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Krötenwanderung: Königstraße gesperrt

Hochzeitsreise voller Gefahren

Tecklenburg

Die Kröten sind wieder unterwegs in Richtung Königsteiche. Deshalb ist die Königstraße nachts gesperrt.

An der Königstraße stehen seit Montag die Hinweisschilder: Die ersten Kröten haben sich auf den Weg zu den Königsteichen gemacht. Autofahrer sollten die Strecke meiden. Foto: Ruth Jacobus

Wenn sie auf Wanderung sind, müssen die Autofahrer fern bleiben: Frösche, Molche und Kröten verlassen ihr Winterquartier, um quakenderweise die Laichplätze in Tümpeln und Bachläufen zu erreichen. Die Amphibienwanderung zu ihren Geburts- beziehungsweise Fortpflanzungsgewässern (Teiche und Tümpel) hat bei der günstigen Witterung der vergangen Tage (mindestens 5 Grad Celsius Wärme und Regen) eingesetzt. Deshalb ist in Tecklenburg seit Montag die Königstraße von 19 bis 6 Uhr gesperrt.

Die Stadt wird immer dann sofort aktiv, wenn dort die erste Kröte gesichtet worden ist. Mal sind es Nutzer der Straße, mal Mitarbeiter des Bauhofs, die den Beginn der Wanderung melden, heißt es auf Nachfrage beim Ordnungsamt der Stadt.

Bitte um Rücksichtnahme

Um besondere Rücksichtnahme bittet auch der BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) alle Autofahrerinnen und Autofahrer. Die Amphibien würden während ihrer Wanderung in den Abend- und Nachtstunden oftmals Straßenabschnitte überqueren. Deshalb sollten Autofahrer vor allem abends und bei feuchter Witterung für Kröte und Co. die Augen auf machen. In Tecklenburg sind die Königsteiche in der Nähe von Haus Marck Ziel der Tiere.

„Leider wird vielen Tieren auf ihrer gefährlichen Hochzeitsreise der Straßenverkehr zum Verhängnis“, bedauert Bernd Meier vom BUND. Um den Amphibien ein Überleben zu sichern, werden oft Schutzzäune und Eimer entlang der für die Kröten gefährlichen Strecken aufgestellt.

Aber nicht überall sind Schutzeinrichtungen vorhanden und insbesondere Molche überklettern auch gern die Zäune, so der BUND. Er bittet daher Verkehrsteilnehmer vorsichtig und langsam zu fahren. „Insbesondere in Senken in der Nähe von Teichen und an Waldgebieten sollten Autofahrer die Geschwindigkeit möglichst auf 30 Stundenkilometer drosseln. Schon bei 50 Stundenkilometern haben die Amphibien kaum noch eine Chance“ erläutert Amphibienexperte Meier.

Um auch kleinere Wanderungen, die nicht durch Schutzzäune gesichert sind, zu erfassen, bittet der BUND um Mithilfe. Wer wandernde Amphibien oder überfahrene Tiere sieht, möchte bitte den BUND davon unter 01 52/25 74 66 63 oder per E-Mail (bund.herford@bund.net) informieren.

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