürgermeister Stefan Streit. „Meine Erwartungen und Hoffnungen sind eingetreten“ klingt er mit Blick auf sein Ergebnis – 79,8 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihm ihre Stimme – sehr zufrieden.

Das Abschneiden seiner Partei kommt für den Sozialdemokraten nicht überraschend. „Es wäre naiv gewesen zu glauben, wir könnten auf das Ergebnis von 2014 noch etwas drauflegen“, sagt der Bürgermeister. Dass die SPD trotz der Stimmenverluste sieben Direktmandate geholt hat (vor sechs Jahren zogen acht SPD-Mitglieder direkt in den Stadtrat ein) wertet er positiv.

Diese Einschätzung teilt auch Silke Sundermann. Die Vorsitzende des SPD-Stadtverbands freut sich auf der einen Seie über ihr gewonnenes Direktmandat. „Aber wir hatten nicht so viel erwartet“, zieht sie eine erste Bilanz des Wahlergebnisses. Mit Blick auf die Bundespartei sei das nicht zu erwarten gewesen. Offenbar, so die Sozialdemokratin, habe die Partei „vor Ort gute Politik gemacht“ und auch die richtigen Kandidatinnen und Kandidaten aufgestellt.

Für die CDU hat es am Sonntag nur für drei Direktmandate gereicht. Vor sechs Jahren sind noch fünf Christdemokraten direkt in den Stadtrat eingezogen. „Dass wir zulegen, war nicht zu erwarten“, bilanziert Fraktionsvorsitzender Egbert Friedrich am späten Abend. Der CDU sei bewusst gewesen, dass gerade die Grünen ihnen das Leben in Tecklenburg schwer machen würden. Keinen Hehl macht er daraus, dass die Union sowohl in Tecklenburg gerne ein Direktmandat geholt hätte wie eins mehr in Brochterbeck.

Aus seiner Sicht hat sich die klassisches Stammwähler-Klientel der CDU gewandet. „Nach meinem Empfinden sind unter denen nicht wenige, die jetzt eher bei den Grünen ihr Kreuz machen.“ In diese Richtung, so vermutet er, hätten die Christdemokraten eher Wähler verloren als an die SPD.

Für Dörthe Wittrock liegt ein Hauptgrund für den deutlichen Zugewinn der FDP am „Super-Team“, dass hinter den liberalen Zielen stehe. Insbesondere der Zusammenhalt in der Partei „passt und ist ausschlaggebend für den Wahlerfolg gewesen“, ist sie im Gespräch mit dieser Zeitung überzeugt.

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